Ein Tiefdrucksystem nach dem anderen rauscht in den kommenden Tagen bis zum 6. Dezember von Neufundland über Island bis nach Skandinavien. Gleichzeitig drängt die Tiefdruckaktivität das Hochdrucksystem mit seinem Kern über die Mittelmeerregion und erstreckt sich bis über das östliche Europa. Deutschland liegt somit bis zum kommenden Sonntag zwischen den Fronten. Mal dominiert die atlantische Frontalzone das Wettergeschehen mit viel Wind und Regen und mal dominiert das Hochdrucksystem mit nachlassenden Wind und Niederschlägen das Wetter. Mit Wind aus südwestlichen Richtungen steigen die Temperaturen allgemein auf +7/+12 Grad an und sinken zum Wochenende auf +5/+9 Grad ab - das ändert jedoch nichts an der Tatsache, als dass diese Temperaturen für die Jahreszeit zu mild bleiben.

Die zu Grunde liegende Großwetterlage ist eine Südwestwetterlage und daran wird sich in den gängigsten Varianten der Wettermodelle bis zum 10. Dezember nichts verändern. Es bleibt bei milden Temperaturwerten, wobei das Hochdrucksystem weitgehend das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz beeinflussen kann - je nach Nebelauflösung ist auch mit Sonnenschein zu rechnen. während über dem Westen und Nordwesten sich Tiefdruckausläufer mit etwas Niederschlag bemerkbar machen könnten.

Gibt es Ansätze für eine Veränderung der Großwetterlage? Ja, die gibt es heute erneut. Geht es nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells, so befördert die Tiefdruckaktivität über Skandinavien die Kaltluftmassen in Richtung europäisches Nordmeer, wobei sich zum 8./9. Dezember ein Tiefdrucksystem in Richtung Barentssee/Karasee abspalten kann. In Folge daraus wird der Kaltlustrom noch weiter nach Osten verlagert, was die Tiefdruckrinne nutzt um sich weiter nach Osten auszudehnen. Somit ergeben sich auf dem Atlantik Spielräume, welches wiederum das Hochdrucksystem für sich nutzen und zum 10. Dezember sich zwischen Frankreich und England in einer von Süd nach Nord verlaufenden Hochdruckachse positionieren kann. Was hat das zu bedeuten? Das ist als erstes Signal zur Unterbindung der aktiven West- bis Südwestphase zu bewerten. Im nachfolgenden Zeitraum wird es darauf ankommen, ob sich das Hochdrucksystem auf dem Atlantik positionieren und behaupten kann. Nach der aktuellen Berechnung gelingt das bis zum 14. Dezember nur zum Teil. Die steil aufgerichtete Hochdruckachse wird von den kräftigen Tiefdrucksystemen auf dem Atlantik rasch nach Osten weggeschoben, so dass die mögliche Zufuhr kühlerer Luftmassen nur von kurzer Dauer sein kann. Der Hochdruckkeil selbst geht zum 13. Dezember in den Ausläufer des Kontinentalhochs über dem westl. Russland über. Gleichzeitig kann sich jedoch das Azorenhoch wieder über den Azoren selbst in Stellung bringen. So zeigt sich eine Konstellation mit kräftigen Tiefdrucksystemen über Island und einem Hoch über dem Azoren und dem westl. Russland. Dazwischen ergibt sich eine Lücke, welches das Tiefdrucksystem ausnutzen wird um sich langsam nach Süden zu bewegen, während das Hoch von den Azoren sich nach Norden in Richtung Grönland aufwölben kann. Nachfolgend können die Temperaturen vom 11./15. Dezember langsam aber stetig in den nasskalten Bereich absinken und im Verbund zwischen dem Hoch über Grönland und dem Tiefdruckkomplex zwischen England, Skandinavien und Deutschland können kühlere Luftmassen zugeführt werden. Vereinfacht ausgedrückt simuliert das amerikanische Wettermodell bis zum 10. Dezember weiterhin mildes Wetter, welches bis zum 14. Dezember langsam aber stetig kühler werden kann bis die Jahreszeit-typischen Werte erreicht werden können. Möchte man über den Zeitraum hinaus noch etwas spekulieren, so ergäbe sich mit dieser Konstellation durchaus die Chance auf kräftigen Schneefall etwa ab den mittleren Lagen und unter Umständen auch in den darunter liegenden Gebieten.

