Der Wetterablauf der kommenden Tage ist weitgehend gesichert: es wird bis zur Wochenmitte kühler, so dass bei nasskalten Werten die Niederschläge langsam bis auf mittlere Lagen hinab (300-600 Meter) in Schnee übergehen können - über den östlichen Landesteilen könnte bereits zum Mittwoch schon Dauerfrost herrschen, so dass dort Schneefall bis in tiefere Lagen in Aussicht gestellt werden kann. Ein Unsicherheitsfaktor gibt es in den Simulationen noch, welches vom amerikanischen Wettermodell konstant berechnet, jedoch vom europäischen Wettermodell kaum berücksichtigt wird - ein kleinräumiges Tiefdrucksystem (Schnellläufer), welches Deutschland am Montag entlang der Mittelgebirge von West nach Ost überqueren und dabei für stürmische - teils auch orkanartige - Winde sorgen kann (s. Details in der aktuellen Wettervorhersage Januar.

Spannend bleibt auch die Wetterentwicklung darüber hinaus. Das Hochdrucksystem auf dem Atlantik stellt sich zwischen Grönland und den Azoren auf und blockiert im Zeitraum 13./16. Januar die atlantische Frontalzone frühzeitig, so dass im Verbund mit einem Tiefdruckwirbel über Skandinavien kühle/kalte Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden können. Ob es für Dauerfrost und Schneefall bis in tiefere Lagen reichen wird, bleibt zu heutigen Stand noch abzuwarten, da beide Wettermodelle unterschiedliche Ansätze verfolgen.

Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so kann sich über der Mittelmeerregion kein Tiefdrucksystem ausbilden. Somit fehlt dem blockierenden Hochdrucksystem auf dem Atlantik die "Unterstützung" und spaltet sich in zwei Hochdrucksysteme auf. Das Eine liegt über Grönland und das Zweite nimmt den freien Platz über der Mittelmeerregion ein. Solch eine Chance lässt sich im Zeitraum 16./23. Januar die atlantische Frontalzone nicht nehmen und entsendet ein Tiefdrucksystem nach dem anderen in Richtung Mitteleuropa, so dass im Verbund mit dem Hochdrucksystem über der Mittelmeerregion sich über Deutschland, Österreich und der Schweiz eine milde Südwestwetterlage einstellen könnte. In Folge daraus wäre nur mit einer sehr kurzen winterlichen Wetterepisode im Zeitraum 13./16. Januar zu rechnen, welche Anschließend in ein altbekanntes Strömungsmuster übergeht.

Etwas anders ist die Simulation des europäischen Wettermodells. Zwar kann sich auch nach diesen Berechnungen kein Mittelmeertief ausbilden, jedoch können sich die atlantischen Tiefdrucksysteme nicht in dem Maße organisieren und entwickeln, als dass daraus eine Südwestwetterlage entstehen kann. Vielmehr verbleibt Deutschland im Zeitraum 13./16. Januar im nasskalten und ab den mittleren Lagen durchaus auch winterlichen Bereich, bevor zum 16./17. ein Tiefdrucksystem mit höhenwarmen Luftmassen Deutschland überqueren und nachfolgend wieder kältere Luftmassen zuführen kann.

