In den kommenden Tagen stehen Deutschland Stark- bis Extremwindereignisse mit Unwetterpotential bevor. Es empfiehlt sich bei Aktivitäten im Freien bis einschließlich Sonntag grundsätzlich die jeweiligen Hinweise zu beachten ( Windprognose | Warnlagenbericht | Unwetterwarnungen). Passend zum Wochenende dreht der Wind auf nördliche Richtungen und führt kühlere Luftmassen nach Deutschland, was bereits am Samstag und in der Nacht auf Sonntag in Deutschland, Österreich und der Schweiz für Schneefall bis in tiefere Lagen hinab sorgen kann. Ob es am Sonntag über dem Süden von Deutschland für Dauerfrost reichen kann, bleibt zum heutigen Stand noch abzuwarten, jedoch macht sich so langsam der Winter bemerkbar - setzt er sich durch?

Der Grund für die nördlich orientierte Wetterlage ist das Hochdrucksystem auf dem Atlantik, welches sich in einer Süd-Nord Achse in blockierender Position zwischen den Azoren und Grönland aufstellen kann. Somit gelingt es dem Tief über Skandinavien einen trogähnlichen Ansatz über Mitteleuropa herbeizuführen, was den Zufluss kühlerer Luftmassen aus Norden ermöglicht. Um den möglichen Wintereinbruch auch nachhaltiger zu gestalten, müsste sich das Hoch über dem Atlantik also festigen, bzw. stabilisieren.

Geht es nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells, so lässt sich die atlantische Frontalzone das blockierende Hoch nicht gefallen und setzt alles daran, die Westwindzirkulation wieder herbeizuführen. Das gelingt nicht so recht, da das Hoch sich in Kugelrunder Position auf dem Atlantik behaupten kann. Die Tiefdrucksysteme müssen somit einen Umweg über Grönland nehmen und "rutschen" entlang der östlichen Gradienten des Hochdrucksystems nach Süden ab. In Folge daraus stellt sich im Zeitraum 21./27. November über Deutschland, Österreich und der Schweiz eine Nordwestwetterlage mit nasskalten Temperaturen ein, welche ab den den mittleren Lagen (~600-700 Meter) für weiteren Schneezuwachs verantwortlich sein kann.

Das europäische Wettermodell simuliert die Ausgangslage mit dem blockierenden Hoch ähnlich, differenziert sich jedoch im Zeitraum 23./27. November zunehmend. Das Blockadehoch auf dem Atlantik verbleibt in steiler Position und erstreckt sich von den Azoren bis nach Grönland. Somit bleibt dem Tiefdrucksystemen genügend Spielraum, sich bis über die Mittelmeerregion auf der östlichen Seite des Hochdrucksystems durchzusetzen, so dass demnach ein Trog Mitteleuropa wahrscheinlicher wird. Was hat das zur Folge? Der Zustrom kühler Luftmassen wird kaum gestört, so dass die Temperaturen in tieferen Lagen mit +0/+4 Grad nasskalt und in Lagen oberhalb etwa 400-600 Meter frostig ausfallen können. Da das bestimmende Wetterelement über Deutschland, Österreich und der Schweiz ein Tiefdrucksystem ist, sind Niederschläge zu erwarten welche ab 300-500 Meter in Schnee übergehen können.

Zusammenfassend: nach der aktuellen Winterprognose wird es kühler und die heutige Frage dreht sich darum, wie weit die Schneefallgrenze absinken wird. Die Kontrollläufe stützen den kühlen bis normalen Temperaturtrend im letzten November-Drittel mehrheitlich und hat zum Ende November eine langsam ansteigende Tendenz. So liegt das Temperaturspektrum am 23. November zwischen -2/+5 Grad (Mittelwert: +4 Grad über dem Norden, +3 Grad über dem Westen und +1/+2 Grad über dem Osten und Süden) und am 28. November zwischen -5/+8 Grad (Mittelwert: +5 Grad über dem Norden, +4 Grad über dem Westen und +2 Grad über dem Süden und Osten). Die Niederschlagserwartung ist vom 19./23. November als hoch einzustufen, nimmt jedoch im weiteren Verlauf bis zum Monatsende ab, verbleibt jedoch im leichten Bereich. Insbesondere in Staulagen der Mittelgebirge, des Schwarzwaldes, Bayerischer Wald und der Alpen ist mit viel Neuschnee zu rechnen. Simuliert werden -je nach Höhen- und Staulage - Summen zwischen 15-80 cm Neuschnee was sicherlich eine gute Grundlage für die Pistenbedingungen in den entsprechenden Skiregionen zur Vorweihnachtszeit sein kann. Klar ist auch, dass die außergewöhnliche Warmperiode (aktuell ein Temperaturüberschuss von +6 Grad) zum Beginn des letzten November-Drittels ihr Ende finden wird.

Das Langfristmodell simuliert in seiner Winterprognose für den Dezember ein Temperaturüberschuss gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +1/+2 Grad, für Januar ein Überschuss von +2/+3 Grad und für Februar ein Überschuss von +0,5/+2 Grad. Insgesamt liegt die simulierte Mitteltemperatur der Wintermonate um +0,5/+3 Grad im zu milden bis zu warmen Bereich. Geht es nach der Winterprognose des Langfristmodells vom Deutschen Wetterdienst, so liegen die Wahrscheinlichkeiten für zu warme Temperaturen über die Wintermonate Dezember, Januar und Februar bei 53 Prozent, normale Temperaturen bei 30 Prozent und zu kalte Temperaturen bei 17 Prozent. Damit stehen die Simulationen der Langfristmodelle weiterhin konträr gegenüber dem Setup der sog. Randfaktoren (s. Winterprognose vom 15. November).

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