Ungemütliches Wetter ist n den kommenden Tagen zu erwarten. Dabei setzen sich zunehmend kalte Luftmassen über dem Norden und Nordosten fest, während sich sonst die Werte zwischen nasskalt und über dem Westen bis mild bewegen können. Dazu gibt es immer wieder Niederschläge, welche etwa östlich der Linie Bremen - Berchtesgadener Land zumeist als Schnee oder Schneeregen, sonst als Regen niedergehen können. Blickt man auf die simulierte Niederschlagsverteilung, so erkennt man den Schwerpunkt der Niederschläge bis einschließlich Donnerstag mit 10-20 l/m² etwa westlich der Linie Bremen - Berchtesgadener Land, während östlich davon mit 3-8 l/m² weniger an Niederschlag berechnet wird. Das macht zum einen den Verlauf der Luftmassengrenze deutlicher und zum anderen den "Kampf" zwischen atlantischer Frontalzone und kontinentaler Kaltluft um die Vorherrschaft über das Wetter in Deutschland.

Geht es nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells, so "gewinnt" die atlantische Frontalzone und dominiert im Zeitraum zwischen dem 9./18. Januar das Wettergeschehen über Deutschland mit einem überwiegend westlich orientierten Zirkulationsmuster. Ein Tiefdrucksystem nach dem anderen überquert mit seinen Niederschlägen Deutschland, die Schweiz und Österreich von West nach Ost. Zeitweilig ist auch die Entwicklung von Starkwindereignissen nicht auszuschließen - simuliert wird heute zum 12. Januar ein kräftigeres Tiefdrucksystem, welches über exponierten Lagen und entlang der Küste für stürmische Böen verantwortlich sein könnte. Die Temperaturen schwanken - wie so oft bei solchen Wetterlagen - zwischen der milden Vorderseite, gemäßigten Übergang und kühlen Rückseite. Allessamt aber wenig winterlich und die Schneefallgrenze schwankt zwischen 500-1.700 Meter.

Geht es nach den Berechnungen des europäischen Wettermodells, so sind diese zunächst etwas und im weiteren Verlauf komplett anders wie die des amerikanischen Wettermodells. Das Strömungsmuster ist im Zeitraum 8./12. Januar südwestlich orientiert, was die Tageswerte bei einer gemäßigten Niederschlagsneigung mit +4/+9 Grad vielfach in den milden Bereich ansteigen lässt. Allerdings zeigt sich zum 10./12. Januar der Aufbau von hohem Luftdruck auf dem Atlantik, welcher zum 13. Januar mit einem Hochdruckkeil Azoren - Grönland seinen vorläufigen Höhepunkt findet. Gleichzeitig kann sich über dem skandinavischen Raum ein Tiefdruckkomplex positionieren und im Verbund mit dem Hochdruckkeil kühlere Luftmassen aus nördlichen Richtungen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz transportieren. Winterliche Wetterverhältnisse wären demnach im zweiten Januar-Drittel nicht auszuschließen.

Und was ist wahrscheinlicher? Die Kontrollläufe bestätigen heute erneut ein breites Spektrum an Entwicklungsmöglichkeiten beim Wetter für das zweite Januar-Drittel. So liegt die Differenz der Höhentemperaturen (knapp 1.500 Meter) bspw. am 14. Januar bei rund 20 Grad (-10/+10 Grad) - für eine halbwegs seriöse Wettervorhersage oder Wetterprognose wäre eine Differenz der Höhentemperaturen von 2/4 Grad wünschenswert. Und der Trend? Der Temperaturtrend selbst verhält sich im Verlauf zwischen dem 9./13. Januar positiv und hat darüber hinaus eine leicht positive Tendenz gegenüber dem Jahreszeit typischen Temperaturwert. So liegt das Temperaturspektrum am 10. Januar zwischen -3/+10 Grad (Mittelwert: +6 Grad über dem Süden und Westen und +4/+5 Grad über dem Osten und Norden) und am 15. Januar zwischen -2/+12 Grad (Mittelwert: +5 Grad über dem Westen und Süden und +3/+4 Grad über dem Norden und Osten). Das Verhältnis der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6) liegt am 12. Januar bei 10/30/60 und am 18. Januar bei 30/20/50.

