Über das Wetter zum kommenden Winter kann derzeit noch viel Spekuliert werden und wir möchten in den kommenden Tagen verschiedene Bereiche der Statistik, der Erhaltungsneigung und Ausgleichsverhalten und der Randfaktoren (Setups) näher betrachten um daraus einen möglichen Witterungsverlauf des Winter 2015/16 abzuleiten. Beginnend heute mit der Statistik. 

Die Statistik zeigt bei einem zu warmen Temperaturverlauf im Oktober eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen gleichfalls zu warmen Temperaturverlauf für die darauf folgenden Wintermonate (Auszugsweise vgl. Okt. 2014 und Winter 2014/2015 | Okt. 2013 und Winter 2013/2014 | Okt. 2012 und Winter 2012/2013 | Okt. 2011 und Winter 2011/2012 | Okt. 2010 und Winter 2010/2011). Ist der Oktober aber deutlich zu warm (über +2 Grad) und zu trocken, so folgt statistisch gesehen in 60-80 Prozent der Fälle (regionale Unterschiede) ein normaler bis zu kalter Winter. Die aktuelle Temperaturdifferenz gegenüber dem langjährigen Temperaturmittel beträgt im Oktober -0,46 Grad und die Niederschlagssumme hat in der Fläche 78 Prozent seines Solls erreicht - im Ergebnis war der Oktober 2015 etwas zu kühl und zu trocken. Rein statistisch betrachtet folgt daraus mit höherer Wahrscheinlichkeit ein normaler bis leicht zu warmer Winter.

Betrachtet man die Abfolge nach einem deutlich zu warmen Winter so folgt statistisch gesehen häufiger eine  Reihe von milden Wintern nach. Der Zyklus entspricht in etwa 3 Jahre. Da der Winter 2013/14 und 2014/15 deutlich zu warm verliefen, so ist auch unter diesem statistischen Gesichtspunkt ein weiterer zu milder Winter 2015/2016 wahrscheinlicher als ein zu kalter Winter. Das Wetter hält sich aber nicht immer an Statistiken, zumal mit dem Klimawandel sich die Verhältnisse zueinander geändert haben (Winter werden wärmer), die Statistik liefert jedoch Anhaltspunkte. Anders formuliert würde ein "zu kalter Winter" in Zeiten des Klimawandels voraussichtlich normal bis leicht zu warm ausfallen und ein "normaler Winter" leicht zu warm (vgl. Jahrestemperaturen) - aus statistischer Sicht geht der Trend in Zeiten des Klimawandels zu wärmeren Wetterperioden über die Wintermonate. Für die Wintermonate zeigt das Langfristmodell gegenüber dem langjährigen Mittelwert (1961-1990) mit einer Abweichung von +1/+3 Grad eine zu warme Temperaturentwicklung, welche im Januar und Februar auch deutlicher ausgeprägt sein kann - für die Niederschlagserwartung zeigt sich über die Wintermonate hinweg eine positive Tendenz ab. Die entscheidenden Faktoren - die sog. Setups - für einen zu warmen, normalen oder zu kalten Winterverlauf zeigen jedoch in ihrer Tendenz einen normalen bis leicht zu kalten Verlauf der Temperaturen über die Wintermonate. Gleiches gilt auch für ein "eingefahrenes" Zirkulationsmuster (Erhaltungsneigung), welches in diesem Jahr stärker ausgeprägt war und dessen Veränderung im weiteren Ablauf (Ausgleichsverhalten) - darauf gehen wir im zweiten Teil der Betrachtung Erhaltungsneigung und Ausgleichsverhalten etwas näher ein.

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