Die verbleibenden Tage im November werden aller Voraussicht nach nasskalt mit einer langsam ansteigenden Temperaturtendenz zum Monatsende verlaufen. Somit wird ein weiterer Abbau des bisherigen Temperaturüberschuss von +4,5 Grad ins Stocken geraten. Anders ausgedrückt zeigt sich die Abweichung des Temperaturmittels im November gegenüber dem langjährigen Mittelwert bereits heute schon im deutlich zu warmen Bereich. Somit wird die Reihe von normalen bzw. etwas zu kühlen Temperaturen von September und Oktober nicht fortgesetzt werden können. Die Frage die sich daraus ergibt: wie wird denn dann das Wetter im Winter?

Zumindest für Anfang Dezember zeigt sich ein Fortbestand der etwas zu warmen Temperaturen für die Jahreszeit, wenngleich zum heutigen Stand noch nicht klar ist, ob mit Wind oder mit ruhigem Hochdruckwetter zu rechnen ist - die Wettermodelle sind sich noch nicht ganz einig.

Im Zeitraum zwischen dem 5./10. Dezember simuliert das amerikanische Wettermodell einen äußerst interessanten Ansatz für alle, die auf den Winter warten und sich Schnee wünschen. Warum? Zwar sieht die Simulation zunächst einmal unspektakulär aus: ein Hochdrucksystem über Mitteleuropa verspricht nach dieser Simulation ruhiges Wetter, welches in den unteren Regionen zu kühleren Temperaturen als in den höheren Lagen führen kann (Inversionswetterlage) und wie im Dezember so üblich, führt eine Hochdruckwetterlage in tieferen Lagen meist zu neblig-trüben Wetter oder zu hochnebelartiger Bewölkung. Und was ist daran spannend? Es ist die Entwicklung nördlich des Hochdrucksystems, bei der sich die Tiefdruckrinne zunehmend in einem Zentraltief konzentrieren und welches im Zeitraum von 6./8. Dezember von Island über das europäische Nordmeer geführt werden kann, um sich im weiteren Verlauf zum 9./11. Dezember im Bereich zwischen dem nördlichen Skandinavien und der Barentssee positionieren kann. In Folge daraus "kippt" die Tiefdruckachse auf dem Atlantik nach Süden weg und dem Hochdrucksystem wird der Weg frei gemacht, um sich in Richtung Atlantik als Blockadehoch zu positionieren. Da aber im gleichen Zeitraum das Tiefdrucksystem über dem nördlichen Skandinavien/Barentssee liegt, könnte es zum zweiten Dezember-Drittel im Zusammenspiel beider Systeme zu einer Nordlage über Mitteleuropa kommen.

Der Ansatz ist in sofern Überraschend, als dass solch eine Entwicklung in den letzten Tagen nur eine geringere Wahrscheinlichkeit hatte - allerdings sei auch betont, dass das erste Dezember-Drittel zum heutigen Stand wohl zu mild ausfallen wird und sich die Hoffnungen der Winterfreunde auf das zweite Dezember-Drittel konzentrieren sollten. Dafür ist der sich nun einstellende West-/Südwestdrift einfach zu stark und die Konstellation mit hohem Luftdruck zwischen Mittelmeer und Europa für winterliche Verhältnisse ungünstig.

