Für die ersten Januar-Tage zeichnet sich quer über Deutschland eine Luftmassengrenze ab, welche kalte Temperaturen über dem Nordosten von milden Werten über dem Südwesten trennt. So könnten am 3. Januar die Temperaturen über dem Nordosten zwischen -6/-2 Grad und über dem Südwesten +0/+5 Grad liegen. Der sog. Taupunkt liegt über dem Nordosten bei rund -15 Grad, so dass mit einem "ruppigen" Wind die "gefühlten" Temperaturen bei -11 Grad liegen könnten. Schneefall ist in diesem Zeitraum in den kalten Regionen nicht zu erwarten, lediglich die am 1. Januar zu erwartenden Niederschläge könnten über dem Osten bis in tiefere Lagen in Schnee übergehen.

Betrachtet man die Großwetterlage, so stimmen die Wettermodelle weitgehend überein, auch wenn es im Detail noch Unterschiede gibt. Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so kommt die Kaltluft nur sehr zögerlich nach Südwesten voran und "streift" Deutschland lediglich über dem Nordosten. Geht es nach dem europäischen Wettermodell, so kommen die kalten Luftmassen bis zum den Mittelgebirgen voran. In Folge bleibt es aber nach beiden Wettermodellen bis zum 3./4. Januar über dem Süden und Westen weitgehend bei nasskalten bis milden Temperaturen.

Darüber hinaus erfolgt nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells bei Neufundland ein neuerlicher Kaltluftvorstoß, welcher die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik weiter "anheizt" und in Richtung Mitteleuropa entsendet. Über dem skandinavischen Raum befindet sich das Hochdrucksystem und blockiert die atlantische Fontalzone zunächst und diese muss auf eine südlichere Bahn ausweichen. In Folge daraus kann das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz im Zeitraum 4./9. Januar unbeständiger werden, wobei die Temperaturwerte sich mit +0/+5 Grad über dem Westen und Süden im nasskalten und mit -2/+1 Grad über dem Norden und Osten im frostigen Bereich bewegen und mit dem Niederschlag im Zeitraum 4./8. Januar über dem Norden und Osten durchaus winterliche Verhältnisse herbeiführen können. Die Schneefallgrenze würde nach diese Simulation über dem Norden und Osten bis in tiefere Lagen absinken und über dem Süden und Westen zwischen 500-900 Meter schwanken.

Nach dem europäischen Wettermodell könnte die Zugbahn der atlantischen Frontalzone, bzw. deren Ausläufer im Zeitraum 4./7. Januar noch etwas südlicher verlaufen, so dass die Temperaturen auch im Süden ausreichend für eine Schneefallgrenze bis in tiefere/mittlere Lagen hinab sein könnten.

Die Details sind zusammenfassend noch nicht klar, wenngleich die Großwetterlage sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in den ersten Januar-Tagen verändert und - je nach Verlauf der Luftmassengrenze - für winterliche bis nasskalte Temperaturverhältnisse sorgen kann. Ob die Temperaturgrenze weiter nach Süden vorankommen kann, bleibt zu heutigen Stand noch offen. Die Kontrollläufe stützen ein breites Entwicklungsspektrum im Zeitraum 4./9. Januar, so liegt die Differenz der Höhentemperaturen (1.500 Meter) am 8. Januar bei 25 Grad (-17/+8 Grad), wobei der Mittelwert sich um den Jahreszeit-typischen Wert herum bewegen kann (über dem Norden und Osten leicht darunter, über dem Süden und Westen leicht darüber). Betrachtet man die mögliche Temperaturspanne in Bodennähe, so ergibt sich daraus am 7. Januar folgendes Bild : -10/+13 Grad über dem Süden und Westen (Mittelwert: +3 Grad) und -11/+8 Grad über dem Norden und Osten (Mittelwert: +0/+2 Grad).

