Das etwas mehr "Bewegung" in die aktuelle Wetterentwicklung kommt, zeigt sich bereits am kommenden Wochenende, bei der Phasenweise von Freitag bis Montag über den nördlichen Regionen mit Windereignissen und unter bestimmten Voraussetzungen z.T. auch mit Extremwindereignissen nicht unmöglich erscheinen. Etwas Niederschlag wird auch in Aussicht gestellt, welcher jedoch von Nord nach Süd eine abnehmende Tendenz aufweist. Insbesondere über dem Süden wird sich somit bis zum Start in die neue Woche nur wenig verändern, während über der Nordhälfte das Wetter "ruppiger" werden kann. Der Grund hierfür ist eine Tiefdruckrinne, welche von Neufundland über Grönland/Island bis nach Skandinavien verlaufen kann. Das Tiefdruckzentrum liegt über dem Bereich von Island und verlagert sich langsam ostwärts. Mit der Verlagerung einhergehend schwächt sich das Hochdrucksystem zunehmend ab und positioniert sich im Bereich zwischen den Azoren und dem Mittelmeerraum in einer von West nach Ost verlaufenden Hochdruckachse, was zu verschiedenen Entwicklungsszenarien führen kann.

Das amerikanische Wettermodell simuliert im Zeitraum zwischen dem 8./15. November eine Verlagerung der atlantischen Frontalzone bis über das östliche Skandinavien. In Folge daraus dreht das Zirkulationsmuster auf westliche Richtungen und ermöglicht somit die Entwicklung von sog. Randtiefsystemen, welche für Stark-, teils auch für Extremwindereignisse über Europa verantwortlich sein können (Herbststürme). Diese Entwicklung stützt das amerikanische Wettermodell seit ein paar Tagen, so dass die Wahrscheinlichkeit für einen unbeständigen, windigen und relativ milden Start in das zweite November-Drittel durchaus gegeben ist.

Das europäische Wettermodell stützt die Variante des amerikanischen Wettermodells zunächst noch nicht. Stattdessen sorgt das Hochdrucksystem am Wochenende noch für einen relativ ruhigen Wetterverlauf und erst im Zeitraum zwischen dem 9./14. November flacht sich das Hochdrucksystem ab und positioniert sich im Bereich zwischen den Azoren und der Mittelmeerregion. Die atlantische Frontalzone setzt sich auch nach den Berechnungen des europäischen Wettermodells bis zum 10. November über Skandinavien durch, allerdings verläuft die Tiefdruckrinne vor Europa mit einem "Knick" nach Süden in Richtung Azoren, so dass das Hochdrucksystem selbst immer wieder eine Anregung erfährt, sich über Mitteleuropa nach Norden aufzuwölben. In Folge daraus würde auch nach dieser Berechnung der Wettercharakter wechselhafter und windiger werden, welcher jedoch immer wieder von Hochdruckphasen unterbrochen werden könnte.

Wie wahrscheinlich ist nun die mögliche Umstellungsphase der Großwetterlage im zweiten November-Drittel? Die Signale hierfür mehren sich, wenngleich die Varianten noch zahlreich sind. Die Kontrollläufe simulieren eine zunehmende Niederschlagsneigung, welche über dem Norden und Westen ab dem 5. November und über dem Süden und Osten ab dem 8./9. November eine ansteigende Tendenz aufweist. Im Temperaturverhalten zeigt sich nach den teils deutlich zu warmen Tagen eine mäßige Abkühlung, welche bis zum 15. November sich noch immer in einem für die Jahreszeit auf zu warmen Niveau bewegen kann. Erst im Zeitraum zwischen dem 15./19. November zeigt sich mehrheitlich eine sich normalisierende Temperaturtendenz ab. So liegt das Temperaturspektrum am 10. November zwischen +8/+17 Grad (Mittelwert: +11/+12 Grad) und am 19. November zwischen -2/+12 Grad (Mittelwert: +5/+6 Grad). Geht es nach den Verhältnissen der Kontrollläufe von zu kalt (<+5) / normal (+6/+11) / zu warm (>+12), so liegen diese am 12. November bei 5/50/45 und am 19. November bei 50/40/10 und bestätigen heute erneut eine Temperaturentwicklung von zu warm/normal zu normal/zu kühl. Wann kommt der Schnee? Kommt es zu einer Westwindzirkulation, so muss sich das Wetter erst einmal beruhigen - vorher werden eher milde bis warme Luftmassen nach Deutschland geführt und so lange die Westwetterphase anhält ist auch nicht mit Schnee zu rechnen (von höheren Lagen einmal abgesehen). Geht es nach den Simulationen der Wettermodelle, so könnte die Westwindwetterphase bei einem Eintreffen sich bis zur Monatsmitte behaupten, was darüber hinaus Abkühlungsphase ermöglichen könnte. Betrachtet man also die Varianten der Kontrollläufe welche unter der +3 Grad Marke liegen und somit für etwas Schnee sorgen könnten, so liegt die Wahrscheinlichkeit zum heutigen Stand am 19. November bei knapp 35 Prozent. Formuliert man das etwas anders, so ist ein zunehmend nasskalter Witterungsabschnitt im Zeitraum zwischen dem 15./20. November zum heutigen Stand nicht unwahrscheinlich.

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