Viele Anfragen erreichen uns derzeit per E-Mail mit der Frage, ob es schon vorauszusehen ist, wann diese "Hitzewelle" denn zu Ende gehen wird. Wer hier regelmäßig mitliest, weiß, dass das Potential hierfür von Freitag bis Sonntag sehr hoch ist. Zwischen einem Tief zwischen England und Deutschland und einem Hochdrucksystem, welches sich von der Mittelmeerregion, über das östliche Europa bis über Skandinavien erstreckt, kommt es am Wochenende immer wieder zu Schauern, welche örtlich auch von Gewittern begleitet werden können. Die Temperaturen sinken bis zum Samstag mit +15/+20 Grad spürbar ab und können aber über dem Osten noch verbreitet Werte zwischen +22/+26 Grad erreichen (s. Wetter September 2016).

Handelt es sich hierbei nur um eine vorübergehende Störung oder um eine nachhaltige Umstellung der Großwetterlage? Das amerikanische Wettermodell berechnet den unbeständigen Wettercharakter mit Jahreszeit-typischen Temperaturwerten noch bis zum 19./20. September. Nachfolgend könnte sich im Zeitraum vom 20./27. September von Süden wieder hoher Luftdruck durchsetzen, was mit der erhöhten Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik über Deutschland, Österreich und der Schweiz mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Südwestwetterlage zur Folge haben könnte. Demnach wäre der Wettercharakter als spätsommerlich zu bezeichnen. Wobei über dem Nordwesten bei Südwestwetterlagen eine höhere Niederschlagsaktivität als über dem Südosten zu erwarten ist. Die Temperaturen steigen mit der Südwestströmung jedenfalls wieder in einen für die Jahreszeit leicht zu warmen Bereich an und können nach diesen Berechnungen im Bereich zwischen +18/+25 Grad liegen.

Das europäische Wettermodell stützt die Simulation des amerikanischen Wettermodells weitgehend, wenngleich die Störung am Wochenende sich weiter nördlicher abspielt und somit die Niederschlagswahrscheinlichkeit bei etwas höheren Temperaturen abschwächt.

Erhaltungsneigungen oder auch Wiederholungsmuster in der Entwicklung von Großwetterlagen sind geprägt durch kurzweilige Störungen. Ob sich das zu Grunde liegende Strömungsmuster dann ändert, oder ob sich das Muster lediglich wiederholt, hängt von der Nachhaltigkeit der Störung ab und diese scheint derzeit nicht sonderlich hoch zu sein, so dass mit höherer Wahrscheinlichkeit sich im Laufe des letzten September-Drittels wieder hoher Luftdruck durchsetzen könnte.

Die Kontrollläufe stützen im Zeitraum zwischen dem 15./19. September eine erhöhte Niederschlagswahrscheinlichkeit, welche im Zeitraum vom 19./27. September sich auf ein schwaches bis mäßiges Niveau wieder abschwächen kann. Anders formuliert ist die Hochdruckdominanz keineswegs als gesichert, aber als die wahrscheinlichste Variante anzusehen. Das Temperaturniveau senkt sich aber nahhaltig ab. So liegt das Temperaturspektrum am 20. September zwischen +13/+22 Grad (Mittelwert: +17/+18 Grad) und am 27. September zwischen +10/+25 Grad (Mittelwert: +16/+17 Grad). Insbesondere der Mittelwert orientiert sich am langjährigen Mittelwert, so dass zum kommenden Wochenende von einer Normalisierung der Temperaturen ausgegangen werden kann.

Der aktuelle Temperaturüberschuss gegenüber dem langjährigen Mittelwert für die bereits vergangenen September-Tage liegt aktuell bei +4,8 Grad und sollte bis zum Mittwoch die +5 Grad Marke übersteigen können. Da für das letzte September-Drittel keine deutlich zu kalte Wetterlage berechnet wird, ist bereits schon heute davon auszugehen, dass der September 2016 mit hoher Wahrscheinlichkeit zu warm ausfallen wird.

Das bestätigt auch das Langfristmodell für September mit einer Abweichung gegenüber dem vieljährigen Mittelwert von +0,5/+2 Grad. Für Oktober liegt die Abweichung mit +0,5/+1 Grad im leicht zu warmen und im November mit -0,5/+1 Grad im normalen bis leicht zu milden Bereich. Im Winter zeigt sich in der heutigen Wetterprognose des Langfristmodells weiterhin eine milde bis zu warme Temperaturentwicklung. So liegt die Abweichung im Dezember mit -0,5/+0,5 Grad im normalen und im Januar und Februar mit +0,5/+2 Grad im leicht zu milden bis zu warmen Bereich. Die Niederschlagsneigung ist im September über dem Westen leicht und im Oktober und November in ganz Deutschland leicht erhöht. In den Wintermonaten von Dezember bis Februar zeigt sich eine Umkehr von einer leicht positiven (etwas zu nass) hin zu einer leicht negativen Niederschlagsentwicklung (etwas zu trocken). Möchte man den Wettertrend des Langfristmodells interpretieren, so könnte die Erhaltungsneigung der immer wiederkehrenden Hochdrucksysteme im September/Oktober beendet werden und nachfolgend zu einer länger andauernden wechselhaften Wetterphase führen.

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