Nach den aktuellen Simulationen des amerikanischen und auch europäischen Wettermodells, zeigt sich heute erneut eine hohe Wahrscheinlichkeit für ein westlich orientiertes und damit aktiv-dynamisches Zirkulationsmuster, so dass nicht nur Ende Januar, sondern auch zu Beginn des Februars Windereignisse im Bereich über Deutschland, Österreich und der Schweiz wahrscheinlich macht (s. Wettervorhersage Januar || Wetterprognose Februar).

Darüber hinaus ergeben sich in der erweiterten Wetterentwicklung drei wahrscheinliche Wettervarianten, welche sich einstellen könnten. In der ersten Variante bleibt die westlich orientierte Zirkulationssymptomatik erhalten. Durch die anhaltende Dynamik kommt die zunächst geradlinig verlaufende Gradientenstruktur in Schwingung, so dass sich daraus eine Wellenbildung entlang der Polarfront ergeben kann. Das amerikanische Wettermodell simuliert so eine Variante Ansatzweise, so dass die Möglichkeiten zwischen einer nasskalten Nordwest- bis milden Westwetterlage schwanken - je nachdem, welches Wettersystem aktuell dominierend ist. Kurzzeitige Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer sind dabei nicht auszuschließen, jedoch hat das mit Winter weniger etwas zu tun.

In der zweiten Variante liegt die Konzentration im steuernden Tiefdrucksystems über dem skandinavischen Raum, welches sich über den Zeitraum hinweg langsam nach Osten bewegt und somit auch die arktischen Kaltluftmassen weiter nach Osten transportieren kann. Somit ergibt sich auf dem Atlantik die Möglichkeit eines sich nach Norden aufstellenden Azorenhochs, welches nachfolgend die weiteren Tiefdrucksysteme blockiert oder zumindest auf eine nördlicher Bahn umlenken kann. Nachfolgend fehlt die Unterstützung, bzw. die blockierende Wirkung des Azoren-/Mittelmeerhoch, so dass ein Trogprozess Mitteleuropa eingeleitet werden kann.

Darüber hinaus gibt es auch eine dritte Variante, bei der alles wie gewohnt bleibt und stark an den Wetterverlauf vom vergangenen Dezember 2015 erinnert. Die Tiefdruckproduktion bei Neufundland bleibt intakt, weitet sich Trogförmig bis über die Azoren aus, so dass sich das Mittelmeerhoch quer über Mitteleuropa bis über das östliche Europa legen kann. Teils Sonne, teils Wolken mit etwas Niederschlag bei milden bis warmen Temperaturen wären bei dieser Südwestwetterlage die Folge.

Insgesamt sehen die Möglichkeiten für eine rasche Rückkehr des Winterwetters im ersten Februar-Drittel - rein aus der Modellinterpretation heraus - schlecht aus. So liegen die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6) am 3. Februar bei 5/25/70 und am 9. Februar bei 10/25/65. Vergleicht man diese Werte mit den gestrigen, so ist kaum eine Veränderung festzustellen, was bei beginnenden Westwetterlagen aber zunächst einmal normal ist - die Dynamik erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.

Eine weitere - wichtige - Rolle kann noch das seit Tagen simulierte - kräftige - Minor Warming haben, welches weiterhin Potential zu einem Major Warming aufweist, insbesondere wenn man die Gesamtfläche des Minor Warmings betrachtet (ungefähre Fläche wie Asien). Ein äußerst kräftiges Minor Warming kann die Polarwirbelentwicklung kurzzeitig - jedoch nicht nachhaltig - beeinflussen, während ein Major Warming nachhaltige Auswirkungen auf den Polarwirbel haben kann. Allerdings lässt sich das Anhand des AO-Index Wertes bis aus weiteres nichts erkennen, was auf einen Polarwirbelsplit hindeutet. Zwar hat dieser nach einer sehr positiven Bewertung bis Ende Januar eine normalisierende Tendenz Anfang Februar, jedoch keine negative Richtung. Anders formuliert zeigt der Polarwirbel im ersten Februar-Drittel - zum aktuellen Stand - noch keine sonderlichen Auswirkungen in Richtung einer Instabilität.

Das Langfristmodell "setzt noch einen drauf" und simuliert in seiner heutigen Wetterprognose bis Ende Februar eine Temperaturabweichung, welche im Bereich zwischen +3/+4 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert im deutlich zu warmen Bereich liegen kann. Geht es nach dem Langfristmodell des Deutschen Wetterdienstes, so liegt die Wahrscheinlichkeit für einen zu warmen Winterverlauf bei 55 Prozent, für einen normalen Temperaturverlauf bei 40 Prozent und für einen zu kalten Winter bei 5 Prozent. Rückblickend auf den deutlich zu warmen Dezember und wohl auch zu milden Januar sollte die Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes nicht überraschen. Die nächste Aktualisierung erfolgt gegen 21:00 Uhr an dieser Stelle mit einer kurzen Aktualisierung der Winterprognose.
Aktualisierung:
Die Wettermodelle bleiben ihrer Variante des weitgehend westlich orientierten Zirkulationsmusters auch in den Abendsimulationen treu. Dabei berechnen beide Wettermodelle weiterhin ein hohes Potential für Stark- und Extremwindereignisse, teils in Form von sog. Schnellläufern für den Zeitraum Ende Januar, Anfang Februar. Dabei wechseln sich warme Tiefdruckvorderseiten mit kühleren Rückseitenwetter ab, so dass neben Regen kurzzeitig auch Schnee-, Schneeregen oder Graupelschauer möglich sind. Bei einer von Süd nach Nord ansteigenden Niederschlagstendenz können die Tageswerte verbreitet im Bereich zwischen +5/+10 Grad liegen. Soweit die Simulationen der Wettermodelle für das erste Februar-Drittel. Spannend bleibt weiterhin das kräftige Minor Warming und dessen weitere Entwicklung. Der sog. AO-Index hat Anfang Februar in der Zwischenzeit mehrheitlich eine leicht negative Tendenz angenommen, was in den nächsten Tagen hinsichtlich einer möglichen Instabilität des Polarwirbels genauer beobachtet werden muss.

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