Nach der nasskalten Woche mit Schnee teils bis in mittlere Lagen hinab, kann es bereits zum kommenden Wochenende wieder windiger, unbeständiger und milder werden. Der Grund hierfür ist die Beendigung des Trogansatzes (Cut-Off-Prozess) und die atlantische Frontalzone gewinnt wieder zunehmend mehr Einfluss auf das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz (Details s. Wettervorhersage Februar).

Der Höhepunkt der Milderung ist voraussichtlich im Zeitraum 20./22. Februar zu erwarten, denn im Zeitraum danach differenzieren sich die Wettermodelle weitgehend. Im Wesentlichen ergeben sich für das letzte Februar-Drittel - und damit auch die letzten Winter-Tage (der eigentlich keiner war) drei Entwicklungsvarianten.

In der ersten Variante ist der Zustrom der kalten Luftmassen über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland so stark, dass die atlantische Frontalzone ungehindert agieren kann und sich über Deutschland, Österreich und der Schweiz eine lebhafte Westwindwetterlage einstellen kann, bei der die Temperaturen vorderseitig mild und auf der entsprechenden Rückseite auch nasskalt ausfallen können. Die Niederschläge sind in diesem Fall überwiegend in flüssiger Form zu erwarten, können aber zwischendurch auch mal als Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer niedergehen.

In der zweiten Variante kann es im Verlauf des letzten Februar-Drittels erneut zu einem sog. Cut-Off Prozess kommen, bei der sich über Mitteleuropa ein meridionales Zirkulationsmuster einstellen kann (Nord-Süd, Süd-Nord). In Folge daraus wäre das Temperaturempfinden nasskalt mit Schneeoptionen bis auf mittlere Lagen hinab. Kurzweilige Schnee-, Schneeregen oder Graupelschauer sind in tieferen Lagen durchaus zu erwarten.

In der dritten Variante befindet sich das Azorenhoch in "kugelrunder" Position auf dem Atlantik, so dass die atlantische Frontalzone am östlichen Hochdruckgradienten nach Südosten über Mitteleuropa "abrutschen" kann (Nordwestwetterlage). Sollte diese Variante eintreten, so wären die Temperaturwerte über dem Nordwesten als relativ mild zu bezeichnen, während es mit jedem Kilometer in Richtung Südosten kälter werden kann - letztlich es aber bei einem nasskalten Temperaturempfinden bleibt, bei der die Schneefallgrenze bis auf mittlere Lagen hinab absinken kann.

Zusammenfassend sind die Entwicklungsvarianten aber alles andere als winterlich und schaut man auf den aktuellen Temperaturmittelwert der vergangenen Februar-Tage, so liegt aktuell ein Temperaturüberschuss von +4,2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert vor. Anders formuliert wird der Februar wohl der dritte Wintermonat in Folge werden, welcher deutlich zu warm ausfällt, denn eine knackig kalte Frostperiode ist zum aktuellen Stand weniger wahrscheinlich. Aber auch der sog. NAO-Index als auch der AO-Index zeigen überwiegend positive Werte im letzten Februar-Drittel, was als ein weiteres Indiz für geringe Wahrscheinlichkeiten eines Kaltlufteinbruchs im letzten Februar-Drittel gewertet werden kann. Die nächste Aktualisierung erfolgt an dieser Stelle heute Abend gegen 21:00 Uhr mit einem kleinen Update der Wettervorhersage Winter.
Aktualisierung:
Im Tagesverlauf hat sich bei beiden Wettermodellen die milde Variante im Zeitraum 21./23. Februar durchsetzen können, so dass verbreitet Tageshöchstwerte von +10 Grad und mehr möglich sein können. Der Grund hierfür ist eine stramme Westwindzirkulation, welche zum aktuellen Stand auch das Potential für Starkwindereignisse aufweist. Darüber hinaus zeigt sich eine geringere Wahrscheinlichkeit für einen Fortbestand der klassischen Westwetterlage, stattdessen wird eine Mischung aus Cut-Off Prozess (Trogansatz) und Nordwestwetterlage simuliert, welche im Zeitraum 23./29. Februar die nasskalte Witterung mit Schneeoptionen bis auf mittlere Lagen hinab fortsetzen könnte.

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