Geht es nach der aktuellen Wettervorhersage bis zum kommenden Freitag, so bleibt der teils trübe Wettercharakter weitgehend erhalten und mit etwas Niederschlag ist auch zu rechnen. Die Temperaturen steigen mit einem auf Südwest drehenden Wind etwas an und können bis zum Donnerstag Werte zwischen +10/+15 Grad und örtlich bis +17 Grad erreichen. Insbesondere der Wind wird wohl zum Wochenausklang in den Vordergrund rücken. Der Grund ist ein Tiefdrucksystem, welches auf der östlichen Flanke eine Hochdruckkeils des Azorenhochs nach Osten über die Nord- und Ostsee abdriftet und dabei eine Verstärkung seiner Gradienten erfährt, so dass in Folge daraus der Wind am Donnerstag und Freitag auch stürmisch auffrischen kann. Da die Zugbahn des Tiefdrucksystems heute im Detail noch nicht sichergestellt ist, sind Veränderungen in der Wetterprognose durchaus noch möglich. Darüber hinaus simuliert das amerikanische Wettermodell heute eine Entwicklung, welche zu zwei Wettervarianten führen kann. Das Tiefdrucksystem verlagert sich zunächst nach beiden Varianten nach Osten und nachfolgend kann sich hoher Luftdruck über Mitteleuropa positionieren. In der ersten Variante strebt das Hochdrucksystem weiter nach Norden und erreicht zum 24. Oktober den skandinavischen Raum, wird dort aber von einem Tiefdrucksystem blockiert und weicht zum 25./26. Oktober nach Westen in Richtung Island aus. In dieser Konstellation kommt es zwischen beiden Systemen zur Advehierung kalter Luftassen über dem europäischen Nordmeer und bis zum 29./31. Oktober nach Süden bis über Deutschland geführt werden können. Sollte diese simulierte Variante eintreten, so wären Ende Oktober die ersten Schneeschauer bis in tiefere Lagen nicht auszuschließen. In der zweiten Variante verlagert sich das Hochdrucksystem Mitteleuropa/Skandinavien kaum und festigt sich bis zum Monatsende über Skandinavien, so dass der Wettercharakter über Deutschland mit Sonne, Wolken, teils neblig-trüben Wetter bei einer geringfügigen Niederschlagsneigung als typisch herbstlich bezeichnet werden kann. Interessant ist der aber zu Grunde liegende Ansatz des amerikanischen Wettermodells mit Hilfe eines Tiefdrucksystems erneut kalte Luftmassen polaren Ursprungs über das östliche Europa nach Süden zu führen. Geht es nach dem europäischen Wettermodell, so liegt das Hochdrucksystem zwischen dem 24./31. Oktober weiter östlich über Osteuropa, so dass sich hieraus eine dritte Variante ergeben kann. Durch die östliche Position können die Tiefdrucksysteme nicht bis nach Skandinavien vorankommen, was auch den Kaltluftzustrom unterbinden kann. Da die Tiefdrucksysteme blockiert werden, kommt es vor Mitteleuropa zu einem sog. Abtropfvorgang der Tiefdrucksysteme, welches im Verbund mit dem Hochdrucksystem die Zufuhr milder - teils warmer - Luftmassen aus südlichen Richtungen nach Deutschland ermöglichen könnte. Wie warm? Simuliert werden durchaus Temperaturen, welche im Bereich zwischen +15/+20 Grad liegen können. Frühwinterlich kalt (nasskalt), herbstlich kühl/mild oder mild/warm, welche der Varianten ist im Zeitraum zwischen dem 24./31. Oktober wahrscheinlicher? Entscheidend wird sein, wie sich das Hochdrucksystem zum kommenden Wochenende über Deutschland entwickeln kann und wie es sich letztlich positionieren wird. Liegt es westlicher, so sind kühle Temperaturwerte möglich, liegt es über Deutschland, ist eher mit normalen bis leicht zu warmen Temperaturen zu rechnen, während eine östliche Position wärmere Temperaturen zur Folge haben kann. Die Kontrollläufe simulieren - gegenüber den letzten Tagen - ein breiteres Entwicklungsspektrum an Möglichkeiten, was auf zunehmende Unsicherheiten schließen lässt. So wird im Zeitraum zwischen dem 23./28. Oktober eine weitgehend schwache Niederschlagserwartung simuliert, welche über dem Süden und Osten auch noch bis zum 31. Oktober fortgeführt wird, während über dem Westen und Norden die Niederschlagsneigung etwas zunehmen kann (Tief über dem nördlichen Europa). Im Temperaturverhalten zeigt sich im Mittelwert eine durchaus normale Temperaturentwicklung, wenngleich das Temperaturspektrum ebenfalls eine Zunahme an Möglichkeiten für die Temperaturentwicklung aufzeigt. So liegt das Temperaturspektrum am 25. Oktober zwischen +4/+20 Grad (Mittelwert: +9 Grad über dem Osten, +10/+11 Grad über dem Norden und Westen und +12 Grad über dem Süden) und am 31. Oktober zwischen +1/+17 Grad (Mittelwert: +10/+11 Grad). Deutlicher zeigt sich der sich normalisierende Temperaturtrend anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+7) / normal (+8/+14) / zu warm (>+15), welche am 25. Oktober bei 25/65/10 (gestern: 20/60/20) und am 31. Oktober bei 25/65/10 (gestern: 20/65/15) liegen und sind gegenüber gestern nahezu unverändert. Allerdings mit dem Unterschied, dass ein Teil der zu kalten Varianten für Ende Oktober durchaus Potential für Schneeschauer beinhaltet. Das Langfristmodell bleibt seinen Wetterprognosen der letzten Wochen für die kommenden Monate treu und simuliert im November mit einer Temperaturabweichung von -0,5/+1 Grad noch eine moderate Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert, welche in den Monaten Dezember bis Februar mit +1/+3 Grad eine deutlich zu warme Entwicklungstendenz aufweisen. Warum das so ist? Ein Erklärungsversuch vom 14. Oktober (s. unteres Drittel im Beitrag).

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