Viel verändert hat sich gegenüber den letzten Simulationen nicht. So bleibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit Ende Januar / Anfang Februar unbeständig und windig bei weiterhin für die Jahreszeit zu milden Temperaturen, welche jedoch im Zeitraum 3./5. Februar durchaus auch in den nasskalten Bereich absinken könnten, so dass - insbesondere ab den mittleren Lagen - Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer sich unter mischen können (s. Wettervorhersage Januar || Wetterprognose Februar).

Auch darüber hinaus bleibt das amerikanische Wettermodell seinen Simulationen im Zeitraum 5./11. Februar weitgehend treu, so dass nachhaltige winterliche Optionen für tiefere Lagen verschwindend gering ausfallen. Eine einzige nasskalte bis winterliche Variante bleibt mit einem möglichen Downstream Development noch erhalten, welches Ansatzweise in den heutigen Simulationen des amerikanischen Wettermodells erneut berücksichtigt wurden (Details zum Downstream Development s. Winterprognose vom 26. Januar).

Woran liegt das, dass bereits heute schon mit hoher Wahrscheinlichkeit ein zu milder Temperaturverlauf für das erste Februar-Drittel vorherzusehen ist? Das liegt in der Konstellation mit einem nicht aufhören wollenden Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland. Somit wird die Tiefdruckproduktion auf dem Atlantik in Gang gesetzt, bzw. intakt gehalten. Somit ergeben sich bis zum 11. Februar zwei wesentliche Wettervarianten. Eine südwestlich - und damit milde bis warme - oder eine westlich orientierte Großwetterlage, welche zwischen milden und nasskalten Werten schwanken kann. Allesamt wenig winterlich und für die Jahreszeit zu mild.

Wir wurden in den letzten Tagen gefragt, was passieren muss damit sich das ändert. Ein Störelement muss her. Das kann auf drei Arten passieren. Die erste Variante wäre ein Skandinavienhoch, welches die atlantische Frontalzone vor Mitteleuropa blockiert und ein kaltes, östliches Strömungsmuster herbeiführt. Die zweite Möglichkeit besteht in einem aufkeilenden Azorenhoch in Richtung Grönland, welches die Frontalzone noch vor Island blockiert. Nachfolgend würde sich ein Kaltlufttrog Mitteleuropa in Erwägung ziehen lassen. In der dritten Variante spielt der Polarwirbelsplitt eine entscheidende Rolle, welcher das sog. Setup nachhaltig verändern könnte. Danach sieht es derzeit mit einem zunächst positiven und später sich neutralisierenden AO-Index nicht aus (vereinfacht: Zustandsbeschreibung des Polarwirbels - positiv: intakt, neutral: Übergang, negativ: Splitverhalten, instabil).

Das Minor Warming in Stratosphärenhöhe bleibt in den Berechnungen erhalten und hat voraussichtlich zum 5./7. mit einer Maximaltemperatur von -4/0 Grad seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Das Minor Warming ist sowohl in seinem Anstieg der Temperaturen, als auch mit seiner Gesamtfläche als kräftig zu bezeichnen, jedoch reicht es zum heutigen Kenntnisstand nicht zu einem Major Warming - Ansätze hierfür bleiben aber erhalten. Warum berichten wir immer wieder über das Minor Warming? Mit einem entsprechenden Ansatz zum Major Warming könnte der Polarwirbel schnell instabil werden und zu einem erhöhten Splitverhalten neigen, was zu einer raschen Veränderung der Großwetterlage führen kann. Aber wie bereits erwähnt, liefert der Indikator AO-Index keine Hinweise auf ein erhöhtes Splitverhalten des Polarwirbels.

So verwundert es - angesichts des möglicherweise zu mild ausfallenden ersten Februar-Drittels - auch nicht, dass das Langfristmodell für Februar eine Abweichung der Mitteltemperaturen von +3/+4 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert simuliert und damit im deutlich zu milden bis zu warmen Bereich liegt. Zum Vergleich: der Rekord-Dezember 2015 hatte eine Abweichung von +5,6 Grad. Die nächste Aktualisierung erfolgt an dieser Stelle heute Abend gegen 21:00 Uhr in einem kurzen Update der Winterprognose.
Aktualisierung:
Das amerikanische Wettermodell hält die Optionen für das sog. Downstream Development im Verlauf des ersten Februar-Drittels offen. Viel interessanter ist jedoch der Ansatz beider Wettermodelle im Zeitraum zwischen dem 2./4. Februar das Tiefdrucksystem über Skandinavien so stark werden zu lassen, dass auf dessen Rückseite auf dem Atlantik der Raum für die Entwicklung einer Hochdruckblockade auf dem Atlantik entsteht. Das amerikanische Wettermodell lässt den Hochdruckkeil jedoch rasch nach Osten wegkippen, so dass im Zeitraum 3./9. Februar eher mit nasskalten/milden Temperaturwerten zu rechnen ist. Anders die Variante des europäischen Wettermodells, bei der sich der Hochdruckkeil auf dem Atlantik verstärken und die atlantische Tiefdruckrinne blockieren kann (s. Ausführungen von heute Mittag). Diese Variante könnte im Zeitraum 2./4. Februar zunächst bis zu den mittleren Lagen (400-800 Meter), später auch bis in tiefere Lagen den Winter zurück bringen. Diese Varianten sind zunächst einmal als Ansätze zu verstehen, welche sich in den kommenden Tagen erst noch behaupten, bzw. festigen müssen. Es zeigt aber auch, wie dynamisch, bzw. abrupt der Verlauf einer Westwetterlage enden könnte. Die Kontrollläufe stützen einen nachhaltigen Wintereinbruch im ersten Februar-Drittel nicht. So liegen die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), am 4. Februar bei 5/35/60 und am 12. Februar bei 20/30/50.

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