Die Frage nach "Wann kommt der Schnee?" kann mit hoher Wahrscheinlichkeit beantwortet werden: am Wochenende im Süden verbreitet und über dem Norden vereinzelt. Nach einer stürmischen und niederschlagsreichen Zeit dreht der Wind am kommenden Wochenende auf nördliche Richtungen und ermöglicht somit die Zufuhr kühler Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz. Bedingt durch die nördliche Anströmung kann sich über dem Norden die Luft etwas erwärmen, so dass dort lediglich in den Nächten und unter günstigen Voraussetzungen der eine oder andere Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer niedergehen kann, während mit jedem Kilometer in Richtung Süden im Verlauf bis zum Montag die Schneefallgrenze z.T. bis in tiefere Lagen absinken kann. Reicht es für Winter, bzw. winterliche Verhältnisse? Die Chancen darauf, dass der Schnee auch liegen bleibt, ist ab Lagen zwischen 500-700 Meter durchaus gegeben, wobei eine kurzzeitige Schneedecke auch in tieferen Lagen über den südlichen Regionen nicht auszuschließen ist. Da sich die Tageswerte in den Niederungen zumeist zwischen -0/+5 Grad bewegen, ist eine mögliche Schneedecke wahrscheinlich nur von kurzer Dauer. Anders formuliert - nasskalte Verhältnisse in den tieferen Lagen mit Option auf winterliche Verhältnisse oberhalb etwa 500-700 Meter. Kommt der Winter? Auch diese Frage lässt sich nun mit höherer Wahrscheinlichkeit beantworten: Nein.

Das amerikanische Wettermodell simuliert mit einem Blockadehoch auf dem Atlantik und einem Abtropfvorgang des Tiefdrucksystems bei Skandinavien den Kaltluftzustrom über Deutschland im Zeitraum vom 21./24. November. Ab dem 23. November gelingt über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland ein Kaltluftvorstoß, was die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik erhöhen wird. Das Blockadehoch kann dem Druck nichts entgegensetzen und flacht sich zunehmend in Richtung Süden ab. Somit wird der Weg für die atlantische Frontalzone bis nach Skandinavien frei und durch das sich abflachende Hochdrucksystem kann das Zirkulationsmuster wieder auf westliche bis nordwestliche Richtungen drehen. In Folge daraus folgt ein Tiefdrucksystem dem anderen nach, so dass ein klassisches milderes Vorderseiten-, windiges und unbeständiges Übergangs- und nachfolgend kühleres Rückseitenwetter zu erwarten ist. Mit Winter hat das zunächst einmal wenig zu tun, wenngleich auf der Rückseite eines abziehenden Tiefdrucksystems der eine oder andere Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer nicht auszuschließen ist.

Das europäische Wettermodell simuliert ebenfalls bis zum 24. November die Kaltluftphase über Deutschland, Österreich un der Schweiz. Darüber hinaus zeigt sich ein kräftiger Kaltluftausbruch zwischen dem östlichen Kanada, Grönland und Neufundland, was die Tiefdruckaktivität etwas weiter nach Osten verlagert, so dass sich in Folge daraus ein Zentraltief bei Island herausbilden kann. Somit schafft es das sich abflachende Azorenhoch einen Hochdruckkeil in Richtung Mitteleuropa zu entsenden, was in etwa der Wetterlage entspricht, welche seit Anfang November mit trockenem und milden bis sehr warmen Temperaturen Schlagzeilen machte. Anders formuliert - geht es nach dem europäischen Wettermodell, so geht der Trend nach dem 24. November in Richtung mild/warm mit teils unbeständigem und windigen Wettercharakter.

Welches der Szenarien ist wahrscheinlicher und gibt es noch eine Dritte Variante? Die Kontrollläufe simulieren ein breites Spektrum an Möglichkeiten - insofern ist in der Wetterentwicklung bis Ende November noch einiges möglich. Blickt man jedoch auf den Temperaturtrend, so lässt sich keine winterliche Wetterlage erkennen, vielmehr pendelt das Spektrum zwischen nasskalt/mild. So liegt das Temperaturspektrum am 25. November zwischen -1/+8 Grad (Mittelwert: +5/+6 Grad über dem Westen und Norden und +3 Grad über dem Süden und Osten) und am 29. November zwischen -2/+10 Grad (Mittelwert: +4/+5 Grad über dem Westen und Norden und +3/+4 Grad über dem Süden und Osten). Für eine mögliche (zu kühle) dritte Variante genügt der Blick auf die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+3) / normal (+4/+9) / zu warm (>+10), welche am 25. November bei 35/60/5 (gestern: 50/45/5) und am 30. November bei 10/50/40 (gestern: 25/55/20) liegen. Schaut man auf die Varianten, welche unter der 0 Grad Grenze liegen, so liegt die Wahrscheinlichkeit am 25. November noch bei 20 Prozent und am 30. November bei 5 Prozent. Anders formuliert geht der Temperaturtrend der Kontrollläufe bis Ende November von zu kalt/normal zu normal/mild. Gibt es Veränderungen beim Langfristmodell? In seiner heutigen Winterprognose simuliert das Langfristmodell für die Monate Dezember, Januar und Februar weiterhin eine Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +1/+3 Grad bei einer positiven Niederschlagsprognose (zu nass). Ein kurzer Ausblick auf die mögliche Wetterentwicklung für das Wetter Dezember erfolgt in einem ersten Witterungstrend gegen 17:00 Uhr

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