Der Winter hält am Wochenende mit zurückgehenden Temperaturen und Schneefall verbreitet Einzug. Ob es über dem äußersten Westen und Nordwesten auch für Schneefall reichen wird, bleibt noch abzuwarten. Warum? Zwar sinken die Temperaturen zum Sonntag verbreitet in den Dauerfrostbereich ab - mit den sinkenden Temperaturen lässt aber auch die Niederschlagsneigung nach. Zum Start in die neue Woche bleibt es nach beiden Wettermodellen bei Dauerfrost mit teils strengem Nachtfrost - vor allem über den Gebieten wo es aufklaren kann und eine Schneedecke vorhanden ist können die Temperaturen schnell in den zweistelligen Bereich absinken.

In den letzten Tagen simulierten die Wettermodelle eine zunehmende Wahrscheinlichkeit für eine langsame Milderung im Zeitraum zwischen dem 20./25. Januar. Das hat sich in den heutigen Simulationen etwas verändert, so dass eine nachhaltige Milderung erneut in Frage gestellt werden kann.

Geht es nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells, so verändert sich gegenüber den Vortagen kaum etwas. Das Hoch verlagert sich über die Mittelmeerregion/Frankreich und England und füllt sich von oben herab mit warmer Luft auf. So können die Temperaturen in Bodennähe nur langsam, in höheren Lagen aber rasch ansteigen. Welche Temperaturen wären zu erwarten? Simuliert werden demnach bspw. zum 25. Januar Tageshöchstwerte, welche zwischen +5/+10 Grad liegen können.

Etwas verändert hat sich die Simulation des europäischen Wettermodells, welches eine Hochdruckverbindung zwischen dem Azoren/Mittelmeerhoch und dem Kontinentalhoch aufbaut. In Folge daraus verbleibt Deutschland, Österreich und die Schweiz bis zum 23. Januar auf den östlichen bis nördlichen Strömungsgradienten, was die Zufuhr der milden Luftmassen verhindert/verzögert. Anders formuliert bleibt es nach der Simulation des europäischen Wettermodells bis zum 23. Januar nach der heutigen Simulation winterlich, wenngleich in dieser Konstellation kaum Niederschlag zu erwarten ist.

Entscheidend wird also sein, wie sich das Hochdrucksystem - welches sich am kommenden Wochenende entwickelt - positionieren wird. Welche Variante ist denn wahrscheinlicher? Die Kontrollläufe weisen gegenüber gestern einen Rückgang der Mitteltemperatur im Zeitraum 20./25. Januar aus. Das alleine ist aber noch kein Indiz für eine anhaltend winterliche Witterung, es gilt aber als Indiz dafür, dass die nun einströmenden Kaltluftmassen nicht unterschätzt werden sollen und für die eine oder andere Überraschung noch gut sein könnten. So liegt das Temperaturspektrum am 20. Januar zwischen -9/+5 Grad (Mittelwert: -1 Grad über dem Westen, sonst zwischen -2/-4 Grad) und am 25. Januar zwischen -15/+10 Grad (!!!) (Mittelwert: 0 Grad über dem Süden und Osten und +3/+4 Grad über dem Norden und Westen). Der Winter könnte also durchaus länger bleiben. Deutlicher zeigt sich die Entwicklungstendenz anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), welche am 21. Januar bei 80/15/5 (gestern: 50/40/10) und am 26. Januar bei 50/25/25 (gestern: 30/15/55) liegen.

Betrachtet man die Entwicklung des Polarwirbels, so bleibt die Simulation des amerikanischen Wettermodells weiterhin interessant, da sich im Zeitraum 20./25. Januar ein kräftigeres Minor-Warming in Stratosphärenhöhe, welches weiterhin das Entwicklungspotential zu einem Major-Warming aufweist. Sollte es tatsächlich zu einem Major Warming in den letzten Januar-Tagen kommen, so wäre das zeitverzögert für die Wetterentwicklung Anfang Februar sicherlich von höherer Bedeutung. Der sog. AO-Index hat eine in den kommenden von negativ zu neutral eine positive Entwicklung, was auf eine langsame Stabilisierung des Polarwirbels hindeutet. Auch der sog. NAO-Index hat eine neutrale bis leicht positive Tendenz. Insgesamt Indizien, die einen nachhaltigen Winter bis zum Ende des letzten Januar-Drittels nicht unterstützen. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 21:00 Uhr in einer kurzen Aktualisierung der Wetterprognose Winter.
Aktualisierung:
Das amerikanische Wettermodell hat sich im Tagesverlauf mehr und mehr der Variante des europäischen Wettermodells angepasst. Insofern zeigt sich nach der winterlichen Wetterphase im Zeitraum 13./20. Januar womöglich eine Verlängerung der winterlichen Temperaturwerte. Sowohl das amerikanische als auch europäische Wettermodell simulieren das Hochdrucksystem in einer Position, welche über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einer gradientenschwachen Inversionswetterlage führen kann. Demnach ist über dem Süden und Osten bis zum 25. Januar vielfach mit Dauerfrost zu rechnen, während es über dem Norden und Westen langsam aber stetig etwas milder werden kann. Wie mild? Simuliert werden bspw. am 25. Januar Temperaturwerte, welche zwischen +1/+4 Grad liegen können, während über Schnee -2/+1 Grad in Aussicht gestellt werden. Insbesondere in den Nächten kann es mit -10/-3 Grad empfindlich kalt werden, wobei über Schnee -15/-8 Grad möglich sind. Entscheidend - ob länger andauerndes Winterwetter oder Milderung - bleibt somit auch in den Abendsimulationen die Hochdruckposition, welche für Fans der festen Niederschlagsform einen entscheidenden Nachteil haben könnte: wo bis zum Sonntag kein Schnee gefallen ist, wird bei hohem Luftdruck bis zum 25. Januar auch keiner nachfolgen. Die höchste Schneewahrscheinlichkeit haben bis zum Sonntag generell Höhenlagen ab 500 Meter, der Osten und Süden, aber auch über dem Norden sollte eine Ausbildung einer dünnen Schneedecke möglich sein. Fraglich bleibt es noch über den westlichen und nordwestlichen Regionen. Zum Vergleich die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), welche am 21. Januar bei 90/10/0 (heute Mittag: 80/15/5) und am 26. Januar bei 50/30/20 (heute Mittag: 50/25/25) liegen. Das kräftige Minor Warming mit Potential zum Major Warming wird auch heute Abend vom amerikanischen Wettermodell erneut simuliert.

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