Zunehmend nasskalt in tieferen Lagen und teils winterlich ab mittleren Lagen - so lässt sich vereinfacht die Wettervorhersage bis einschließlich Mittwoch beschreiben. Dabei ist es an diesem Wochenende über dem Norden bereits schon nasskalt, während über dem Süden mit einem Tiefdrucksystem nochmals mildere Luftmassen herangeführt werden können. Erst ab Montag zieht das Tiefdrucksystem nach Nordosten ab und ermöglicht auf seiner Rückseite die Zufuhr kühlerer Luftmassen auch bis über die südlichen Regionen. Gleichzeitig wird ein Mittelmeer (oder auch Italientief) initialisiert, welches von Dienstag bis Donnerstag kommender Woche nach Norden zieht - je nach Zugbahn - kann mehr oder weniger Niederschlag bei einer stark schwankenden Schneefallgrenze erwartet werden (Details s. Wetter Februar).

Es bleibt also spannend hinsichtlich einer "Einwinterung" bis auf mittlere Lagen hinab. Im Zeitraum zwischen dem 16./19. Februar simuliert das amerikanische Wettermodell den Verbleib der nasskalten Luftmassen, bei der die Frostgrenze zwischen 400-600 Meter herum schwanken kann. Darüber hinaus kann sich die atlantische Frontalzone wieder bis nach Skandinavien durchsetzen und positioniert zum 23. Februar über dem nördlichen Skandinavien. Gleichzeitig liegt der Hochdruckkern über England/Island in einer recht weit nördlichen Position, so dass eine klassische Westwetterlage weniger wahrscheinlich wäre. So meridionalisiert das Strömungsmuster nachfolgend bis zum 27. Februar über Mitteleuropa und kann aus nördlichen Richtungen Luftmassen arktischen Ursprungs nach Deutschland führen. Winterliche Wetterverhältnisse teils bis in tieferen Lagen wäre die Folge aus dieser Simulation.

Das europäische Wettermodell simuliert eine ganz ähnliche Variante, jedoch wird die atlantische Frontalzone noch vor Skandinavien mit einem Hochdruckbrücke von der Mittelmeerregion über das östliche Europa bis nach Skandinavien/westl. Russland blockiert, so dass Deutschland zum 22. Februar auf die milde Vorderseite des Tiefdrucksystems gelangen kann. Aber auch hier liegt das Azorenhoch in nördlicher Position, so dass im weiteren Verlauf eine Meridionalisierung des Zirkulationsmusters erfolgen könnte.

Winter, nasskalt oder mild - wie wird denn nun das letzte Februar-Drittel, bzw. die letzten Tage des Winters? Die Schwankungen und Sprünge von Simulation zu Simulation bleiben hoch und bestätigen die Unsicherheiten der letzten Tage. Die Kontrollläufe bestätigen die Variantenvielfalt mehrheitlich, wenngleich der Mittelwert sich im Bereich der für die Jahreszeit typischen Werte bewegt - nasskalt. Wie stehen die Chancen auf Winter bis in tiefere Lagen? Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), liegen am 22. Februar bei 5/40/55 und am 28. Februar bei 15/25/60 und weisen nur sehr geringe Chancen auf winterliche Witterungsverhältnisse in tieferen Lagen aus. Die nächste Aktualisierung erfolgt an dieser Stelle heute Abend gegen 21:00 Uhr mit einem kleinen Update der Wettervorhersage Winter.
Aktualisierung:
Kaum Veränderungen tagsüber - das nasskalte Temperaturgefüge bleibt nach beiden Wettermodellen bis einschließlich dem 20. Februar erhalten. Die Schneefallgrenze sinkt allmählich bis auf mittlere Lagen ab, wobei Schnee-, Schneeregen- oder auch Graupelschauer in tieferen Lagen grundsätzlich nicht auszuschließen sind. Im Zeitraum zwischen dem 20./23. Februar gehen die Simulationen der Wettermodelle zunehmend auseinander. Das europäische Wettermodell lässt es kurzzeitig milder werden, bevor zum 23. Februar wieder nasskalte Temperaturwerte aus nordwestlichen Richtungen einfließen können. Das amerikanische Wettermodell favorisiert im Zeitraum 20./26. Februar eine gradientenschwache Südwestwetterlage, was milde Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen kann. Die Kontrollläufe bestätigen den nasskalten Temperaturtrend bis zum 20. Februar. Darüber hinaus zeigt sich mehrheitlich ein leicht erhöhtes Temperaturniveau gegenüber dem langjährigen Mittelwert. Der sog. AO-Index weist nach einer neutralen bis leicht positiven Bewertung des Polarwirbels im letzten Februar-Drittel teils deutlich negative Werte aus, was sicherlich zu den Sprüngen der Simulationen führen kann. Entscheidend wird sein - kommt der Polarwirbelsplit oder zeigt dieser sich erneut nur Ansatzweise? Relativ häufig treten die Polarwirbelsplits zum Ende des Winters auf.

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