Mild windig und unbeständig - so simulieren derzeitig die Wettermodelle die Wetterentwicklung für Anfang Dezember. Im Detail gibt es noch Differenzierungen, ob es windig wird, oder ob sich bis zum 6. Dezember ein Hochdrucksystem mit ruhigem Wetter durchsetzen kann. Alles in allem sind das wenig winterliche Aussichten - eher das Gegenteil ist mit Temperaturen um die +10 Grad Marke herum der Fall.

Um dem noch eins "drauf zusetzen", genügt ein Blick auf die aktuelle Simulation des amerikanischen Wettermodells, welches im Zeitraum 5./10. Dezember ein Hochdrucksystem über Europa mit Kernhochdruck über der Mittelmeerregion simuliert. Da die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik im gesamten Zeitraum aktiv bleiben und gegen das "Hochdruckbollwerk" vergeblich anrennen, bleibt die Zufuhr milder Luftmassen über Deutschland, Österreich und der Schweiz weitgehend bestehen. In Folge daraus kann im Zeitraum 6./11. Dezember weitgehend das Hochdrucksystem das Wetter über Deutschland mit ruhigem Wetter bestimmen. Dabei kann es in unteren Schichten kühler und in höheren Schichten wärmer werden. Welche Temperaturen wären möglich? Je nach Auflösung von Nebelfeldern und der Sonnenscheindauer werden Temperaturen zwischen +2/+7 Grad, bzw. +5/+10 Grad in Aussicht gestellt. Auch das ist als eine unwinterliche Wetterlage zu bezeichnen. Wann kommt denn nun der Winter, bzw. wie wahrscheinlich ist solch eine milde und trockene Variante? Blickt man auf die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), so liegen diese am 7. Dezember bei 15/40/45 und am 11. Dezember bei 15/50/35. Anders formuliert sind weiterhin kalte Varianten möglich, in der Entwicklungswahrscheinlichkeit aber als gering einzustufen. Stattdessen sind im Zeitraum 6./11. Dezember normale und in der Tendenz zu warme Temperaturen wahrscheinlicher. Der Winter hat es in den Simulationen also weiterhin schwer, sich im ersten Dezember-Drittel durchzusetzen.

Dabei ist das - aus Sicht der Winterfans - dringend notwendig, denn wenn sich das Südwest zirkulierende Muster erst einmal eingeschwungen hat, ist die Chance hoch, dass dem Winter das gleiche Schicksal wie in 2013/14 und 2014/15 droht. Passend dazu die Langfristprognose des Langfristmodells. Die Abweichung der Temperaturen beträgt gegenüber dem langjährigen Mittelwert im Dezember +0,5/+2 Grad, im Januar 2016 +1/+3 Grad und im Februar 2016 +1/+2 Grad.

Gibt es noch Varianten? Die gibt es. Doch schaut man zunächst einmal auf die Entwicklung des sog. NAO- und AO-Index, so verlaufen derzeit beide positiv und nach der aktuellen Simulation wird sich daran auch nicht so schnell etwas verändern. Was bedeutet das? Daraus ergibt sich ein intakter Polarwirbel, welcher weniger zur Wellenbewegung entlang seiner Polarfront neigt. Gleichzeitig bestätigt der positive NAO-Index eine höhere Wahrscheinlichkeit für tiefen Luftdruck im Bereich Island, was die milde Südwestwetterlage, allenfalls noch eine nasskalte Westwetterlage über Deutschland wahrscheinlicher macht. Die Varianten die daraus entstehen können ist die Aufwölbung des Hochdrucksystem im Bereich zwischen Mittelmeerregion, Deutschland und Skandinavien, so dass aus diesem Prozess heraus die Meridionalisierung (Nord-Süd, Süd-Nord) stattfinden kann. Ansatzweise ist das in den Simulationen zu erkennen, jedoch setzt sich diese Variante bis heute nicht bis in den ernstzunehmenden Bereich durch und verbleibt im spekulativen Bereich. Dennoch, was für Wetterentwicklungen könnten sich daraus ergeben?