In der möglichen Entwicklung des Polarwirbels zeigt sich in den Berechnungen des europäischen Wettermodells heute erneut der Versuch einer Hochdruckverbindung eines Hochdrucksystems von Alaska/Polregion/Grönland bis zum Azorenhoch, was die Wetteraktivität auf dem Atlantik zumindest zeitweilig unterbinden und somit dem Winter über Mitteleuropa eine Chance geben kann. Diese Variante wird im Ansatz auch vom amerikanischen Wettermodell simuliert, jedoch fehlt hierbei das sich nach Norden aufwölbende Azorenhoch in Richtung Grönland. Der sog. AO-Index ist und bleibt bis auf weiteres negativ, während der NAO-Index ein neutrales Verhalten annimmt. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 21:00 Uhr an dieser Stelle und einem kurzen Update dieser Wetterprognose zum Winter.
Aktualisierung:
Die Wettermodelle simulierten Tagsüber spannende Varianten für das zweite Januar-Drittel, wo für jeden etwas dabei sein dürfte, egal ob "Frühlings- oder Winterfan" beide Varianten waren vertreten. Das zeigt aber auch, wie breit das Entwicklungsspektrum gestreut bleibt. Heute Abend simuliert das amerikanische Wettermodell eine mildere Variante, welche im Zeitraum 8./18. Januar überwiegend westlich bis südwestlich orientiert ist, während es heute Nachmittag noch eine winterliche Variante war. Geht es nach dem europäischen Wettermodell, so ist die Simulation am Abend ab dem 12./13. Januar eine winterliche. Es deutet sich wohl eine erneute Umstellung der Großwetterlage an, insofern wird es wohl in den kommenden Stunden und Tagen in den Simulationen noch des Öfteren hin und her gehen. Interessant ist dennoch der winterliche Ansatz des europäischen Wettermodells, da dies eine durchaus denkbare Variante wäre. Der Ausgangspunkt der Betrachtung liegt am Polarwirbel, dessen Zustand nach dieser Simulation als äußerst instabil bezeichnet werden kann. Dabei strömt hoher Luftdruck von Alaska in Richtung Polregion und kann einen Kerndruck zwischen 1055/1060 hPa aufbauen. Hochdrucksysteme drehen sich im Uhrzeigersinn und das kann der entscheidende Faktor in Richtung Winterwetter sein, da der Kaltluftzustrom in Richtung östl. Kanada/Grönland unterbrochen werden kann. Stattdessen verschiebt sich die Aktivität des Wirbels über Skandinavien, Barentssee, Karasee und Sibirien. Betrachtet man die Erde vom Nordpol aus, ergibt sich mit dem Hoch und den Tiefs eine Strömung, welche die Kaltluft langsam aber stetig in Richtung Mitteleuropa transportiert (Ost-West Umkehr). Gleichzeitig gelingt es auch den Azorenhoch, sich gen Norden in Richtung Grönland aufzuwölben und somit die atlantische Frontalzone frühzeitig zu blockieren. Das wäre in der Tat ein beeindruckende Konstellation für einen nachhaltigen Wintereinbruch. Wie wahrscheinlich wäre solch ein Szenario? So ganz abwegig ist es nicht, da bereits mehrmals solch ein Hochdruckvorstoß simuliert wurde. Die Kontrollläufe stützen heute Abend mehrheitlich eine leicht negative Höhentemperaturtendenz ab dem 12./13. Januar. Deutlicher zeigt sich das im Vergleich Verhältnissen der Kontrollläufe gegenüber heute Mittag von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), welche am 12. Januar bei 10/15/75 (heute Mittag: 10/30/60) und am 18. Januar bei 40/50/10 (heute Mittag: 30/20/50) liegen. Anders formuliert sollten Winterfans die Flinte nicht zu früh "ins Korn werfen". Die kommenden Tage werden - zumindest aus meteorologischer Sicht - spannend.

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