Mit zunehmender Windstärke kündigt sich zum Start in die neue Woche über dem Norden ein Wetterwechsel an, welcher sich bis Mittwoch noch nicht so richtig bis über die südlichen Landesteile durchsetzen kann. So dominieren über dem Norden atlantische Tiefdrucksysteme das Wettergeschehen, während über dem Süden das sich über die Azoren und Mittelmeerregion zurückziehende Hochdrucksystem noch einen größeren Einfluss auf das Wetter ausüben kann. Zwischen beiden Systemen werden die Gradienten zunehmend "dichter gedrängt", was der Auslöser für den zunehmenden Wind ist - unter Umständen kann es auch zu sog. Randtiefentwicklungen kommen, deren Entwicklung im Detail und zum heutigen Stand noch abgewartet werden muss.

Darüber hinaus simuliert das amerikanische Wettermodell vom 12./15. November eine Tiefdruckrinne, welche von Neufundland, Island/England bis über Skandinavien verlaufen kann. Im gleichen Zeitraum liegt ein Hochdrucksystem von den Azoren bis über die östliche Mittelmeerregion in einer Südwest-Nordost verlaufenden Hochdruckachse, so dass das daraus resultierende Zirkulationsmuster über Deutschland südwestlich bis westlich ausgeprägt und somit über dem Nordwesten und Norden von Deutschland generell häufiger mit unbeständigen Wetter als über dem Südosten führen kann. Die Temperaturen bleiben weiterhin in einem für die Jahreszeit zu warmen Bereich. Betrachtet man das darauf folgende Grundmuster, so ist bis zum 20. November nicht davon auszugehen, dass sich daran etwas ändert. Kalte Luftmassen strömen im Bereich zwischen dem östlichen Kanada/Grönland nach Süden und heizen - bedingt durch die Temperaturgegensätze - die Tiefdruckproduktion auf dem Atlantik an. Anders formuliert kommt es nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells zu einen raschen Ablauf von Tiefdrucksystemen, welche von West nach Ost über Mitteleuropa hinwegziehen und auf ihrer jeweiligen Vorderseite milde und auf der Rückseite entsprechend kühlere Luftmassen nach Deutschland führen können - was durchaus typisch für eine Westwindzirkulation ist. Je nachdem wie weit südlich die Tiefdruckrinne verläuft sind auch Starkwindereignisse nicht unwahrscheinlich.

Das europäische Wettermodell simuliert bis zum 11. November einen ganz ähnlichen Ansatz wie das amerikanische Wettermodell, so dass der zunehmend unbeständige und windige Wettercharakter über dem Norden wahrscheinlich wird. Im Zeitraum zwischen dem 11./16. November nehmen die Differenzen der Wettermodelle gegenüber zu. Das europäische Wettermodell positioniert bis zum 13. November die Hochdruckachse zwischen den Azoren über Spanien, Frankreich und Deutschland bis über das östliche Europa weiter nördlich, was weiterhin warme Temperaturen bei einem leicht wechselhaften Wettercharakter zur Folge haben kann. Im Zeitraum zwischen dem 13./16. November geschieht jedoch eine völlig andere Wetterentwicklung als nach dem amerikanischen Wettermodell. Das Hoch flacht nicht ab, sondern stellt sich steil zwischen den Azoren und Grönland in einer von Süd- nach Nord verlaufenden Achse auf und blockiert somit die atlantische Frontalzone vollständig. Das Zirkulationsmuster meridionalisiert dadurch (Süd-Nord, Nord-Süd), so dass auf der östlichen Seite des Hochdrucksystems die Luftmassen aus nördlichen Richtungen nach Süden geführt werden können. Anders formuliert bedeutet das eine höhere Wahrscheinlichkeit für Jahreszeit-typische Temperaturwerte im überwiegend nasskalten Bereich, welche unter bestimmten Voraussetzungen auch für die ersten Schneeflocken in mittleren bis tieferen Lagen verantwortlich sein könnte.

Zur warm oder angemessen kühl - welche der Varianten ist wahrscheinlicher? Die Differenzen zeigen sich in den Kontrollläufen mit einem breiten Entwicklungsspektrum deutlich. So beträgt die Temperaturdifferenz der Kontrollläufe zeitweilig bis zu 20 Grad. Um eine halbwegs vernünftige Prognose abgeben zu können, ist eine Differenz von maximal 10 Grad wünschenswert - Erwähnenswert ist jedoch der Trend, welche die Temperaturen in ihren Mittelwert annehmen: von deutlich zu warm (Überschuss von +4/+7 Grad) zu leicht zu warm bis normal (Überschuss von -1/+3 Grad). Anders ausgedrückt beginnt das zweite November-Drittel mit höherer Wahrscheinlichkeit zu warm, wird jedoch in seinem weiteren Verlauf zunehmend kühler simuliert. In der Niederschlagsneigung ist im zweiten November-Drittel über dem Norden und Westen ein höheres Potential gegeben, als über den südlichen und östlichen Landesteilen, was überwiegend an der oben beschrieben Hochdruckposition liegen mag. Betrachtet man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+5) / normal (+6/+11) / zu warm (>+12), so liegen diese am 14. November bei 20/50/30 und am 21. November bei 45/45/10. Zu kühle Varianten, welche auch Schneefall ab den mittleren Lagen ermöglichen könnten, liegen am 20. November bei einer Wahrscheinlichkeit von 25 Prozent gegenüber den Vortagen nahezu unverändert.

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