Geht es nach der aktuellen Wettervorhersage, so bleibt es bis zum 15. Dezember für die Jahreszeit zu warm und über dem Norden zeitweilig unbeständig und windig. Schaut man auf die Entwicklung der Großwetterlage, so liegt über dem Bereich der Barentssee ein Tiefdrucksystem, über der Mittelmeerregion ein Hochdrucksystem welches sich zeitweilig mit einer schwachen Hochdruckbrücke bis nach Island ausdehnen kann. Letztlich ist diese Hochdruckbrücke aber zu schwach, um dem tiefen Luftdruck vom Atlantik her kommend etwas entgegenzusetzen. Nichtsdestotrotz gelingt zwischen den beiden Wettersystemen die Kaltluftadvektion vom europäischen Nordmeer her und wird zum 17. Dezember über Skandinavien und das östliche Europa - voraussichtlich an Deutschland vorbei - nach Süden geführt. Zwar können im Zeitraum 15./16. Dezember auch über Deutschland die Temperaturen etwas kühler werden, sind aber "Bestenfalls" als nasskalt zu bezeichnen.

Der Kaltluftzustrom über dem östlichen Europa hat Folgereaktionen zur Konsequenz. Geht es nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells, so wird mit dem Kaltluftzufuhr zwischen dem europäischen Nordmeer und Island ein kräftiges Tiefdrucksystem auf dem Atlantik initiiert und kann sich bis zum 19. Dezember mit seinem gesamten Gradientenspektrum von Neufundland bis nach Skandinavien erstrecken. Deutschland würde in solch einer Konstellation auf die warme Vorderseite gelangen, so dass sich an den für die Jahreszeit zu warmen Temperaturen nichts, bzw. nur wenig verändern mag.

Das europäische Wettermodell simuliert die Südwestwetterlage im Zeitraum 16./19. Dezember in einer noch ausgeprägteren Form, als dass sich das Hochdrucksystem von der Mittelmeerregion bis über das östliche Europa aufwölben kann. Auch nach dieser Variante kann die Kaltluft nach Süden geführt werden, wobei der Kaltluftarm viel weiter östlich über Russland bis zur Türkei herunter reichen kann. Deutschland gelangt somit auf die zentral zuführende Warmluftgradienten, welche zwischen dem Hoch und dem Tief über dem Atlantik zustande kommen kann. Temperaturen von +8/+12 Grad in 1.300-1.500 Meter Höhe wären demnach nicht auszuschließen und hätte in tieferen Lagen - je nach Sonnenscheindauer - Temperaturen zwischen +5/+10 Grad, bzw. +8/+15 Grad und örtlich auch darüber zur Folge.

Wird es also kurz vor Weihnachten noch einmal richtig warm und treibt das den Temperaturmittelwert im Dezember noch weiter nach oben? Die Kontrollläufe stützen im Zeitraum zwischen dem 15./19. Dezember eine Temperaturphase, welche in ihrem Mittelwert mit +3/+5 Grad über dem langjährigen Mittelwert liegen kann. Dabei sind weiterhin auch kalte Varianten vertreten, welche aber klar in der Minderheit sind - aber auch die deutlich zu warmen Varianten, wie nach dem europäischen Wettermodell finden keine Unterstützung in den Kontrollläufen. So liegt das Temperaturspektrum am 16. Dezember zwischen +3/+11 Grad (Mittelwert: +6/+8 Grad) und am 19. Dezember zwischen -5/+11 Grad (Mittelwert: +7 Grad über dem Westen und Süden, +5 Grad über dem Norden und +2 Grad über dem Osten). Geht es nach den Mittelwerten, so besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit dafür, als dass der Osten vom Kaltluftzustrom gestreift werden kann. Grundsätzlich gilt: wo eine kräftige Aktion ist, ist auch eine entsprechende Gegenreaktion und führt meist zu Turbulenzen, welche die weitere Wetterentwicklung maßgeblich beeinflussen und zunehmend komplexer machen können. Ob sich das auf das auf das Wetter in der Vorweihnachtszeit, bzw. an Weihnachten selbst auswirken kann, klären wir gegen 17:00 Uhr und gegen 21:00 Uhr in einem kleinen Update in einem neuen Wettertrend zum Wetter Weihnachten.

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