Voraussichtlich bis zum 6. Januar bleibt die Luftmassengrenze über Deutschland erhalten, welche frostige Tagestemperaturen von -8/-0 Grad über dem Norden und Osten von nasskalten bis milden Temperaturen über dem Süden und Westen trennt. Über dem Süden und Westen ist eine höhere Niederschlagsneigung als über dem Norden und Osten zu erwarten und entlang der Temperaturgrenze gehen die Niederschläge in Schnee über. Die Luftmassengrenze kann im Zeitraum 2./6. Januar etwa entlang einer Linie Bremen - Bayerischer Wald verlaufen.

Jedoch zeigt sich mit der erhöhten Niederschlagsneigung über dem Westen und Süden, dass die atlantische Frontalzone die kalte Luft nicht so ohne weiteres gewähren lässt und möchte schnell wieder die Vorherrschaft über das Wetter über Mitteleuropa mit der gewohnten Zirkulationsstruktur erreichen. Nur sind die Bedingungen dann andere, so dass ein länger andauernder Rückfall auf die sehr warmen Temperaturen im Dezember nur schwer möglich sein wird. Allerdings ist auch nicht mit hoch winterlichen Verhältnissen zu rechnen.

Das amerikanische Wettermodell simuliert im Zeitraum 6./10. Januar eine allmähliche Auflösung der Luftmassengrenze, bei der ein Tiefdruckwirbel über den skandinavischen Raum ziehen und die Grundströmung kurzzeitig auf West bis Südwest drehen lassen kann, so dass die Temperaturen vom frostigen/nasskalten in den nasskalten/milden Bereich übergehen können. Der Wettercharakter selbst ist dabei als unbeständig zu bezeichnen. Im Zeitraum 10./15. Januar simuliert das amerikanische Wettermodell seit Tagen bereits die gleiche Entwicklung. Das Azorenhoch kann sich auf der Rückseite des Skandinavientiefs nach Norden in Richtung Grönland aufwölben, was im Verbund beider Systeme die Grundströmung über Mitteleuropa auf Nord bis Nordwest drehen lassen kann. So sinken die Tageswerte allmählich auf den Gefrierpunkt ab und die Schneefallgrenze kann zwischen 200-500 Meter schwanken und teils auch darunter liegen. Der Winter wagt nach dieser Simulation einen weiteren Vorstoß in Richtung Deutschland, Schweiz und Österreich.

Das europäische Wettermodell macht es mit einer südlicheren Zugbahn eines Tiefdrucksystems zum 7./8. Januar etwas komplexer, ändert aber auch nichts daran, dass die Luftmassengrenze allmählich abgebaut und nasskalte bis milde Temperaturen im Zeitraum 7./10. Januar vorherrschend sein können.

Die Kontrollläufe stützen die Luftmassengrenze mehrheitlich bis zum 7./8. Januar mit frostigen Temperaturen über dem Norden und Osten und nasskalten bis milden Temperaturen über dem Westen und Süden. Nachfolgend zeigt sich im Zeitraum 7./10. Januar eine kurze Milderung und mit Beginn des zweiten Januar-Drittels zeigt der Temperaturmittelwert in Richtung Jahreszeit-typische Temperaturen. So liegt das Temperaturspektrum am 10. Januar zwischen -4/+11 Grad (Mittelwert: +6/+7 Grad über dem Westen und Süden und +3/+4 Grad über dem Osten und Norden) und am 14. Januar zwischen -4/+10 Grad (Mittelwert: +3/+4 Grad).

Reagiert das Langfristmodell auf die normalen bis zu kalten Temperaturwerte über dem Norden und Osten? Nein, bzw. noch nicht. So wird die Temperaturabweichung im Januar 2016 gegenüber dem langjährigen Mittelwert zwischen +3/+4 Grad und im Februar zwischen +2/+3 Grad im zu warmen Bereich simuliert. In der Niederschlagsentwicklung zeigt sich im Januar über dem Westen, Süden und Norden eine deutlich positive und über dem Osten eine positive Abweichung (zu nass) und im Februar 2016 eine leicht positive Abweichung.

Betrachtet man den AO-Index, so neigt dieser sich in den ersten Januar-Tagen in den negativen Bereich und verbleibt dort bis auf weiteres. Das zeigt, dass der Polarwirbel selbst instabiler wird. Die Simulationen bestätigen diesen Trend mit einer Dipolausbildung des Polarwirbels zum 4./5. Januar mit dem Ansatz zum Polarwirbelsplit zum 7./9. Januar, welcher jedoch nicht vollzogen werden kann. Stattdessen könnte im Zeitraum 9./14. Januar auch ein dreier Druckfeld (Kanada, östl. Sibirien, nördliches Skandinavien) entstehen. Der NAO-Index, welcher für das Wetter über Mitteleuropa ein entscheidendes Indiz für Winterwetter ist, verbleibt bis zum 10. Januar im positiven und kann sich nach der heutigen Simulation darüber hinaus in den neutralen bis leicht negativen Bereich bewegen. Betrachtet man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), so liegen diese am 10. Januar bei 10/15/75 und am 14. Januar bei 25/45/30. Sollte sich im Tagesverlauf noch eine gravierende Veränderung ergeben können, erfolgt an dieser Stelle gegen 21:00 Uhr eine kure Aktualisierung.

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