So langsam kehrt im Wochenverlauf der Winter zurück - bereits heute schon in den höheren Lagen, bis Mittwoch/Donnerstag in den mittleren Lagen und zum Wochenende auch in den tieferen Lagen. Mit verbreitetem Dauerfrost ist - zum heutigen Stand - am kommenden Samstag zu rechnen, wobei die Niederschlagsneigung insgesamt nachlassen kann (s. aktuelle Wettervorhersage).

Die Wettermodelle sind für den Zeitraum zwischen dem 13./19. Januar zwischenzeitlich mit ihren Berechnungen einheitlicher geworden. So zeigt sich eine Großwetterlage, welche mit einem abziehenden Tiefdruckkomplex in Richtung Skandinavien und einem sich aufbauenden Hochdruckrücken auf dem Atlantik den Zustrom kühler Luftmassen zwischen dem 13./19. Januar ermöglicht. Die Simulationen des europäischen Wettermodells bleiben mit Höhentemperaturen von bis -16 Grad kälter als mit -12 Grad nach der Berechnung des amerikanischen Wettermodells. Was folgt daraus? Die Tagestemperaturen können mit -12/-4 Grad eisig ausfallen und in den Nächten wäre bei Aufklaren und über Schnee Temperaturen von bis -14/-20 Grad nicht auszuschließen.

Das eine winterliche Episode nun im zweiten Januar-Drittel mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit kommt, bestätigen auch die Kontrollläufe. So liegt das Temperaturspektrum bspw. am 19. Januar zwischen -13/+4 Grad bei einem Mittelwert von -2/-3 Grad über dem Westen und Norden und -5 Grad über dem Osten und Süden. Für die Nächte wird ein Spektrum zwischen -20/+3 Grad in Aussicht gestellt, wobei der Mittelwert zwischen -4/-8 Grad schwankt.

Spannend bleibt der Zeitraum darüber hinaus. Beide Wettermodelle simulieren eine erhöhte Wetteraktivität auf dem Atlantik, welches zu drei wesentlichen Wetterentwicklungen im Zeitraum 20./26. Januar führen könnte. In der ersten Variante sorgt die auflebende Wetteraktivität im Bereich zwischen Neufundland und Island für eine Achsverschiebung des Hochdrucksystems von Südwest nach Nordost. Sollte sich kein Mittelmeertief bis dahin entwickeln können, weicht dieses Hochdrucksystem über das Mittelmeer aus und nachfolgend dreht das Zirkulationsmuster auf Südwest bis West. In Folge daraus wäre der Wettercharakter als mild, teils windig und unbeständig zu bezeichnen.

In der zweiten Variante gelingt es dem Hochdrucksystem sich in Richtung England und Skandinavien zu positionieren, so dass Deutschland, Österreich und die Schweiz im Einflussbereich der von Nordost nach Südwest gerichteten Gradienten verbleibt. Gleichzeitig kann sich über dem östlichen Europa / Mittelmeerregion ein Tiefdrucksystem ausbilden, was die Zufuhr kälterer Luftmassen aufrecht erhalten kann. Ein nachhaltiges Winterwetter wäre in solch einem Fall mit einer höheren Niederschlagserwartung über dem Süden und Südosten zu erwarten.

In der dritten Variante positioniert sich das Hoch in der Nähe, bzw. auch über Deutschland und "füllt" sich von oben herab langsam mit wärmeren Luftmassen. In Folge solch einer Wetterentwicklung wäre mit einer Inversionswetterlage zu rechnen, wo es oben warm und unten - bei teils länger andauerndem Nebel - kalt bleiben kann.

