Seit Tagen berichten wir in unseren Prognose, dass die aktuell hohen Temperaturen für November außergewöhnlich sind. So liegt die aktuelle Mitteltemperatur für die ersten 11 Novembertage bei einem Überschuss von rund +6,3 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert. Amtlich wird die diese Außergewöhnlichkeit durch die Messdaten des Deutschen Wetterdienstes, welche insbesondere die Länge der Wärmeperiode in den Vordergrund stellt - das hat es seit dem Messbeginn vor 134 Jahren noch nie zuvor gegeben. Und schon heute ist klar, dass der November gegenüber seinem langjährigen Mittelwert zu warm ausfallen wird. Warum? Die Temperaturen der kommenden Tage kühlen sich zwar etwas ab, bleiben aber für die Jahreszeit noch zu hoch und ab dem kommenden Sonntag können die Temperaturen erneut ansteigen, so dass sich bis zum 18. November voraussichtlich nichts an dem Temperaturüberschuss von rund +6,3 Grad ändern wird. Um also einen normalen Temperaturverlauf zu ermöglichen, müsste sich in den verbleibenden 12 Tagen ein Kaltluftpotential aufbauen, welche den Temperaturüberschuss kompensiert - anders formuliert müssten Tageswerte von -5/-10 Grad als Höchsttemperatur vorherrschend sein, um noch ein ausgeglichenes Temperaturverhältnis herbeizuführen. Ein solche Wetterentwicklung ist aber nach aktueller Simulation der Wettermodelle nicht zu erkennen. Spannend wird die Wetterentwicklung aber allemal, da Extreme auch eine Folgewirkung auslösen können.

Ein Extrem simuliert heute das amerikanische Wettermodell. Die zu Grunde liegende Großwetterlage besteht aus einer Tiefdruckrinne, welche von Neufundland über Island/England bis über das östliche Skandinavien reicht. Diese Tiefdruckrinne erhält ihre Dynamik mit weiteren Kaltluftvorstößen im Bereich zwischen östliches Kanada, Grönland und europäisches Nordmeer. Als "Gegenspieler" dieser Tiefdruckrinne ist das Hoch über dem Süden zu definieren, welches sich überwiegend von den Azoren bis über den östlichen Mittelmeerraum erstrecken kann. Die Grenze zwischen beiden Systemen verläuft über Mitteleuropa und es ist davon auszugehen, dass sich die Gradienten zueinander mehr und mehr komprimieren werden. Die Folge: Randtiefentwicklungen mit sog. Schnellläuferoptionen, welche beide Stark- bis Extremwindereignisse zum Ergebnis haben können. Voraussichtlich könnte die erste Randtiefentwicklung kommender Woche im Zeitraum von Dienstag / Donnerstag erwartet werden - Details hierzu müssen noch abgewartet werden. Wie geht es weiter? Das amerikanische Wettermodell simuliert im Zeitraum zwischen dem 19./26. November eine sich zentrierende Tiefdruckposition im Bereich zwischen Island und England, so dass die Tiefdruckrinne "nur" noch zwischen Neufundland, Island/England und dem westl. Skandinavien verlaufen kann. Gleichzeitig kann sich auf der Vorderseite des Tiefdrucksystems hoher Luftdruck etablieren, was die Grundströmung über Deutschland, Österreich und der Schweiz auf südwestliche Richtungen drehen lässt. Die Folge hieraus wäre zunächst eine Fortführung der der milden und zu warmen Temperaturen bis zum 21./22. November. Im Zeitraum 21./24. November kann sich das Zentraltief etwas östlicher positionieren, was kurzweilig die Zufuhr kühlerer (nasskalter) Luftmassen ermöglichen könnte, bevor sich das Zentraltief zum 24./26. November wieder westlicher orientiert und erneut milde bis warme Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen kann. Anders formuliert zeigt das amerikanische Wettermodell in seinen Brechungen nur wenig Wahrscheinlichkeiten für ein "knackig" kaltes letztes November-Drittel.

Etwas anders ist die Simulation des europäischen Wettermodells, welches bspw. das Starkwindereignis erst zum 18./19. November simuliert und dieses zunächst nur auf die nördlichen Regionen von Deutschland beschränkt. Erst im weiteren Verlauf folgt ein weiteres Tiefdrucksystem nach, welches zum 20./21. November auch zu Extremwindereignissen führen kann. Nachfolgend gelingt es diesem Tiefdrucksystem das Kaltluftreservoir über dem europäischen Nordmeer "anzuzapfen" und im Verbund mit einem Hoch zwischen Neufundland und Grönland nach Süden zu führen. Anders ausgedrückt zeigt sich hier ein Potential für eine kühlere Temperaturphase über Deutschland, Österreich und der Schweiz im letzten November-Drittel.

Bis es aber soweit ist, liegt die Wahrscheinlichkeit bei beiden Wettermodellen für eine weiterhin zu milde/zu warme Temperaturphase höher als für kühlere Varianten. So simulieren die Kontrollläufe insgesamt ein breites Spektrum an Entwicklungsmöglichkeiten im Zeitraum zwischen dem 17./26. November, bei der mehrheitlich eine rege Niederschlagsaktivität berechnet wird. Das Temperaturspektrum liegt am 19. November zwischen +4/+15 Grad (Mittelwert: +9/+11 Grad) und am 25. November zwischen -1/+15 Grad (Mittelwert: +6/+7 Grad). Schaut man auf die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+4) / normal (+5/+10) / zu warm (>+11), so liegen diese am 21. November bei 15/60/25 und am 27. November bei 35/50/15. So bestätigt sich der langsame aber stetige Normalisierungstrend der Temperaturen zum Ende des Zweiten und zu Beginn des letzten November-Drittels. Und wie hoch liegen die Wahrscheinlichkeiten für Schnee, bzw. einen kalten Temperaturabschnitt? Die Wahrscheinlichkeit für Temperaturen unterhalb der +3 Grad Marke liegen bspw. am 27. November bei rund 25 Prozent. Das Langfristmodell simuliert mit einer Abweichung von +3/+4 Grad (wen wundert es) einen deutlich zu warmen Temperaturverlauf im November. Für die Winterprognose simuliert das Langfristmodell eine Abweichung von +1/+3 Grad und bestätigt heute den Trend der letzten Wochen für einen zu milden/zu warmen Wetterverlauf der Monate Dezember, Januar und Februar. Im Niederschlagsverhalten simuliert das Langfristmodell für November ein Defizit (über dem äußersten Norden auch eine normale Tendenz), welche über die Monate von Dezember bis Februar positiv (zu nass) zu bewerten ist. Gibt es denn gar keine "Hoffnungen" für alle die sich etwas Schnee wünschen? Die gibt es weiterhin und liegen in der Aktivität und Dynamik der kommenden Wetterlage begründet. Kippt ein Tiefdruckausläufer auf seinem Weg nach Osten nach Südosten ab, wird das Hoch weiter nach Westen positioniert und sollte der Tiefdrucknachschub aus Westen unterbunden werden können, könnte sich das Zirkulationsmuster verändern - wie bereits weiter oben erwähnt, liegt die Wahrscheinlichkeit hierfür bei 25 Prozent - nicht viel, aber immerhin!

Wir möchten uns an dieser Stelle bei Ihnen für eine teilweise verzögerte Erscheinung der Wetterprognose entschuldigen. Der Hintergrund hierfür liegt in der Technik, wobei wir den Fehler zwischenzeitlich identifizieren konnten. Eine Behebung erfolgt in Kürze, so dass die angekündigten Updates der Wetterprognosen zukünftig wieder pünktlich erscheinen werden.

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