Als "Vollwetter" lässt sich das Wetter von Montag bis Mittwoch bezeichnen. Kräftige - teils länger andauernde - Niederschläge ziehen von West nach Ost und werden am Montag von stürmischen Böen begleitet, welche am Dienstag und Mittwoch langsam nachlassen können (s. Wetter Februar).

Der Grund für die Starkwindereignisse ist ein Sturmtiefkomplex, welcher langsam von England nach Skandinavien abzieht und dabei mit seiner Vorderseite am Montag/Dienstag Deutschland erfasst, bevor zum Mittwoch die etwas kühlere Rückseite nachfolgen kann. Dieses Sturmtief gehört zu einer Tiefdruckrinne, welche von Neufundland über England bis nach Skandinavien zieht und sich dabei zunehmend nach Süden verlagern kann.

Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so bleibt die teils windige und äußerst unbeständige Westwindwetteraktivität im bis zum 15. Februar erhalten. Schaut man auf die simulierten Niederschlagssummen bis einschließlich dem 15. Februar, so sind verbreitet 20-40 l/m², in Staulagen 50-100 l/m² und über den östlichen Landesteilen 10-20 l/m² (teils Regenschattenseiten) erwartet. Blickt man auf die Schneeentwicklung bis zum 12. Februar, so ist über dem Alpenvorland 2-9 cm und über den Alpen - je nach Höhenlage - zwischen 10-75 cm an Neuschnee zu erwarten. Die Temperaturen sind im steten Auf und Ab - Vorderseitig mild (+7/+12 Grad) und Rückseitig nasskalt (+2/+7 Grad) - die Schneefallgrenze schwankt somit zwischen 700-1.500 Meter - kurzweilig auch darüber und je nach Intensität der Niederschläge auch darunter.

Das europäische Wettermodell simuliert im Zeitraum 10./15. Februar einen weniger dynamischen Ansatz, so dass der Wind weniger eine Rolle spielen wird - dafür bleibt aber auch hier die Niederschlagsneigung hoch und die Temperaturen mit +1/+7 Grad zumeist im nasskalten Bereich. Die Schneefallgrenze schwankt demnach zumeist zwischen 600-1.300 Meter.

Im Zeitraum zwischen dem 15./20. Februar simuliert das amerikanische Wettermodell weiterhin eine hohe Wahrscheinlichkeit für den Erhalt der sog. Westwindzirkulation, bei der ein Tiefdrucksystem nach dem anderen von Neufundland nach Osten in Richtung Skandinavien entsendet wird. Das Azorenhoch kann sich dabei Phasenweise bis nach Mitteleuropa ausdehnen und den Effekt der milden Vorder- und kühleren Rückseite noch verstärken. Hinzu kommt eine entsprechende dynamische Entwicklung, so dass dies dem Grundmuster einer stürmischen Herbstwetterphase entspricht - mit Winterwetter hat das weniger etwas gemeinsam, wenngleich auch Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer bei einer entsprechenden Rückseitenaktivität nicht auszuschließen sind.

Gibt es Indizien, welche auf einen Wetterumschwung hindeuten? Kaum - der Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland wird nach beiden Wettermodellen kräftig simuliert. Somit kann die Tiefdruckproduktion bei Neufundland ungehindert fortgesetzt werden. Anders formuliert ist eine milder bis nasskalter Wetterverlauf im zweiten Februar-Drittel wahrscheinlicher al ein nachhaltiger Wintereinbruch. Deutlicher zeigt sich das in den Verhältnissen der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), welche am 14. Februar bei 0/25/75 und am 21. Februar bei 10/10/80 liegen - was allerdings auch nur einer Momentaufnahme entspricht, aber doch auch deutlich zeigt, wie stark der Westdrift aktuell berechnet wird.