Alles in Allem sind das nasskalte Wetteraussichten für tiefere Lagen mit winterlichen Optionen für die mittleren und höheren Lagen. Das da aber noch viel Spielraum gegeben ist, zeigen die Kontrollläufe. Als relativ gesichert gilt nach den Kontrollläufen die nasskalte/kalte Witterung im Zeitraum 13./16. Januar mit einem Mittelwert der Höhentemperaturen von -5/-7 Grad, was für Schneefall bis in tiefere Lagen reichen sollte (ob der liegen bleibt ist eine andere Frage). Im Zeitraum 16./23. Januar geht das Spektrum weit auseinander. So liegt am 20. Januar die Differenz der Höhentemperaturen (ca. 1.500 Meter) bei 25 Grad und bewegt sich im Bereich zwischen -15/+10 Grad (zum Vergleich: für eine halbwegs gesicherte Wettervorhersage ist eine Differenz von 2/4 Grad notwendig). Der Mittelwert steigt bis zum 20. Januar an und erreicht -2/-4 Grad, so dass die Schneefallgrenze zwischen 600-900 Meter schwanken kann. Der Temperaturtrend zeigt nach den Kontrollläufen gegenüber dem langjährigen Mittelwert in eine langsam normalisierende Richtung, da im Vorfeld die Werte im zu kalten Bereich liegen können. Wie breit die Entwicklungsmöglichkeiten aber tatsächlich sind, zeigen die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), welche am 15. Januar bei 35/60/5 und am 23. Januar bei 55/15/30 liegen. Anders formuliert zeigen diese Verhältnisse zwei wesentliche Entwicklungsvarianten - mild Süd-/Südwest oder kalt Nord/Nordost - für Jahreszeit-typische Varianten ist im Zeitraum nach dem 15. Januar wenig Spielraum vorhanden.

Der Polarwirbel selbst wird von den Wettermodellen unterschiedlich in seiner Detailentwicklung berechnet - das grobe Setup ist jedoch das Gleiche. So können sich über Grönland, Sibirien und Alaska Hochdrucksysteme positionieren und dabei zueinander über den Nordpol hinweg Hochdruckverbindungen aufbauen. In Folge daraus wird der Polarwirbel in drei aktive Wirbel geteilt. Der eine Wirbel befindet sich über Skandinavien/Barentssee/Karasee, der Zweite zwischen dem ostsibirischen Raum, Beringmeer und Alaska und der Dritte über dem nördlichen Kanada bis nach Neufundland reichend. Sowohl der NAO- als auch AO-Index bleiben bis auf weiteres im negativen Bereich. Die nächste Aktualisierung erfolgt an dieser Stelle heute Abend gegen 21:00 Uhr.
Aktualisierung:
Kaum Veränderungen in den Simulationen der Wettermodelle und es bleibt eine "knappe Kiste", ob es dem Winter gelingen mag, sich im Zeitraum 13./20. Januar über Deutschland, Österreich und der Schweiz festzusetzen und nachhaltiger zu wirken. Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so sind nasskalte Aussichten für tiefere Lagen und winterliche ab mittlere Lagen (ab 300 Meter) im Zeitraum 13./17. Januar wahrscheinlich. Anschließend folgt mit einer südwestlichen Strömung eine Milderung, was den Winter auf höhere gelegene Regionen verlagern kann. Geht es nach dem europäischen Wettermodell, so kann sich das Hochdrucksystem nicht über Mitteleuropa/Mittelmeerregion positionieren, so dass Deutschland, Österreich und auch die Schweiz auf dem östlichen Gradienten des Hochdrucksystems und somit auf der "kalten" Seite des Hochdrucksystems verbleiben kann. Demnach sind winterliche Optionen bis auf tiefere Lagen im Zeitraum 15./18. Januar vorhanden. Im weiteren Verlauf positioniert sich das Hoch über dem skandinavischen Raum, was mit einer von Nordost nach Südwest verlaufenden Hochdruckachse weiterhin kühle bis kalte Luftmassen nach Deutschland führen kann. Es bleibt also bei den größeren Differenzen der Wettermodelle. Was aber ist wahrscheinlicher? Die Kontrollläufe bestätigen die Milderung ab dem 18. Januar mehrheitlich, allerdings auf ein jahreszeit-typisches Niveau, was in tieferen Lagen zumeist nasskaltes und ab den mittleren Lagen die Chancen auf winterliche Varianten offen hält. Zum Vergleich gegenüber heute Mittag die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), welche am 15. Januar bei 30/70/0 (heute Mittag: 35/60/5) und am 23. Januar bei 35/40/25 (heute Mittag: 55/15/30) liegen.

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