Stürmische Zeiten stehen in den kommenden Tagen bevor, wobei insbesondere in der Nacht auf Mittwoch kommender Woche auch Extremwindereignisse nicht auszuschließen sind. Der Grund für die aktiv-dynamische Westwetterlage ist eine Tiefdruckrinne, welche von Neufundland über Island/England bis über das östliche Skandinavien verlaufen kann, während sich gleichzeitig von den Azoren bis über dem östlichen Mittelmeerraum ein Hochdrucksystem erstrecken kann. Deutschland liegt exakt zwischen beiden Wettersystemen, deren Gradienten sich weiter komprimieren und somit für die Windereignisse verantwortlich sein können. Während der Norden mit vermehrten Niederschlag und Windereignissen im Einflussbereich der Tiefdrucksysteme liegt, verbleibt der Süden bis zur Wochenmitte noch weitgehend in relativ trockenen Bereich des Hochdrucksystems. Spannend bleibt die Frage, wie sich das Wetter darüber hinaus entwickeln kann.

Das amerikanische Wettermodell simuliert eine anhaltende Randtiefentwicklung zwischen den Tiefdrucksystem über Skandinavien und dem Hochdruckgebiet über dem Süden. Anders formuliert bleibt somit die Gefahr von Stark- und Extremwindereignissen im Zeitraum 17./21. November grundsätzlich erhalten. Die Tiefdrucksysteme positionieren sich jedoch zunehmend weiter nach Osten, so dass Deutschland, die Schweiz und Österreich zunehmend auf die kühlere Rückseite des Zentraltiefs bei Skandinavien gelangen können. Im Zeitraum zwischen dem 20./29. November simuliert das amerikanische Wettermodell eine höhere Wahrscheinlichkeit für hohen Luftdruckaufbau im Bereich zwischen Neufundland/Azoren/Grönland, was die Wellenbewegung entlang der sog. Polarfront erhöhen kann (Wahrscheinlichkeit für Trogwetterlagen steigt). Da das Hochdrucksystem westlich von Mitteleuropa liegt, steigt die Wahrscheinlichkeit, als dass Deutschland in eine nordwestlich orientierte Zirkulationsstruktur gelangen kann. Was bedeutet das? Die Temperaturen kühlen sich zunehmend ab, allerdings bleibt die Tiefdruckaktivität hoch, so dass richtig kalte Temperaturen weniger wahrscheinlich sind, sondern vielmehr nasskalte - Jahreszeit-typische - Werte möglich sein können. So werden bei derzeit simulierten Tagestemperaturen zwischen +1/+7 Grad ab dem 21. November die einen oder anderen Schneeschauer ab mittleren Lagen nicht auszuschließen sein und - je nach Intensität - können diese in der Nacht auch bis in tiefere Lagen in Schnee übergehen.

Das europäische Wettermodell simuliert die Starkwindphase ebenfalls im Zeitraum vom 17./21. November, so dass dessen Eintreffwahrscheinlichkeit zwischenzeitlich als hoch einzustufen ist, im Detail ihrer Entwicklung aber noch abzuwarten bleibt. Im Zeitraum zwischen dem 21./24. November positioniert sich das Azorenhoch in einer von Süd nach Nord verlaufenden Hochdruckachse als blockierendes Wetterelement auf dem Atlantik, so dass die Tiefdrucksysteme nicht mehr ungehindert "durch rauschen" können. Das gibt dem Zentraltief bei Skandinavien ebenfalls die Gelegenheit nach Süden einen Abtropfvorgang einzuleiten, so dass das Wetter über Deutschland, der Schweiz und Österreich kühler werden kann. Die Konstellation ist dabei etwas "günstiger" wie nach dem amerikanischen Wettermodell, da das Hoch in relativ stabiler Position auf dem Atlantik verbleibt. Somit kann sich über Mitteleuropa ein meridionales Zirkulationsmuster ausbilden (Nord-Süd, Süd-Nord), bei der Mitteleuropa im kühlen Sektor liegt. Schneefall bis in mittlere Lagen sind auch nach dem europäischen Wettermodell im Zeitraum 21./24. November wahrscheinlich und bis in tiefere Lagen unter Umständen nicht auszuschließen.

