Die spannendste Aufgabe der Meteorologen besteht aktuell darin, den Nebel richtig vorherzusagen, ansonsten sind die Wetteraussichten bis zum Wochenende nahezu identisch, wenngleich die ersten Tiefdrucksysteme sich ab Mittwoch über dem Nordwesten bemerkbar machen und zum Wochenende auch etwas weiter nach Süden vorankommen könnten. An dem für die Jahreszeit zu warmen Temperaturverhältnissen wird sich bis dahin wenig verändern - unter entsprechend günstigen Voraussetzungen kann im Wochenverlauf über dem Süden auch die +20 Grad Marke erreicht werden.

Jedoch zeigt sich mit dem schwachen, aber dennoch zunehmenden Störungen der Tiefdruckausläufer eine allmähliche Abschwächung des Hochdrucksystems, welches sich langsam vom östlichen Europa bis zum 5. November über die Mittelmeerregion verlagert und sich von dort aus nochmals kurzzeitig bis zum 7. November über Portugal, Spanien Frankreich, die Schweiz, Österreich und Deutschland nach Nordosten aufwölben kann. In Folge daraus entsteht die relativ warme Südwestanströmung der Luftmassen bei einer Niederschlagsneigung, welche über dem Nordwesten höher als über dem Südosten sein kann.

Im Zeitraum zwischen dem 7./10. November simuliert das amerikanische Wettermodell eine Kaltluftansammlung über dem Bereich Grönland/östl. Kanada in Richtung Neufundland und im Bereich zwischen der Barentssee und Karasee. In Folge daraus wird die Tiefdruckaktivität westlich und östlich des Hochdrucksystems in Gang gesetzt, was die Kaltluftzufuhr östlich des Hochs mit Hilfe eines Abtropfvorganges über das östliche Europa ermöglicht, was dort neben kalten Temperaturen auch zu Schneefällen führen kann. Westlich des Hochdrucksystems rennen die Tiefdrucksysteme gegen das Hoch an und versuchen es nach Osten zu verschieben, was aber nicht gelingen mag, da östlich des Hochs der Abtropfprozess in Gang gesetzt werden kann. Folglich könnte sich das Hoch nach kurzen Störungen im Zeitraum 7./9. November vom 9./14. November wieder über Deutschland, der Schweiz und Österreich mehr oder minder stark behaupten. Das europäische Wettermodell simuliert ein ganz ähnlichen Ansatz, bei der die Tiefdruckrinne von Grönland/Island über Skandinavien bis über das westl. Russland reichen kann. In Folge daraus drücken die Tiefdrucksysteme das Hochdrucksystem etwas nach Süden, so dass der Einfluss der Tiefdruckausläufer über dem Norden höher bewertet werden kann, als über dem Süden. Anders formuliert zeigt sich zum Beginn des zweiten November-Drittels weiterhin ein sich abschwächender Hochdruckeinfluss, mit der Möglichkeit die Großwetterlage im Verlauf des zweiten November-Drittels zu verändern.

Gerade nach einer lang anhaltenden Hochdruckdominanz gelingt die Umstellung der Großwetterlage nicht von heute auf morgen, sondern geschieht zumeist in Etappen was die Wettermodelle heute erneut mehrheitlich unterstützen. Blickt man auf die Kontrollläufe, so zeigt sich auch im Zeitraum vom 7./16. November ein größeres Entwicklungspotential. Die Niederschlagsneigung ist bis zum 5. November als gering einzustufen, welche zum 5./6. November bereits über dem Nordwesten und Norden eine ansteigende Tendenz aufweist und sich ab dem 8./9. November auch auf die Gebiete im Süden und Osten ausweiten kann und bis zur Monatsmitte mit einer schwachen Ausprägung erhalten bleibt - lediglich über dem Norden sind die Niederschlagssignale als schwach bis mäßig zu bewerten. Das Temperaturspektrum sinkt dabei von mäßig warmen bis zu warmen Werten auf ein sich für die Jahreszeit normalisierendes Temperaturniveau ab. So liegt das Temperaturspektrum am 8. November zwischen +8/+18 Grad (Mittelwert: +14 Grad über dem Norden und Osten und +16 Grad über dem Westen und Süden) und am 15. November zwischen +2/+12 Grad (Mittelwert: +7/+9 Grad). Wann kommt Schnee - ist das schon zu erkennen? Betrachtet man die Verhältnissen der Kontrollläufe von zu kalt (<+5) / normal (+6/+11) / zu warm (>+12), so liegen diese am 11. November bei 15/60/25 und am 17. November bei 35/50/15 und bestätigt somit den Temperaturtrend von zu warm/normal zu normal/zu kühl. Betrachtet man die Varianten welche unter der +3 Grad Marke liegen und somit für etwas Schnee sorgen könnten, so liegt die Wahrscheinlichkeit zum heutigen Stand am 17. November bei knapp 20 Prozent. Das Langfristmodell reagiert auf die aktuell zu warme Temperaturentwicklung im ersten November-Drittel und simuliert in seiner Wetterprognose mit einer Abweichung von -0,5/+2 Grad eine leicht zu milde bis zu warme Temperaturentwicklung für den November bei einer deutlich negativen Niederschlagsentwicklung (zu trocken), was auf die Hochdruckdominanz zurückzuführen ist. Für die Wintermonate Dezember, Januar und Februar ergeben sich gegenüber den letzten Wochen kaum Veränderungen. So liegt die Temperaturabweichung im Vergleich zum langjährigen Mittelwert mit +1/+3 Grad im zu warmen Bereich, wobei die Niederschlagsentwicklung sich zunehmend positiv (zu nass) darstellt. Möchte man die simulierte Wetterprognose des Langfristmodell interpretieren, so folgt nach einer lang anhaltenden Erhaltungsneigung (hoher Luftdruck) nachfolgend das Ausgleichsverhalten mit häufigeren Niederschlägen nach.

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