Was macht der Polarwirbel? Der sog. AO-Index wird in den ersten Januar-Tagen weiterhin negativ simuliert, so dass von einer Schwächung des Polarwirbels auszugehen ist. Betrachtet man die Simulationen des amerikanischen Wettermodells, so bestätigt sich die Dipolausbildung des Polarwirbels im Zeitraum 5./10. Januar, wenngleich der eigentliche Polarwirbelsplitt allenfalls nur kurzzeitig angedeutet aber nicht vollzogen wird. In Folge daraus könnte die winterliche bis nasskalte Temperaturphase weniger nachhaltig sein. Nach der Simulation des europäischen Wettermodells zeigt sich die Tendenz zum Polarwirbelsplit zum 7. Januar ab. Hatte der NAO-Index gestern noch überwiegend positive Werte, so neigt sich die Tendenz im ersten Januar-Drittel heute leicht positiv bis neutral. Heute Abend erfolgt gegen 21:00 Uhr eine Aktualisierung vom Wettertrend Winter 2015/16.
Aktualisierung:
In den letzten Tagen haben wir immer wieder darauf hingewiesen, dass die Wettermodelle so ihre "Probleme" mit einer Umstellungsphase haben und insbesondere, wenn der Umstellungsprozess aus östlichen Richtungen angestoßen wird. In Folge pendeln die Simulationen hin und her und sind von Simulation zu Simulation verschieden. Deutlicher zeigt sich das am Beispiel des amerikanischen Wettermodells, welches heute Abend den Kaltluftzustrom bis zum 4./5. Januar durch die herannahende atlantische Frontalzone vor Deutschland blockieren kann. Erst darüber hinaus kann im Zeitraum zwischen dem 5./10. Januar eine Hochdruckbrücke des Azorenhochs mit dem Kontinentalhoch über England geschlossen werden, bei der Deutschland, Österreich und die Schweiz auf dem östlichen Hochdruckgradienten liegen und somit kalte Luftmassen zugeführt werden können. Wie wären die Temperaturen zu bewerten? Im Zeitraum 1./5. Januar Dauerfrost etwa östlich einer Linie Bremen - München, während westlich davon +1/+7 Grad erreicht werden können. Schneefall ist am 1. Januar über den östlichen Landesteilen zu erwarten, sonst sind bis zum 4. Januar kaum Niederschläge möglich, allenfalls der leichten Art über dem Südwesten (oberhalb etwa 500-900 Meter als Schnee). Am 4. Januar Durchbruch eines Tiefdrucksystems mit Regen über dem Westen und Schnee über dem Osten, ab dem 6./7. Januar nasskalt, ab 8. Januar zunehmend winterlich - auch über dem Westen und Süden. Geht es nach dem europäischen Wettermodell, so kommt die kalte Luft weiter nach Süden voran, das ändert aber auch nichts an dem frostigen Wetter über dem Nordosten und Norden und nasskalten Witterungsverhältnissen über dem Westen und Süden - Die Niederschlagsneigung ist etwas höher ausgeprägt und geht über dem Norden und Osten bis in tiefere Lagen und über dem Süden und Westen ab den mittleren Lagen (400-800 Meter) in Schnee über. Die Kontrollläufe stützen den leicht zu milden Temperaturcharakter über dem Westen und Süden und den für die Jahreszeit-typischen Werten über dem Norden und Osten. So liegt das Temperaturspektrum am 5. Januar zwischen -6/+10 Grad (Mittelwert: +5 Grad über dem Westen und Süden und -1 Grad über dem Norden und Osten) und am 10. Januar zwischen -10/+10 Grad (Mittelwert: +4/+5 Grad über dem Westen und Süden +2 Grad über dem Norden und +0 Grad über dem Osten). Somit bestätigen sich zumindest zwei Trends der letzten Tage für das erste Januar-Drittel: Grenzwetterlage mit Dauerfrostoptionen über dem Norden und Osten und nasskalten Witterungsverhältnissen über dem Süden und Westen und die Umstellung der Großwetterlage. Betrachtet man die Verhältnisse von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), so liegen diese am 6. Januar bei 20/45/35 und am 12. Januar bei einem ausgeglichen Verhältnis von 40/35/25 - die zu warmen Varianten sind zunehmend in der Minderheit.

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