Bis zum 6. November bleibt das Wetter ruhig und mal abgesehen vom äußersten Westen und Norden, wo am Mittwoch und Donnerstag etwas Niederschlag nicht auszuschließen ist, bleibt es weitgehend trocken. Die Temperaturen steigen mit viel Sonnenschein auf +13/+19 Grad, während es in Nebelgebieten mit +6/+12 Grad entsprechend kühler bleiben kann. Betrachtet man den für die Jahreszeit-typischen Temperaturwert, so ist der zu erwartende Wert etwa um +2/+7 Grad zu warm. Der Grund für diese warme und trockene Wetterlage ist ein Hochdrucksystem über dem östlichen Europa, welches seinen Schwerpunkt bis zum 6. November nach Süden über die Mittelmeerregion verlagert. Diese Verlagerung ermöglicht den Tiefdruckausläufern einen größeren Spielraum das Wetter über dem westlichen Deutschland und der westlichen Schweiz mit Wolken und etwas Niederschlag zu beeinflussen.

Das daraus resultierende Strömungsmuster ist südwestlich geprägt und blickt man - nach der aktuellen Simulation der Wettermodelle - auf den Atlantik, so steht schon das nächste - kräftige - Tiefdrucksystem in "Lauerstellung". In Folge erfährt das Hochdrucksystem einen neuerlichen Anreiz sich nach Norden auszudehnen, so dass im Zeitraum 6./9. November mit einer weiteren Hochdruckdominanz zu rechnen ist, wenngleich schwache Tiefdruckausläufer das Wetter über dem Westen und Norden zeitweilig mit beeinflussen können. An den für die Jahreszeit zu warmen Temperaturen wird sich voraussichtlich nichts ändern. Interessant ist jedoch das aktuelle Entwicklungsmuster der Simulationen der Wettermodelle. So kommt es im Zeitraum 7./10. November im Bereich zwischen Grönland und dem östlichen Kanada zu einem Kaltluftvorstoß in Richtung Neufundland, was die Tiefdruckproduktion dort weiter beleben kann. Die simulierte Tiefdruckrinne verläuft bei beiden Wettermodellen zunächst noch ähnlich, jedoch nehmen die Differenzen zum Wechsel in das zweite November-Drittel zu, so dass im Wesentlichen zwei Varianten daraus entstehen könnten.

In der ersten Variante gelingt es der atlantischen Frontalzone sich bis über das östliche Skandinavien durchzusetzen, was über Deutschland das Zirkulationsmuster auf ein westlich orientiertes drehen lassen kann. Wind und Regen bei mäßig milden bis milden Temperaturen wären die Folge daraus, wobei Randtiefentwicklungen mit entsprechenden Starkwindereignissen nicht auszuschließen wären. Die Achse der Tiefdruckrinne kippt im weiteren Verlauf bis zum 15. November wieder auf südwestliche Richtungen, was für eine neuerliche Ausbildung eines Hochdrucksystems Mitteleuropa förderlich wäre. In der zweiten Variante sorgt das Hochdrucksystem mit einer nördlicheren Position dafür, dass die atlantische Frontalzone im Bereich Skandinavien blockiert werden kann. Daraus resultiert eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen Abtropfvorgang über dem östlichen Europa, was zunächst kühlere Luftmassen nach Süden führen und welche im weiteren Verlauf im Verbund mit dem Hoch nach Deutschland geführt werden könnten. In Folge dieser Variante bleibt die Hochdruckdominanz bei einem zurückgehenden Temperaturniveau weitgehend erhalten.

Die Kontrollläufe bestätigen für Deutschland, Österreich und der Schweiz einen weitgehend trockenen Wettercharakter im Zeitraum 1./7. November, welcher im Zeitraum 7./15. November zunächst im Westen und Norden von Deutschland eine leicht ansteigende Tendenz aufweist, sich aber rasch auch nach Süden und Osten ausweiten kann. Das Temperaturniveau zeigt im Verlauf vom 7./15. November eine abnehmende Tendenz auf. So liegt das Temperaturspektrum am 8. November zwischen +7/+20 Grad (Mittelwert: +14 Grad über dem Norden, sonst +15/+16 Grad) und am 14. November zwischen +1/+13 Grad (Mittelwert: +9/+10 Grad). Erwähnenswert ist das breite Entwicklungspotential im Zeitraum 9./13. November zwischen hohem und tiefen Luftdruck über Deutschland, so dass eine andauernde Hochdruckpräsenz keinesfalls zum Beginn des zweiten November-Drittel als gesichert gilt. Etwas deutlicher zeigt sich der normalisierende Temperaturtrend in den Verhältnissen der Kontrollläufe von zu kalt (<+5) / normal (+6/+11) / zu warm (>+12), welche am 10. November bei 15/45/40 und am 16. November bei 45/45/10 eine Verschiebung von normal/zu warm nach normal/zu kühl andeuten. Die nächste Aktualisierung erfolgt an dieser Stelle gegen 17:00 Uhr, hierbei gehen wir etwas näher auf die statistischen Rahmenbedingungen und deren mögliche Auswirkungen auf das Winterwetter ein.

Anzeige

Ihnen gefällt die Wetterprognose? Teilen Sie es anderen mit!