Die Tiefdruckrinne Verläuft zwischen Neufundland, Island,/England und Skandinavien und driftet im weiteren Verlauf nach Norden ab - das ist im Prinzip das gewohnte und durchaus normale Zirkulationsmuster. Gleichzeitig liegt über dem Süden ein Hochdrucksystem. Nun zu den Varianten: flacht das Hoch ab, können sich zwischen der Tiefdruckrinne und dem Hochdrucksystem Randtiefsysteme mit einem hohen Potential an Starkwindereignissen entwickeln. Stellt sich das Hoch über Mitteleuropa und dem östlichen Europa von Süd nach Nord auf, werden aus südlichen Richtungen warme Luftmassen herangeführt. Positioniert sich das Hoch über dem Azoren und stellt sich dabei noch nach Norden auf, so können auf dessen Rückseite kühle Luftmassen nach Mitteleuropa geführt werden. Eine Sonderform stellt ein Hochdrucksystem über dem skandinavischen Raum dar, bei der das Zirkulationsmuster von West-Ost auf Ost-West gedreht werden kann - andere Formulierung hierfür ist das "gestörte Zirkulationsmuster". Das ist im Wesentlichen auch der Ansatz, welcher bei den Simulationen immer wieder eine Berücksichtigung findet, aber eben über das kritische Maß an Bedeutsamkeit nicht hinauskommt. Mit einem Skandinavienhoch würden sich drei weitere Entwicklungen ermöglichen können. Zum einen eine kalte Ostwetterlage, bei der die kalte und trockene Kontinentalluft aus Russland nach Westen transportiert werden kann. Eine weitere Variante ist die "Unterwanderung" des Hochdrucksystems auf seinen südlichen Gradienten durch die von Westen herannahenden Tiefdrucksysteme. Grenzwetterlagen mit viel Niederschlag sind dann mehr wahrscheinlich und oftmals in vielen Regionen der "richtige Schneebringer". Eine dritte Variante stellt sich in einer Westverlagerung des Hochdrucksystems zwischen England und Skandinavien dar. Eine eher nasskalt bis kalt geprägte Temperaturphase wäre in dieser Variante am wahrscheinlichsten, bei der ab mittleren Lagen einiges an Schnee niedergehen kann, während es in tieferen Lagen nasskalt bleibt. So ein Skandinavienhoch würde zudem gut in die theoretische Betrachtungsweise der Setups der sog. Randfaktoren passen. Abwarten und Geduld ist also gefragt. Sollte sich an der aktuell milden Entwicklung im Tagesverlauf noch etwas verändern, erfolgt heute Abend gegen 20:45 Uhr an dieser Stelle eine Aktualisierung von diesem Wettertrend.
Aktualisierung:
Es ist und bleibt ab dem 6. Dezember eine spannende Angelegenheit mit vielen Optionen in der weiteren Wetterentwicklung. Ob warm, nasskalt oder eisig kalt hängt dabei jeweils von dem Hochdrucksystem ab, welches sich mit höherer Wahrscheinlichkeit über Mitteleuropa, bzw. Skandinavien bis zum 10. Dezember positionieren könnte. Das amerikanische Wettermodell "verfeinert" dabei den Ansatz, welcher seit ein paar Tagen schon des Öfteren mal simuliert wurde. Das Hoch positioniert sich zum 5. Dezember zwischen den Azoren, England und Skandinavien und führt auf der östlichen Seite kühlere Luftmassen über das östliche Europa nach Süden. Bis zum 7. Dezember liegt das Hoch mit zwei Kerndruckgebieten zwischen dem östlichen Skandinavien und England und zum 10. Dezember erstreckt sich das Hoch von Skandinavien mit seiner Achse bis über das Mittelmeer. Das hätte über Deutschland, Österreich und der Schweiz vielfach neblig-trübes Wetter zu Folge, bei Temperaturen, welche in Nebelgebieten durchaus im Jahreszeit-typisch sich bewegen können, aber von winterlichen Verhältnissen kann nicht die Rede sein. Interessant ist jedoch die Entwicklung eines Tiefdrucksystems zwischen dem 9./11. Dezember im Bereich Barentssee / Karasee, welches im Verbund mit dem Hochdrucksystem kalte Luftmassen arktischen Ursprungs weit über das östliche Europa nach Süden führt. Liegt das Hoch nun weiter westlich, könnte auch Deutschland in den Zustrom kalter Luftmassen gelangen. In aller Kürze zusammengefasst - da ist im Zeitraum nach dem 5. Dezember noch genügend Spielraum für Veränderungen gegeben.

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