Geht es nach den aktuellen Simulationen der Wettermodelle, so nimmt der Hochdruckeinfluss zum kommenden Wochenende langsam aber stetig ab, so dass Randtiefentwicklungen - insbesondere zum Sonntag - das Wetter nachhaltiger beeinflussen und die bisherig hochdruckdominierte Großwetterlage verändern könnte. Im Detail wird es darauf ankommen, wie stark die Randtiefentwicklung ausfallen wird, welche den gesamten Tiefdruckkomplex über dem Norden weiter nach Osten befördern könnte. Die Wettermodelle simulieren heute zwei mögliche Varianten, wie diese Wetterentwicklung aussehen könnte.

Das amerikanische Wettermodell simuliert eine Verschiebung der Tiefdruckaktivität vom 7./12. November von Neufundland, Grönland/Island, westl. Skandinavien/europ. Nordmeer nach Neufundland, Island, östliches Skandinavien bis zur Barentssee hinauf. In Folge dessen gelangt der Norden von Europa in den Einflussbereich der atlantischen Frontalzone und führt dort kühlere Luftmassen über diese Regionen, während über den südlicheren Gebieten sich die wärmeren Luftmassen noch halten können. Wie in solchen Umstellungsphasen üblich, müssen die "alten Luftmassen ausgetauscht" werden und das geschieht i.d.R. mit Windereignissen. So sind nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells im Zeitraum 9./12. November Windereignisse und unter "günstigen" Bedingungen auch Starkwindereignisse über Deutschland nicht auszuschließen, während der Alpenraum der Schweiz und Österreich noch im Einflussbereich des Hochdrucksystems über dem Mittelmeer verbleiben kann. Ist der "Umzug" vonstatten gegangen, kann sich zumeist eine kühlere Rückseitenwetterphase einstellen, bei der die Luftmassen zur Ruhe kommen können. So ist im Zeitraum zwischen dem 14./18. November eine Mäandrierung ("verschlungen", nicht geradlinig) der Gradienten zueinander nicht auszuschließen, was eine Abkühlung der Temperaturen nach sich ziehen und eine Normalisierung des Temperaturspektrums auf ein Jahreszeit-typisches Niveau ermöglichen könnte.

Geht es nach der Simulation des europäischen Wettermodells, so ist die Entwicklung zunächst ähnlich der Berechnungen des amerikanischen Wettermodells, jedoch mit dem Unterschied, dass sich das Hoch über dem Süden weiter nach Norden positioniert und im Bereich zwischen Österreich, der Schweiz und Deutschland liegen kann. Gleichzeitig liegt im Bereich über der Barentssee ein weiterer Hochdruckkomplex, so dass die atlantische Frontalzone gezwungen sein wird, sich im Bereich über Skandinavien zwischen die beiden Hochdrucksysteme "hindurchzuzwängen". Anders ausgedrückt ist eine Umstellung der Großwetterlage für Deutschland, Österreich und der Schweiz nach der Berechnung des europäischen Wettermodells im Zeitraum 8./11. November zunächst weniger wahrscheinlich, da das Hochdrucksystem seinen Einfluss weiterhin geltend machen kann - ob das auch für die nördlichen Regionen von Deutschland Gültigkeit hat, wird im Detail davon abhängen, wie sich die Zugbahn der Tiefdrucksysteme entwickeln wird. Allerdings simuliert auch das europäische Wettermodell im nachfolgenden Zeitraum bis zum 13. November einen zunehmend größeren Einfluss der atlantischen Frontalzone, wenngleich dieser Prozess als gemäßigt zu bezeichnen ist und nicht so stürmisch wie nach dem amerikanischen Wettermodell berechnet wird.

Die Kontrollläufe stützen eine Zunahme der Niederschlagsaktivität im Zeitraum vom 5. November an über dem Westen und Norden und vom 7. November auch über den Gebieten im Süden und Osten. Die Entwicklung des Temperaturniveaus ist breit gestreut und liegt im Mittelwert Anfangs noch über dem langjährigen Mittelwert, nähert sich jedoch zum 15. November durchaus dem Jahreszeit-typischen Wert. So liegt das Temperaturspektrum am 8. November zwischen +8/+17 Grad (Mittelwert: +16 Grad über dem Süden, sonst +13/+14 Grad) und am 15. November zwischen +2/+14 Grad (Mittelwert: +7/+8 Grad). Für alle unter Ihnen, welche warme Temperaturen bevorzugen gilt es also die kommenden Tage zu genießen, denn der Trend zur Normalisierung der Temperaturverhältnisse im Verlauf des zweiten November-Drittels zeigt sich in den Kontrollläufe bereits seit mehreren Tagen und wird somit zunehmend wahrscheinlich. Deutlicher zeigt sich die Umstellung in den Verhältnissen der Kontrollläufe von zu kalt (<+5) / normal (+6/+11) / zu warm (>+12), welche am 11. November bei 15/35/50 und am 18. November bei 45/45/10 liegen und bestätigen heute den Temperaturtrend von zu warm/normal zu normal/zu kühl erneut. Betrachtet man die Wahrscheinlichkeit von Temperaturen unter +3 Grad - was ab den mittleren Lagen für Schnee reichen könnte - so liegt diese heute erneut bei 20 Prozent. Anders formuliert: zeigt sich das erste November-Drittel gegenüber dem langjährigen Mittelwert voraussichtlich zu warm, so erfolgt im Verlauf des zweiten November-Drittels mit höherer Wahrscheinlichkeit die Umstellung - ob es im letzten November-Drittel für den ersten Wintereinbruch reicht, bleibt abzuwarten.

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