Die Kontrollläufe stützen den "Temperatursturz" (gegenüber den aktuell zu warmen Temperaturen) mehrheitlich, wobei der Mittelwert sich dem Jahreszeit-typischen Wert annähert und z.T. auch darunter liegen kann (zu kalt). So liegt das Temperaturspektrum am 22. November zwischen -1/+12 Grad (Mittelwert: +3/+4 Grad über dem Süden, Osten und Westen und +5 Grad über dem Norden) und am 28. November zwischen -4/+12 Grad (Mittelwert: +4 Grad über dem Westen und Norden und +1/+2 Grad über dem Osten und Süden). Bestätigt wird dieser Trend durch die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+4) / normal (+5/+10) / zu warm (>+11), welche am 24. November bei 60/35/5 und am 29. November bei 75/20/5 liegen. Wann kommt der Winter? Das eher nasskalte Szenario ist - zum heutigen Stand - noch nicht als "Wintereinbruch" zu bezeichnen, aber man muss die weiteren Simulationen noch abwarten - unwahrscheinlich wäre diese Entwicklung nicht. Wann kommt der Schnee? Betrachtet man die Varianten der Verhältnisse der Kontrollläufe, welche unter der +2 Grad Marke liegen und somit - zumindest ab den mittleren Lagen zwischen 400-800 Meter für etwas Schnee sorgen können - so liegt die Wahrscheinlichkeit heute bei 40 Prozent, wenngleich diese im Süden und Osten höher einzustufen ist, als über dem Westen und Norden. Die Wetterentwicklung bleibt spannend, aus diesem Grund erfolgt heute Abend gegen 20:50 Uhr eine Aktualisierung dieser Wetterprognose Winter 2015/16.

Am morgigen Sonntag erfolgt gegen 17:00 Uhr der dritte Teil unserer Witterungstrends zum Winter 15/16 und wir gehen hierbei näher auf das Setup der sog. Randfaktoren ein (1. Teil statistische Betrachtung | 2. Teil Betrachtung Erhaltungsneigung und Ausgleichsverhalten).
Aktualisierung:
Die Wettermodelle bleiben bei der anhaltendenden dynamischen Wetterentwicklung in den kommenden Tagen, bei der Stark-, z.T. aber auch Extremwindereignisse nicht auszuschließen sind. Ebenfalls fast identisch sind die Simulationen der Wettermodelle zur Wetterentwicklung nach der aktiv-dynamischen Phase bis zum 21. November. So positioniert sich am 21. November das Azorenhoch in einer von Süd nach Nord verlaufenden Hochdruckachse zwischen den Azoren und Island und blockiert weitgehend die atlantischen Tiefdrucksysteme. So wird einem Zentraltief über Skandinavien der Spielraum gegeben, um über Mitteleuropa einen Abtropfvorgang in Richtung Süden einzuleiten. Anders formuliert meridionalisiert das Zirkulationsmuster (Nord-Süd, Süd-Nord) entlang der Polarfront, was die Wahrscheinlichkeit von kühlen, teils auch kalten Trogwetterlagen über Deutschland, der Schweiz und auch Österreich ermöglichen kann. Wie kalt könnte es denn werden? Die Kontrollläufe simulieren ein Temperaturspektrum, welches am 22. November zwischen -2/+8 Grad (Mittelwert: +5 Grad über dem Norden, +4 Grad über dem Westen und +2/+3 Grad über dem Osten und Süden) und am 28. November zwischen -4/+10 Grad (Mittelwert: +5 Grad über dem Norden, +4 Grad über dem Westen und +1/+2 Grad über dem Osten und Süden) im eher nasskalten Bereich sich befindet. Insgesamt sind die Simulationen der Wettermodelle für das letzte November-Drittel im Tagesverlauf noch etwas kühler geworden. Kommt Schnee? Bei mittleren Höhentemperaturen von -7/-2 Grad sind Schneeoptionen ab den mittleren Lagen (400-800 Meter) durchaus wahrscheinlich und in tiefere Lagen nicht ausgeschlossen - bei Nordwest- bis Nordlagen sind insbesondere entlang der Mittelgebirge und der nördlichen Alpen Stauniederschläge zu erwarten, was dort in höheren Lagen für eine gute Schneelage sorgen könnte und sicherlich für die anstehende Skisaison vor und um Weihnachten eine gute Grundlage der Skipisten sorgen könnte.

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