Was muss passieren, damit sich das ändert? Die Dynamik muss raus und die Energie über dem nördlichen Kanada verfrachtet werden. Im Übrigen nennt man die Stabilität der doch sehr eingefahrenen Wetterentwicklung eine Erhaltungsneigung - hat diese sich verfestigt, dauert es eine Zeit lang, bis diese durch ein anderes Muster ersetzt werden kann. Was kann dazu beitragen? Störimpulse - und diese gehen zumeist von Polarwirbel selbst aus. Allen voran das kräftige Minor Warming, welches den Polarwirbel u.U. kurzweilig mit beeinflussen könnte. Ein Indiz hierzu ist der AO-Index, welcher im zweiten Februar-Drittel zunehmend negativ berechnet wird und durchaus als Indiz für eine Instabilität des Polarwirbels herangezogen werden kann. Beide Wettermodelle simulieren zudem ein mäßig starkes "Polarhoch" von 1040 hPa bis 1055 hPa. Je nachdem wie dessen Achsausprägungen zum Hoch über Alaska, Sibirien, Grönland verlaufen wird, sind entsprechende Störimpulse möglich. Aktuell wird die Hochdruckachse zwischen Sibirien Polarregion und Alaska in einer für Veränderungen ungünstigen Position simuliert, da durch die im Uhrzeigersinn drehende Rotation des "Polarhochs" den Teilwirbel über dem nördlichen Kanada eher unterstützt als schwächt. Kommt es aber in diesen Regionen zu einer Veränderung der Hochdruckachse, so kann eine Umkehrung recht schnell von statten gehen - das aber zum aktuellen Stand nur auf theoretischer Basis. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend an dieser Stelle gegen 21:00 Uhr in einem Update der Wetterprognose Winter.
Aktualisierung:
Am wechselhaften, milden, teils nasskalten Wettercharakter hat sich in den Simulationen der Wettermodelle bis zum 15. Februar nichts verändert. Die Hauptrolle in den Wetterberichten dürfte da wohl der mögliche Sturm am Rosenmontag / Faschingsdienstag spielen (aktuelle Windprognose). Darüber hinaus nimmt die Anzahl der Varianten nun aber zu. Das Muster ist bei beiden Wettermodellen das gleiche. Nach der doch recht imposanten Tiefdruckaktivität bis zum 15./16. Februar gelingt es dem Azorenhoch einen Keil nach Norden in Richtung Grönland zu entsenden. Gleichzeitig sorgt das steuernde Zentraltief über Skandinavien im Zusammenspiel mit dem Hochdrucksystem für ein meridionales Grundmuster, bei der es nach dem amerikanischen Wettermodell zu einer Trogausbildung Mitteleuropa kommen kann. Unterstützt wird der Trog zum 18./19. Februar durch ein initialisiertes Mittelmeertief, so dass die Luftmassen in 1.500 Meter auf -4/-10 Grad auskühlen können. Das könnte für Schnee bis in mittlere Lagen reichen (300-700 Meter), aber auch in den darunter liegenden Gebieten ist das Potential Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer vorhanden. Das europäische Wettermodell simuliert ebenfalls ein meridionales Grundmuster, jedoch fehlt hier die Kaltluft, so dass es in tieferen und mittleren Lagen nasskalt und wenig winterlich bleibt. Die Schwankungen nehmen zu, wenngleich bis zur Monatsmitte sich wenig verändern sollte. Der negative AO-Index zeigt einen instabilen Polarwirbel, dessen Ursache in einem "Polarhoch" zu finden ist und mit einem Kerndruck von 1035 - 1045 hPa zur Monatsmitte mäßig stark berechnet wird. Wie bereits heute Mittag beschrieben kommt es auf den "Störimpuls" an, welches das "Polarhoch" aussenden kann - heute Abend ist nach dem amerikanischen Wettermodell die Hochdruckachse Nordpol-/ Grönlandhoch stärker ausgeprägt (Hochdruckbrücke Azorenhoch), während das europäische Wettermodell den Trogprozess mit einem Hochdruckkeil Azorenhoch - England - Skandinavien - Kontinentalhoch abschnürt. Zusammenfassend arbeiten beide Simulationen ab der Monatsmitte an einer Wetterumstellung, welche sowohl in die eine, als auch andere Richtung gehen kann.

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