In den kommenden Tagen zeigt sich das Wetter über dem Norden mit höherem Tiefdruckeinfluss unbeständiger und auch windiger als über dem Süden, wo ein Hochdrucksystem das Wettergeschehen weitgehend dominieren kann. Etwas deutlicher zeigt sich die Zweiteilung beim Wetter über Deutschland in der simulierten Niederschlagsprognose bis einschließlich Donnerstag kommender Woche, bei der über dem Norden (etwa nördlich einer Linie Bielefeld - Dresden) Niederschlagssummen zwischen 3-15 l/m² und über dem Süden mit 0-3 l/m² deutlich weniger Niederschläge simuliert werden. Nichtsdestotrotz zeigen die heutigen Simulationen der Wettermodelle auch für den Norden eine geringere Niederschlagsentwicklung als wie noch in den Tagen zuvor, wo z.T. noch bis zu 35 l/m² in Aussicht gestellt wurden. Das Hoch übt also auch auf den Norden einen höheren Einfluss aus, was sich auch in den Temperaturen mit +10/15 Grad - örtlich bis +17 Grad widerspiegelt. Von herbstlichen oder gar winterlichen Temperaturen ist das Wetter derzeitig weit entfernt. So verwundert es nicht, dass der aktuelle Temperaturmittelwert gegenüber dem langjährigen Mittelwert um +5,13 Grad (!!!) zu warm ist.

Das amerikanische Wettermodell simuliert im Zeitraum vom 12./18. November weiterhin eine aktive und westlich ausgerichtete Tiefdruckrinne, welche von Neufundland über Island/England und Skandinavien bis über das westliche Russland verlaufen kann. Im gleichen Zeitraum liegt zwischen den Azoren, Spanien, Frankreich, dem Alpenraum sowie über dem Mittelmeerraum ein Hochdrucksystem, welches die Schweiz, Österreich und auch den Süden von Deutschland weitgehend beeinflussen kann. So wird sich im Zeitraum zwischen dem 12./18. November nach der aktuellen Simulation nur wenig verändern. Zwar haben die Tiefdrucksysteme durchaus Potential für sog. Randtiefdrucksysteme, welche das Zirkulationsmuster - zumindest Rückseitig - verändern könnten, allerdings rücken von Westen her rasch weitere Tiefdrucksysteme nach, was eine Abkühlung nur von kurzer Dauer ermöglichen kann. Anders formuliert zeigt sich in diesem Zeitraum ein langsamer aber doch stetig zurückgehender Temperaturtrend. Im Zeitraum zwischen dem 18./22. November kommt es nach der Berechnung des amerikanischen Wettermodells zu einer Aufwölbung des Hochdrucksystems über Mitteleuropa, während gleichzeitig ein Tiefdrucksystem über dem östlichen Europa nach Süden abtropft und kalte Luftmassen bis über das östliche Mittelmeer führen kann. Auch wenn Deutschland hierbei - und zum heutigen Stand - auf der relativ warmen und ruhigen Hochdruckseite liegt, bestätigt sich heute die zunehmende Meridionalisierung (Süd-Nord, Nord-Süd) des Zirkulationsmusters zum Ende des zweiten November-Drittels erneut.

Das europäische Wettermodell bestätigt bis zum 13. November die viel zu warme Temperaturentwicklung über Deutschland, bei einem leicht wechselhaften und windigen Norden von Deutschland. Im Zeitraum zwischen dem 14./18. November ergeben sich durchaus Differenzen zur Entwicklung gegenüber dem amerikanischen Wettermodell, wenngleich das Ergebnis ein ähnliches sein dürfte - für die Jahreszeit zu warme Temperaturen bei einer höheren Niederschlagserwartung über dem Norden als über dem Süden. Denn auch hier läuft die "Tiefdruckproduktion" auf dem Atlantik auf Hochtouren und an "Nachschub" soll es nicht mangeln. Das Hochdrucksystem legt sich im Bereich zwischen den Azoren und Spanien auf eine etwas westlicher Position, dessen Einflussbereich aber durchaus bis nach Deutschland reichen kann. Jedoch ermöglicht diese Position einen im weiteren Verlauf etwas westlicheren Abtropfvorgang der Tiefdrucksysteme über dem Osten.

In Summe bleiben beide Wettermodelle bis zum 18. November bei einem zu warmen Temperaturniveau. Die Kontrollläufe bestätigen diese Entwicklung bedingt, denn es zeichnet sich im Zeitraum ab dem 13. November größere Unsicherheiten in der weiteren Wetterentwicklung ab. So liegt das Temperaturspektrum bspw. am 15 November zwischen +5/+15 Grad (Mittelwert: +10/+11 Grad) und am 22. November zwischen -2/+12 Grad (Mittelwert: +5/+6 Grad). Im Niederschlagsverhalten zeichnet sich ab dem 14/15. November über dem Süden, Osten und Westen eine grundsätzlich positive Entwicklung ab, welche über dem Norden ab dem 9. November eher gleichmäßig positiv verlaufen kann. Anders formuliert bestätigt sich heute der Trend eines sich normalisierenden Temperaturniveaus bis zum Ende des zweiten November-Drittels erneut. Deutlich zeigt sich dieser Entwicklungstrend anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+5) / normal (+6/+11) / zu warm (>+12), welche am 16. November bei 15/60/25 und am 23. November bei 40/40/20 liegen. Wann kommt Schnee? Betrachtet man die Varianten der Kontrollläufe, welche unter der +3 Grad Marke liegen und somit für etwas Schnee ab den mittleren Lagen sorgen könnte, so liegt die Wahrscheinlichkeit bspw. am 22. November bei rund 30 Prozent. Die nächste Aktualisierung erfolgt an dieser Stelle gegen 17:00 Uhr in einer neuen Witterungsabschätzung zum Winter (Erster Teil der Winterprognose: statistische Rahmenbedingungen). Heute gehen wir etwas näher auf das Verhaltensmuster (Erhaltungsneigung & Ausgleichsverhalten) und deren mögliche Auswirkungen auf das Winterwetter ein.

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