Wie wahrscheinlich ist so ein zu milder Verlauf im ersten Dezember-Drittel? Geht es nach den Kontrollläufen, so ist das noch keineswegs gesichert, für die ersten fünf Dezember-Tage aber wahrscheinlich. Der Grund hierfür liegt in der möglichen Hochdruckwetterlage - kommt die Sonne raus und wird es warm, oder bleibt es den ganzen Tag bei 0 Grad neblig-trüb. So liegt das Temperaturspektrum am 6. Dezember zwischen -4/+12 Grad (Mittelwert: +5/+6 Grad) und am 10. Dezember zwischen -6/+10 Grad (Mittelwert: +4/+5 Grad über dem Norden und Westen und +3 Grad über dem Osten und Süden). Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6) liegen am 6. Dezember bei 5/55/40 und am 10. Dezember bei 20/40/40, wobei deutlich zu kalte Entwicklungen eine Wahrscheinlichkeit von 10 Prozent aufweisen und zumindest als Indiz für die oben beschriebene Variante herangezogen werden können. Das Langfristmodell bleibt in seiner heutigen Wetterprognose für den Winter seinen bisherigen Prognosen treu. So liegt die Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert im Dezember bei +0,5/+2 Grad, im Januar bei +1/+3 Grad und im Februar bei +1/+2 Grad Grad überwiegend im zu warmen bis deutlich zu warmen Bereich. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich nach der Prognose des Langfristmodells für Dezember und Februar keine sonderlichen Abweichungen gegenüber dem vieljährigen Soll, während sich im Januar eine positive Niederschlagsentwicklung (zu nass) zeigt. Nichtsdestotrotz - die aktuelle Wetterentwicklung bleibt spannend - aus diesem Grund erfolgt heute Abend gegen 21:00 Uhr an dieser Stelle eine kurze Aktualisierung von diesem Wettertrend.
Aktualisierung:
Die Wettermodelle machten im Tagesverlauf wieder einen Sprung in Richtung "Winter/nasskalte Witterung" - nicht sofort und auch nicht Anfang Dezember, aber immerhin ist im Zeitraum zwischen dem 5./10. Dezember weiterhin einiges an Entwicklungsmöglichkeiten gegeben, so dass eine langweilige Wetterlage sich nicht lange behaupten, bzw. durchsetzen könnte. Das amerikanische Wettermodell simuliert im Zeitraum 1./5. Dezember eine ganze Reihe von Randtiefentwicklungen, welche mit einer westlich bis südwestliche orientierten Grundströmung auch Deutschland erreichen können. Windig, teils stürmisches, unbeständiges und relativ mildes Wetter wäre demnach die wahrscheinlichste Variante, wobei die Entwicklung von Extremwindereignisse weiterhin nicht ausgeschlossen werden können. Das europäische Wettermodell simuliert die Entwicklung der Großwetterlage ähnlich, wenngleich etwas weniger dynamisch - aber auch hier ist mildes, unbeständiges und windiges Wetter zu erwarten. Darüber hinaus simuliert das amerikanische Wettermodell das "Abdriften" eines Tiefdrucksystems in Richtung europäischen Nordmeer, welches sich zum 9. Dezember in Richtung Barentssee verlagern kann. Gleichzeitig gelingt es einem weiteren Tiefdruckausläufer, sich über dem östlichen Europa zu positionieren, was den Kaltluftzustrom aus nördlichen Richtungen nach Süden anregt. Das Hochdrucksystem kann Aufgrund der starken Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik gar nicht anders und wölbt sich zwischen England und Deutschland nach Norden auf. In Folge daraus könnte zum Ende des ersten Dezember-Drittels das Zirkulationsmuster meridionalisieren (Nord-Süd, Süd-Nord). Schaut man noch etwas weiter in die Zukunft, so simuliert das amerikanische Wettermodell die Verschiebung des Hochdrucksystems in Richtung Skandinavien, welches auf seiner östlichen Seite sehr kalte Luftmassen über Osteuropa nach Deutschland führen könnte, während gleichzeitig die Tiefdrucksysteme das Hoch von Süden her unterwandern könnten. Sollte diese Variante eintreten, wären Grenzwetterlagen mit teils kräftigen Niederschlägen und kalten Temperaturen über dem Norden möglich, während über dem Süden etwas mildere Luftmassen vorherrschend sein könnten. Die Kontrollläufe stützen heute Abend keineswegs eine zu kalte Variante und verbleiben bis zum 10. Dezember mehrheitlich im normalen bis leicht zu warmen Bereich. Allerdings zeigt sich ab dem 5. Dezember eine abnehmende Niederschlagsaktivität, was mehrheitlich auf eine Hochdruckwetterlage über Deutschland hinweist - es wird eben darauf ankommen, wie sich dieses Hoch positionieren kann. Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6) liegen am 6. Dezember bei 10/60/30 (heute Mittag: 5/55/40) und am 10. Dezember bei 25/40/35 (heute Mittag: 20/40/40), wobei deutlich zu kalte Entwicklungen eine Wahrscheinlichkeit von 15 Prozent aufweisen. Zusammenfassend: es bleibt nach dem 5. Dezember alles an Möglichkeiten offen, wobei winterliche Tendenzen ab dem 9./10. Dezember in den nächsten Tagen wahrscheinlicher werden könnten. Warum? Weil bereits mehrfach das Hochdrucksystem in nördlicher Position simuliert wurde und das ganz gut in das Entwicklungsmuster passen würde.

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