Die Temperaturen der kommenden Tage sind nach der aktuellen Wettervorhersage mit +7/+12 Grad, örtlich sogar bis +14 Grad für die Jahreszeit viel zu warm und erinnern eher an frühlingshafte anstatt an winterliche Temperaturwerte. Erst ab Mittwoch geht der Temperaturtrend etwas nach unten, wobei bis zum Freitag die Temperaturen mit +4/+9 Grad noch immer für die Jahreszeit zu mild sind. Der Grund für die milden Temperaturen ist eine ausgeprägte Südwestwetterlage über Mitteleuropa, welche mit einem steten Kaltluftvorstoß über das östliche Kanada in Richtung Neufundland immer wieder von neuen in Gang gesetzt wird.

Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so ändert sich das zum 11./13. Dezember in der Form, als dass sich über der Hudson Bay ein Tiefdrucksystem positionieren kann und den Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada zunächst einmal abschwächt. Die Auswirkung davon ist ein abtropfendes Tiefdrucksystem in Richtung Azoren, welches auf seiner Vorderseite weiterhin warme Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz transportieren kann. Simuliert werden am 12. Dezember Höhentemperaturen von bis +6 Grad in 1.500 Meter Höhe. Im Zeitraum zwischen dem 12./15. Dezember gelingt es einem Tiefdrucksystemen über dem skandinavischen Raum kalte Luftmassen arktischen Ursprungs in Richtung europ. Nordmeer, Barentssee und Karasee zu führen. Der Winter ist also nicht mehr weit von Europa entfernt, fehlt nur noch die günstige Konstellation der Systeme zueinander und der Kaltluftzustrom kann in Gang gesetzt werden. In den letzten Tagen simulierte dieses Szenario das amerikanische Wettermodell des Öfteren. In den heutigen Simulationen wird wieder eine milder Variante bevorzugt, bei der das Tief über den Azoren das eigentliche Azorenhoch nach Osten "weg drückt", so dass das Strömungsmuster über Mitteleuropa aus südlichen Richtungen kommen und die Temperaturen auf einem milden bis warmen Niveau bis zum 16. Dezember halten kann (Trogvorderseite).

Das europäische Wettermodell folgt der Variante mit einem Tiefdrucksystem über den Azoren nicht ganz. Stattdessen liegt das Tiefdrucksystem zum 13. Dezember vor Irland und kann ebenfalls auf seiner Vorderseite noch milde Luftmassen nach Deutschland führen, wenngleich das Temperaturniveau schon mehr in Richtung nasskalte Witterungsverhältnisse kommt.

Wie ist dieses Setup zu bewerten? Beide Wettermodelle stützen heute weiterhin die Möglichkeit der Umstellung der Großwetterlage im zweiten Dezember-Drittel, bei der die Kaltluft sich an den entscheidenden Punkten positionieren und - je nach Intensität der Wellenbewegung - entsprechende Troglagen ab dem 15. Dezember initiieren kann. Ob Deutschland auf der warmen Vorder-, bzw. auch Rückseite oder in der kühlen bis kalten Trogmitte liegen kann, ist zum heutigen Stand noch nicht entscheiden. Geht es nach den Kontrollläufen, so folgen diese mit ihrem Mittelwert bis zum 16. Dezember einem leicht zu milden Temperaturniveau, welches darüber hinaus sich weiter normalisieren kann. So liegt das Temperaturspektrum am 14. Dezember zwischen -2/+10 Grad (Mittelwert: +4/+6 Grad) und am 18. Dezember zwischen -3/+11 Grad (Mittelwert: +3/+5 Grad). Das Langfristmodell setzt in seiner heutigen Winterprognose noch einen "drauf". So wird der Dezember gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit einer Abweichung von +1/+3 Grad, der Januar 2016 mit einer Abweichung von +2/+4 Grad und der Februar mit +1/+3 Grad als zu warm bis deutlich zu warm simuliert. In der nächsten Aktualisierung gegen 17:00 Uhr zum Wetter in der Vorweihnachtszeit, klären wir wie die heutigen Chancen auf weiße Weihnachten verteilt sind und gegen 20:45 Uhr erfolgt an dieser Stelle ein kurzes Update zur Winterprognose.
Aktualisierung:
Im Tagesverlauf hat es kaum Veränderungen in den Simulationen der Wettermodelle gegeben. Im Trend zeigt sich eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine normale bis leicht zu warme Temperaturentwicklung bis zum 16. Dezember welche darüber hinaus bis zum 21. Dezember einer weiter normalisierende Tendenz aufweist. Die Frage nach "wann kommt der Winter, bzw. wann kommt Schnee" lässt sich nach den aktuellen Berechnungen so beschreiben: bis zum 12. Dezember mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht einmal bis in höhere Lagen, bis zum 16. Dezember wahrscheinlich bis in höhere Lagen und bis zum 21. Dezember - unter günstigen Voraussetzungen - bis auf mittlere Lagen (500-700 Meter) hinab. Für tiefer gelegene Regionen zeigt sich im Verlauf des zweiten Dezember-Drittels ein zunehmend nasskalter Temperaturcharakter (+4/+7 Grad).

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