Das "letzte Aufbäumen" des Winters ist im Verlauf der Woche zu spüren und passt relativ gut zu seinem bisherigen Verlauf. So sorgt eine Winddrehung auf nordwestliche Richtungen zur Wochenmitte für einen Temperaturrückgang auf +0/+5 Grad, bei der die Schauer durchaus auch bis in tiefere Lagen in Schnee, Schneeregen oder Graupel übergehen können. Mit Winter hat das aber weniger etwas zu tun und bestätigt nochmals den bisherigen Winterverlauf, welcher eigentlich keiner - im Sinne von langen Frostperioden und einer dicken Schneedecke - war.

Nicht viel besser sieht es in den verbleibenden Winter-Tagen aus. Nach den aktuellen Berechnungen der Wettermodelle wird mit Hilfe eines Tiefdrucksystems zwischen England und Frankreich zum 27. Februar wärmere Luftmassen in der Höhe aus südlichen Richtungen nach Norden und somit nach Deutschland transportiert. So steigen die Temperaturen am 27./28. Februar über dem Süden auf +4/+8 Grad an, während über dem Norden mit +1/+6 Grad weiterhin nasskalte Werte erwartet werden können. Zum 29. Februar zieht das Tief über die Mittelmeerregion nach Nordosten ab (Vb-Zugbahn) und sorgt für eine nordöstliche Grundströmung über Deutschland, bei der wieder kühlere Temperaturen herangeführt werden können. Simuliert werden aktuell Werte zwischen +0/+4 Grad, was die teils kräftigeren Niederschläge oberhalb etwa 300-600 Meter in Schnee übergehen lassen kann, so dass sich über mittleren Lagen wieder durchaus eine Schneedecke ausbilden kann.

Sollte die Kaltluftadvektion am 29. Februar eintreten, so könnte sich der Winter mit einem winterlichen Gruß verabschieden. Was aber war der Grund dafür, dass der Winter 2015/16 erneut so extrem mild ausgefallen ist? Der Grund ist erneut über dem östlichen Kanada zu finden wo unentwegt Kaltluftmassen nach Süden in Richtung Neufundland geführt werden konnten und somit die rege Tiefdruckproduktion auf dem Atlantik in Richtung Mitteleuropa anregte. Hat sich solch ein System erst einmal gefestigt, ist das Muster der Großwetterlage schwer zu durchbrechen und man spricht von einer ausgeprägten Erhaltungsneigung, welche ab und an auch durch andere Wetterlagen unterbrochen werden kann. Signifikant war diese Wetterentwicklung im November und Dezember zu beobachten, während es im Januar durchaus auch mal kältere Wetterphasen mit Schnee zu bewundern gab.

Bleibt das jetzt so? Warme und kältere Winter spielen sich in sog. Zyklen ab. So folgt einem milden Winter häufig ein weiterer Mildwinter nach und dauert zumeist 2 bis 3 Jahre an. Aktuell sind wir im dritten Jahr, so dass es sich zeigen muss was im kommenden Winter 2016/17 passieren wird. Fällt dieser erneut zu warm aus, so sind das wohl spürbare Anzeichen des Klimawandels und dessen Folgen. Blickt man auf die durchschnittliche Temperaturentwicklung der vergangenen Jahre, so kann man daraus durchaus - ohne weitere Fakten zu betrachten - den Rückschluss ziehen, als dass die Temperaturen im Winter stetig wärmer werden. So lag die durchschnittliche Temperatur in den Winterjahren von 1901-2000 noch bei +0,3 Grad und stieg im Zeitraum 2001-2014 auf +1,0 Grad, was einer Erwärmung von +0,7 Grad entspricht. Ohne hier zu tief in die wissenschaftlichen Details einzusteigen - aber +0,7 Grad bedeutet im Grunde, dass die durchschnittliche Schneefallgrenze um 100-150 Meter angestiegen ist. Somit waren winterliche Verhältnisse in tiefere Lagen noch weniger wahrscheinlich und auch ab den mittleren Lagen verabschiedet sich der Winter von 300-500 Meter auf 500-700 Meter - wenn überhaupt - denn auch in diesem Winter waren die Schneephasen unterhalb 400-800 Meter nur von kurzer Dauer. In gewohnter Weise setzen wird unsere Wettervorhersagen, Wetterprognosen und Wettertrends für das Wetter Frühling und mit fortschreitender Jahreszeit auch für das Wetter Sommer in den entsprechenden Rubriken fort. Die nächste Aktualisierung erfolgt gegen 17:00 Uhr in einem weiteren Wettertrend zum Wetter März.

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