Es wird am kommenden Wochenende deutlich milder, teils kann über dem Westen auch die +10 Grad Marke erreicht werden. Somit taut die vorhandene Schneedecke bei weiterhin positiven Temperaturen bis zum Start in die neue Woche wohl unterhalb etwa 500-700 Meter weiter ab (s. teils Schneeprognose bis Sonntagabend).

Bereits gestern hat sich ein Trend zu einer nachhaltigen Milderung bis Ende Januar gezeigt, welcher heute von beiden Wettermodellen erneut bestätigt wird. Betrachtet man die Großwetterlage, so ist die atlantische Frontalzone mit ihrer Tiefdruckrinne von Neufundland, über Island bis nach Skandinavien aktiv, während sich das Hochdrucksystem von den Azoren bis über das östliche Mittelmeer in südlicher Position erstrecken kann. In Folge daraus stellt sich über Deutschland, Österreich und der Schweiz eine relativ milde Südwest- bis Westwetterlage ein, bei der die Niederschlagsneigung über dem Norden und Nordwesten höher als über dem Süden und Südosten ausfallen kann. Wie mild kann es werden? Die simulierten Tageshöchstwerte liegen zumeist zwischen +3/+6 Grad im nasskalten und teils mit bis +8 Grad über dem Westen im milden Temperaturbereich.

Wie gesichert ist diese Milderung? Sowohl das amerikanische als auch europäische Wettermodell stützen diese Entwicklung mehrheitlich und auch die Kontrollläufe stützen diese Entwicklung. Schaut man auf die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), so liegen diese am 31. Januar bei 15/20/65 (gestern: 20/30/50). Die noch mit einer Wahrscheinlichkeit von 15 Prozent bezifferten zu kalten Varianten entstammen noch aus einer Variante mit Skandinavienhoch und Zuführung kalter Luftmassen aus östlichen Richtungen. Die nächste Aktualisierung erfolgt gegen 17:00 Uhr in einem neuen Wettertrend Februar und gegen 21:00 Uhr an dieser Stelle mit einem kurzem Update zum Wetter Winter.
Aktualisierung:
Das amerikanische Wettermodell simuliert heute Abend eine sehr lebhafte - aktiv-dynamische - Westwetterlage im Zeitraum 26. Januar / 2. Februar, bei der Starkwindereignisse nicht auszuschließen sind. Die Temperaturen schwanken dabei zwischen der milden Vorderseite und kühlen/nasskalten Rückseite, so dass durchaus der eine oder andere Graupel- oder Schneeschauer möglich ist - vielfach bleibt es jedoch für die Jahreszeit zu mild und mit winterlichen Verhältnissen hat das wenig zu tun. Das europäische Wettermodell simuliert einen ganz ähnlichen Ansatz, bei dem auch Schnellläufer-Optionen mit Extremwindereignissen im Zeitraum 26./31. Januar nicht unmöglich sind. Wir wurden gefragt, ob diese Schwankungen der letzten Tage etwas mit dem teils kräftigen Minor-Warming etwas zu tun haben. Nein, denn eine Veränderung der Stratosphärensituation setzt sich immer etwas zeitversetzt in die unteren Luftschichten durch. So wird auch heute Abend ein äußerst kräftiges Minor Warming mit Ansatz zum Major Warming Ende Januar / Anfang Februar simuliert, das hätte jedoch erst in den darauf folgenden Tagen Auswirkungen. Woran liegt es dann? Ganz einfach - über dem östlichen Kanada/Grönland sammeln sich kalte Luftmassen an und strömen in Richtung Neufundland. Die atlantische Frontalzone setzt alles daran, das normale West-Ost Zirkulationsmuster wieder herzustellen - und das funktioniert eben nur so (Normalisierung des Polarwirbels - neutraler/positiver AO-Index bei positiven NAO-Index). Das Hochdrucksystem kann da wenig entgegensetzen und auch nur der zwanghafteste Versuch Kontakt mit dem Kontinentalhoch aufzubauen wird schon im Ansatz unterbunden. Ein turbulenter Wetterausklang für den Januar steht für Deutschland, Österreich und der Schweiz wohl bevor. Ob im ersten Februar-Drittel ein mögliches Major Warming für eine Umkehr sorgen kann, wird sich erst in den kommenden Tagen herausstellen.

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