Das europäische Wettermodell simuliert bis zum 10. Dezember in der Entwicklung der Großwetterlage eine ganz ähnliche Ausgangslage und auch darüber hinaus wird die Kaltluftverlagerung europ. Nordmeer - Barentssee/Karassee berücksichtigt, so dass die Konstellation der Hoch- und Tiefdrucksysteme ähnlich der des amerikanischen Wettermodells ist.

Kommt nun der Winter? Diese Frage kann zum heutigen Stand nicht mit ja oder nein beantworten werden. Vielmehr gibt es in den letzten Tagen vermehrte Hinweise darauf, als dass sich das Zirkulationsmuster mit Beginn des zweiten Dezember-Drittels langsam aber stetig verändern kann. Durch die erneute Berücksichtigung in den Simulationen wird eine mögliche Umstellungsvariante auch zunehmend wahrscheinlicher. Die Kontrollläufe stützen einen um +4/+8 Grad erhöhten Temperaturverlauf vom 1./10. Dezember, welcher sich darüber hinaus bis zum 15. Dezember langsam seinem Jahreszeit-typischen Wert annähern kann. So liegt das Temperaturspektrum am 8. Dezember zwischen +4/+11 Grad (Mittelwert: +6/+7 Grad) und am 14. Dezember zwischen -5/+8 Grad (Mittelwert: +4/+5 Grad über dem Norden und Westen und +3/+4 Grad über dem Süden und Osten). Anders formuliert werden die kommenden Wetterprognosen in Sachen Winter wieder spannender - aus diesem Grund erfolgt an dieser Stelle heute Abend gegen 20:45 Uhr eine Aktualisierung der Winterprognose.
Aktualisierung:
Tagsüber wurden vom amerikanischen Wettermodell weitere Varianten simuliert, welche mehr oder minder eine winterliche Variante im Zeitraum 14./17. Dezember ermöglichen könnten. Die Entwicklung ist hierbei nahezu identisch geblieben. Mit kräftigen Tiefdrucksystemen, welche von Neufundland, Island bis über Skandinavien ziehen, verbleit Deutschland bis zum 10. Dezember in der überwiegend milden bis warmen Südwestströmung. Im Zeitraum vom 7./10. Dezember gelingt es einem Tiefdrucksystem sich bis über die Barentssee/Karasee abzuspalten und sorgt für eine Kaltluftzufuhr im Bereich europ. Nordmeer, Barentssee, Karasee. In Folge daraus schwächt sich die Tiefdruckrinne insgesamt ab und über Island kann sich ein relativ kräftiges und gradientenstarkes Tiefdrucksystem herausbilden. Das Hoch nutzt im gleichen Zuge die Gelegenheit, sich von den Azoren in Richtung Grönland auszuweiten und kann somit die atlantische Frontalzone schon auf dem Atlantik blockieren. So könnte sich im Zeitraum vom 10./14. Dezember das Zirkulationsmuster langsam umstellen. In Summe erhöhen sich in dieser Konstellation die Möglichkeiten für winterliche Wetterverhältnisse ab dem 15. Dezember. Spannend ist auch die Wetterentwicklung nach dem europäischen Wettermodell, welches das Hochdrucksystem zum 10. Dezember von Frankreich über England bis über das europ. Nordmeer steil aufsteigen lässt. Gleichzeitig liegt im Bereich zwischen westl. Russland und Karasee ein Tiefdruckwirbel, so dass im Zusammenspiel der Systeme bereits zum Beginn des zweiten Dezember-Drittels kalte Luftmassen mit einer nordöstlichen Strömung nach Deutschland geführt werden können. Es mehren sich die Signale einer kühleren Wetterperiode im zweiten Dezember-Drittel. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit für einen Wintereinbruch? Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), welche am 12. Dezember bei 5/60/35 und am 16. Dezember bei 20/55/25 liegen, zeigen noch ein Verhaltenes Muster für einen Wintereinbruch auf, behalten jedoch die zu kalten Varianten bei und wird die kommenden Tage spannend gestalten.

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