Hoher Luftdruck dominiert weiterhin die Simulationen der Wettermodelle für das Wetter Anfang November. So bleibt die spannendste Frage der kommenden Tage: wo löst sich der Nebel auf und kommt bei warmen Temperaturen die Sonne zum Vorschein und wo bleibt es teils den ganzen Tag über bei relativ frischen Temperaturen neblig-trüb? Wie geht es weiter, bleibt das Hochdrucksystem auch darüber hinaus erhalten? In den letzten Tagen zeichnete sich eine derartige Tendenz ab, welche vom amerikanischen Wettermodell im Zeitraum zwischen dem 5./9. November auch heute weiterhin gestützt wird. So liegt das Hochdrucksystem am 5. November über Mitteleuropa und "stemmt" sich mit aller Kraft gegen einen Tiefdruckkomplex auf dem Atlantik, welcher mit einem Kerndruck von bis zu 945 hPa beeindruckend tief liegen kann. Ganz gemäß dem Motto "wo eine Aktion ist, tritt eine entsprechende Gegenreaktion ein" lässt sich demnach die Wetterlage im ersten November-Drittel beschreiben. Die Tiefdrucksysteme rennen regelrecht gegen das "Hochdruckbollwerk" an und nehmen eine Tiefdruckrinne ein, welche zwischen Neufundland, Azoren und Island/Grönland bis über das europ. Nordmeer verlaufen kann. In Folge daraus verbleibt Deutschland, die Schweiz und auch Österreich nicht nur im Hochdruckbereich, sondern es können mit einer südlichen Anströmung warme Luftmassen über die Alpen geführt werden, was die Temperaturen in 1.500 Meter Höhe auf bis zu +10 Grad ansteigen lassen kann. Deutschland liegt zudem im gradientenschwachen Bereich des Hochdrucksystems, so dass im weiteren Verlauf die Temperaturen bis zum 10. November in den unteren Luftschichten weiter auskühlen könnten - ob es für eine Inversionswetterlage (oben warm, unten kühl) reichen wird, bleibt zum heutigen Stand noch abzuwarten, ist aber nicht unwahrscheinlich. Erst zum 9./11. November gelingt es den Tiefdrucksystemen über dem europäischen Nordmeer sich zu "lösen" und weiter nach Osten in Richtung Barentssee zu ziehen um im weiteren Verlauf über dem westl. Russland/östlichen Europa nach Süden einen Abtropfvorgang einzuleiten. Sollte dies geschehen, so würde das Hochdrucksystem einen neuerlichen Anreiz erfahren, sich nach Norden in Richtung Skandinavien auszudehnen, was den trockenen Grundcharakter noch bis zum 13./14. November verlängern könnte. Allerdings kann das Hoch mit seiner nördlichen Position für eine Ostanströmung der Luftmassen über Mitteleuropa sorgen. Nun gelangen nach der aktuellen Simulation des amerikanischen Wettermodells bis zum 11. November kühle Luftmassen über das östliche Europa, welche mit dem Wind aus östlichen Richtungen auch nach Deutschland geführt werden könnten. In Folge daraus wären im Verlauf des zweiten November-Drittels durchaus Jahreszeit-typische Temperaturwerte zu erwarten. Geht es nach der Simulation des europäischen Wettermodells, so wird das Hochdrucksystem nicht so stabil wie nach dem amerikanischen Wettermodell berechnet. Zwar ist auch demnach mit einer weitgehenden Hochdruckdominanz bis zum 8. November zu rechnen, welche jedoch in abgeschwächter Form zeitweilig den Einfluss von Tiefdruckausläufern mit etwas Niederschlag zulassen kann. Die Kontrollläufe stützen einen weitgehend trockenen Grundcharakter im Zeitraum zwischen dem 5./10. November mit einer leicht ansteigenden Niederschlagstendenz ab dem 8. November über dem Nordwesten, welche im Zeitraum zwischen dem 10./14. November sich auch auf die anderen Regionen ausweiten kann. Anders formuliert ist eine Hochdruckdominanz im ersten November-Drittel als wahrscheinlich einzustufen und ein beginnender Wetterwechsel zum zweiten November-Drittel hin nicht unwahrscheinlich. Wann kommt der Winter, bzw. wann kommt der Schnee? Geduld ist für alle gefragt, welche sich den Winter herbei sehnen. Die Umstrukturierung der kühlen Luftmassen mit einer Tiefdruckverlagerung in Richtung Barentssee mit anschließend möglichen Abtropfvorgang über dem östlichen Europa würde die Kaltluftadvektion bis nach Deutschland ermöglichen, so dass die Temperaturen bi szum 14. November einen für die Jahreszeit-typischen Charakter annehmen können - von winter wäre demnach aber noch nicht zu sprechen. Deutlicher zeigt sich das anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+5) / normal (+6/+11) / zu warm (>+12), welche am 9. November bei 5/70/25 und am 13. November bei 30/55/15 liegen und somit einen Temperaturtrend von normal/zu warm zu normal/zu kühl zumindest in Aussicht stellen können.

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