Die Entwicklungsstruktur des Wetters ist in den kommenden Tagen bis zum Wochenende weitgehend gesichert. Die Frontalzone drückt das Hoch immer weiter nach Süden und sorgt mit einem Komprimiervorgang entlang der Gradienten der Systeme zueinander für Stark-, teils auch für Extremwindereignisse. Es empfiehlt sich bei Aktivitäten im Freien bis einschließlich Sonntag grundsätzlich die jeweiligen Hinweise zu beachten ( Windprognose | Warnlagenbericht | Unwetterwarnungen). Bis zum Wochenende dreht die Grundströmung auf nördliche Richtungen und führt zunehmend kalte Luftmassen nach Deutschland, was die Schneefallgrenze teils bis in tiefere Lagen absinken lassen kann. Was sich so einfach anhört ist tatsächlich ein äußerst komplexer Vorgang, welcher von weiteren Randtiefentwicklungen noch verändert werden kann - das ändert zunächst aber nichts daran, dass es wohl kälter werden wird - die Frage, welche sich im Detail stellen wird - wie weit kommt die Schneefallgrenze runter und wie entwickelt sich das Wetter darüber hinaus - ist mit winterlichen oder nasskalten Wetterverhältnissen zu rechnen?

Als relativ gesichert gilt nach den Simulationen der Wettermodelle die Abkühlung im Zeitraum zwischen dem 21./25. November, bei der die Tagestemperaturen über dem Süden auf -2/+4 Grad und über dem Norden auf +2/+7 Grad absinken können. Schnee ist somit ab Lagen oberhalb 400-600 Meter sehr wahrscheinlich und in tieferen Lagen wird sich zeigen müssen, wie sich die Temperaturen entwickeln - aber auch hier ist der eine oder andere Schneeregen-, Schnee- oder Graupelschauer nicht auszuschließen.

Darüber hinaus gibt es im Wesentlichen drei Entwicklungsszenarien. In der ersten Variante bleibt die Trogstruktur erhalten. Ein Hochdrucksystem stellt sich dabei über dem Atlantik in steiler Position zwischen den Azoren und Grönland auf und blockiert weitgehend die atlantische Frontalzone. Auf der östlichen Gradientenseite des Hochdrucksystem können die Tiefdrucksysteme über Mitteleuropa nach Süden abtropfen und erhalten somit die Trogstruktur über Deutschland, der Schweiz und Österreich aufrecht. Das Temperaturniveau schwankt über den Niederungen mit +1/+6 Grad überwiegend im nasskalten Bereich, während oberhalb etwa 500-700 Meter Dauerfrost anzutreffen wäre. Aufgrund des Nachschubs an feucht-kalter Luftmassen ist - je nach Höhenlage - mit weiteren Schnee-, Schneeregen-, Graupel- oder Regenschauer zu rechnen.

In der zweiten Variante positioniert sich das Hochdrucksystem in "kugelrunder" Position zwischen den Azoren, England und Island, was die Tiefdrucksysteme der atlantischen Frontalzone nicht gänzlich blockiert, sondern diese über Umwege nach Grönland und rückseitig über Mitteleuropa "abrutschen" lässt. In Folge aus dieser Variante wäre mit einer Nordwestwetterlage zu rechnen, welche vielerorts nasskalte Temperaturen zum Ergebnis hätte. Die Dauerfrostgrenze würde in diesem Szenario bei etwa 700-900 Meter liegen.

In der dritten Variante flacht das Hoch auf dem Atlantik rasch ab und überlässt der atlantischen Frontalzone das Spielfeld für die Wetterentwicklung über Mitteleuropa, was eine Westwindzirkulation mit auflebenden Wind und relativ milden Temperaturen zur Folge hätte.

Das Entwicklungsspektrum ist mit winterlichen, nasskalten als auch milden Varianten breit gestreut - doch welche der Varianten ist am Wahrscheinlichsten? Die Kontrollläufe simulieren im Zeitraum vom 19./23. November eine stark erhöhte Niederschlagsneigung, welche darüber hinaus bis zum 30. November nachlässt und im leichten bis mäßigen Bereich verbleiben kann. Betrachtet man das Temperaturspektrum, so liegt dieses am 24. November zwischen -4/+7 Grad (Mittelwert: +4/+5 Grad über dem Westen und Norden, +2 Grad über dem Osten und +1 Grad über dem Süden) und am 29. November zwischen -2/+13 Grad (Mittelwert: +5 Grad über dem Norden und Westen und +3/+4 Grad über dem Süden und Osten). Anders formuliert ist ein nasskaltes Temperaturverhalten wahrscheinlicher als ein nachhaltiger Wintereinbruch bis in tiefere Lagen oder ein erneut mildes bis warmes Temperaturverhalten wie in den letzten Tagen. Blickt man auf die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+3) / normal (+4/+9) / zu warm (>+10), so liegen diese am 25. November bei 50/45/5 und am 30. November bei 25/55/20 und bestätigen einen zu kalten/normalen Temperaturtrend, welcher sich darüber hinaus bis zum Monatsende weitgehend normalisieren kann.

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