Langsam aber dennoch stetig sinkt das Temperaturniveau in den kommenden Tagen ab und ist in tieferen Lagen mit +0/+7 Grad weitgehend als nasskalt zu bezeichnen. Hinzu kommen am Wochenende zahlreiche Schauer, welche oberhalb etwa 500-800 Meter zunehmend in Schnee übergehen und Phasenweise auch in tieferen Lagen Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer ermöglichen könnten. Zum Start in die neue Woche gelangt Deutschland in den Einflussbereich eines nach Nordosten abziehenden Tiefdrucksystems, auf dessen Rückseite kühlere Luftmassen herangeführt werden können (Details s. Wetter Februar).

Gleichzeitig gelingt es dem Azorenhoch über dem Atlantik einen Hochdruckkeil nach Norden in Richtung Island/Skandinavien zu entsenden, so dass eine Initialisierung eines meridionalen Zirkulationsmuster (Nord-Süd, Süd-Nord) beginnt und im Ansatz eine Trogentwicklung ermöglichen kann.

Ob ein nachhaltiger Wintereinbruch bevorsteht, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die Systeme zueinander positionieren können. Zum heutigen Stand sind drei wesentliche Wetterentwicklungen im Zeitraum 15./23. Februar möglich. In der ersten Variante erstreckt sich der Hochdruckkeil bis über Skandinavien und kann dort ein autarkes Skandinavienhoch initiieren, welches im Verbund mit dem nach Osten abgezogenen Tiefdrucksystem kalte Luftmassen arktischen Ursprungs nach Süden führen kann. Ob dieser Kaltluftstrom Deutschland erreichen kann, hängt wiederum davon ab wie sich die Hochdruckachse ausbilden kann. Zum aktuellen Stand würde Deutschland lediglich davon gestreift werden, während der Hauptteil der Kaltluftmassen über dem westl. Russland nach Süden strömen kann. In der zweiten Variante kippt der Hochdruckkeil nach Osten weg und schnürt den Trogprozess über Mitteleuropa ab. In Folge daraus würde die atlantische Frontalzone sich wieder rasch nach Mitteleuropa durchsetzen können. In der dritten Variante entwickelt sich aus dem Trogansatz heraus ein recht starkes Mittelmeertief, welches den Trog Mitteleuropa verstärken kann. Diese Konstellation stützt den Hochdruckkeil, so dass im Verbund beider Systeme der Zustrom mäßig kalter Luftmassen stattfinden kann. Sollte diese Variante eintreten, so wäre in tieferen Lagen eine nasskalte Witterung zu erwarten, während in mittleren und höheren Lagen das Potential für winterliche Verhältnisse ansteigt.

Welche der Varianten ist am wahrscheinlichsten? Beide Wettermodelle tendieren heute zu einer Variante mit verstärktem Hochdruckaufbau im Bereich über Skandinavien. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegt somit im Zeitraum 15./18. Februar im Einflussbereich des nach Nordosten abziehenden Tiefdrucksystems mit Schneeoptionen ab den mittleren und zum 18. Februar auf tieferen Lagen und nachfolgend im gradientenschwachen Umfeld des Hochdrucksystems, bzw. des Hochdruckkeils.

Ist nun mit dem Winter zu rechnen? Zum heutigen Stand kann die Frage leider nicht zur Zufriedenheit beantwortet werden. Zwar verändert sich die Grundkonstellation positiv in Richtung Winter, bzw. zu einer winterlichen Wetterlage, jedoch gelingt der letztliche - aber notwendige - "Schritt" nicht, so dass Deutschland - zum aktuellen Stand - dazwischen liegt. Anders formuliert ist ein nasskaltes Temperaturempfinden in tieferen Lagen wahrscheinlicher, als ein nachhaltiger Wintereinbruch. Deutlicher zeigt sich das anhand der der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), welche am 20. Februar bei 10/55/35 (gestern: 10/45/45) und am 25. Februar bei 5/30/65 (gestern: 10/25/65) liegen. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 21:00 Uhr an dieser Stelle in einem kurzen Update der Wetterprognose Winter.
Aktualisierung:
Zwar haben sich die Positionen der Wettersysteme tagsüber etwas verschoben, jedoch bleibt das Grundmuster in den Simulationen der Wettermodelle im Zeitraum 15./20. Februar weitgehend gleich. Das bedeutet für tiefere Lagen überwiegend nasskalte Temperaturverhältnisse, während winterliche Verhältnisse ab den mittleren Lagen zwischen 400-800 Meter zunehmen. Wie "kalt" kann es werden? Simuliert werden bspw. am 20. Februar Temperaturen zwischen -1/+4 Grad und die Frostgrenze kann bei etwa 500 Meter liegen. Wie geht es weiter? Das wird maßgeblich davon abhängen, wie sich das Hochdrucksystem verhalten wird. Gelingt die Skandinavienhochvariante, so könnte der Winter im letzten Februar-Drittel noch einmal in Betracht gezogen werden, kippt die Hochdruckachse, wird die atlantische Frontalzone sich mit nasskalten bis milden Wetter durchsetzen können. Die Kontrollläufe zeigen gegenüber heute Mittag kaum Abweichungen und favorisieren weiterhin einen nasskalten Wettertrend im Zeitraum 20./25. Februar für die tieferen Lagen. Was macht eigentlich das Warming in Stratosphärenhöhe? Das hatte seinen Höhepunkt am 7. Februar und hat sich darüber hinaus nicht zu einem Major-Warming weiterentwickelnd können. Allerdings folgen nach den aktuellen Berechnungen mehrere mittlere bis schwache Minor-Warmings nach, so dass eine Erholung des "Stratosphärenwirbels" bis auf weiteres nicht in Sicht ist. Zum Thema Polarwirbelsplit simulieren die Wettermodelle immer wieder Ansätze, welche in letzter Konsequenz aber nicht vollzogen werden.

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