Welche der Varianten ist wahrscheinlicher? Geht es nach den Kontrollläufen, so zeigt sich zwischenzeitlich keine mehrheitliche Unterstützung mehr für eine rasche Milderung im Zeitraum nach dem 20. Januar, jedoch eine langsame Milderung. So liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums am 21. Januar zwischen -2/+1 Grad und am 25. Januar zwischen 0 Grad über dem Süden und Osten und +2 Grad über dem Norden und Westen. Deutlicher zeigt sich das anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), welche am 21. Januar bei 75/15/10 und am 26. Januar bei 35/50/15 liegen. Eine für mittlere und höhere Lagen längere winterliche Wetterepisode ist zum aktuellen Stand nicht unwahrscheinlich. Die nächste Aktualisierung erfolgt an dieser Stelle heute Abend gegen 21:00 Uhr.
Aktualisierung:
Das europäische Wettermodell simuliert im Zeitraum 13./19. Januar weiterhin die winterlichste Variante, bei der die Tagestemperaturen bspw. am 18. Januar zwischen -4/-12 Grad liegen könnten und in der Nacht bei Aufklaren und über Schnee bis -20/-15 Grad möglich wären. Anders die Simulation des amerikanischen Wettermodells, welches zwar auch die Zufuhr kalter Luftmassen bis zum 18. Januar simuliert, allerdings sind diese mit Tageshöchstwerten zwischen -5/-1 Grad mit leichten Plusgraden über dem Westen nicht gar so kalt. Der Grund für die unterschiedlichen Berechnungen liegt in der Hochdruckposition, welches nach dem europäischen Wettermodell in deutlich steilerer Position vor Mitteleuropa berechnet wird, als wie nach dem amerikanischen Wettermodell. Im Zeitraum nach dem 18. Januar bis zum 25. Januar macht das amerikanische Wettermodell "kurzen Prozess" mit der kalten Luft. Das Hochdrucksystem kippt über Mitteleuropa und füllt sich von der Höhe her mit sehr warmen Luftmassen auf. So wären bspw. am 22./24. Januar Tageswerte zwischen +7/+11 Grad zu erwarten. Anders die Variante des europäischen Wettermodells, welches das Hochdrucksystem zwar auch nach Osten "wegkippen" lässt, allerdings verbleibt Deutschland in der östlichen Strömungskomponente des Hochdrucksystems, so dass bodennah relativ kühle Luftmassen herangeführt werden können. Aber auch das soll nicht darüber hinweg täuschen, als dass diese Variante am 21./22. Januar eine Milderungstendenz aufzeigt. So bestätigt sich allmählich der Trend der langsamen Milderung, wenngleich das amerikanische Wettermodell erneut recht "forsch" an die Sache herangeht. Die Kontrollläufe stützen die langsame Milderung. So ist im Zeitraum 13./20. Januar weitgehend mit winterlichen Temperaturen und vielerorts mit winterlichen Wetterverhältnissen zu rechnen. Im weiteren Verlauf steigt der Mittelwert des Temperaturspektrum vom 20. Januar mit -1/+1 Grad über dem Norden und Westen und -3/-5 Grad über dem Süden und Osten bis zum 26. Januar auf +1/+3 Grad über dem Süden, Osten und Norden und +4 Grad über dem Westen. Ist damit die winterliche Episode in ihrem zeitlichen Verlauf schon abzusehen? Nein, denn auch die Kontrollläufe weisen ein noch zu großes Spektrum an Entwicklungsmöglichkeiten auf, welche vor allem den Süden und Osten betreffen können (maßgeblich wird hierfür die Hochdruckposition verantwortlich sein). So liegen die möglichen Tageshöchstwerte bspw. am 25. Januar zwischen -14/+12 Grad. Zum Vergleich noch die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), welche am 21. Januar bei 50/40/10 (heute Mittag: 75/15/10) und am 26. Januar bei 30/15/55 (heute Mittag: 35/50/15) liegen. Bereits seit ein paar Tagen simuliert das amerikanische Wettermodell im Zeitraum zwischen dem 22./26. Januar in Stratosphärenhöhe über dem Polarwirbel ein kräftiges Minor-Warming, welches die Tendenz zum Major-Warming aufweist (Temperatursprung von -64 auf +2 Grad binnen 72 Stunden). Was könnte das für Folgen haben? Eine neue und für Winterfans spannende Wetterentwicklung im Zeitraum Ende Januar/Anfang Februar.

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