Bis zum Freitag bleibt es überwiegend bei der nasskalten und unbeständigen Witterung, bei der sich die eine oder andere Schneeflocke durchaus bis in die mittleren Lagen ab 700 Meter verirren kann. Liegen bleiben wird der Schnee jedoch voraussichtlich erst ab 900-1.300 Meter, so dass sich insbesondere über den Alpen der östlichen Schweiz, Deutschland und dem westlichen Österreich eine Schneedecke ausbreiten kann - z.T. werden in den Alpenregionen Neuschneemengen zwischen 10-40 cm simuliert. Der Grund für diesen spätherbstlichen Wettercharakter und für die Jahreszeit zu kühle Temperaturen ist ein Tiefdrucksystem über Deutschland, welches sich nach der aktuellen Wettervorhersage bis zum kommenden Wochenende etwas abschwächt und weiter nach Westen verlagern kann. So bleibt es meist stark, teils auch wechselnd bewölkt und mit gelegentlichen Niederschlägen ist bei allmählich ansteigenden Temperaturen zu rechnen. Im Zeitraum zwischen dem 18./24. Oktober simuliert das amerikanische Wettermodell über Grönland und dem europäischen Nordmeer die Ansammlung von Kaltluftmassen, welche die Tiefdruckaktivität zwischen Neufundland, Grönland/Island und Skandinavien "anheizen" kann. Gleichzeitig positioniert sich auf dem Atlantik ein Hochdrucksystem, welches die Tiefdrucksysteme zunächst noch blockieren, bevor im weiteren Verlauf die Hochdruckachse auf West-Ost kippen kann. In Folge daraus entsteht eine Komprimierung der Gradienten zwischen Tiefdrucksystemen über dem Norden und dem Hochdrucksystem über dem Süden, was die bisherige Zirkulationsstruktur auf eine West-Ost Ausrichtung verändern kann. Dabei strebt zunächst noch ein Hochdruckkeil in Richtung Mitteleuropa, welcher sich bis zum 22./23. Oktober zunehmend abflachen kann und die Tiefdrucksysteme über Skandinavien mit unbeständigem Charakter und zunehmenden Wind das Wetter über Deutschland beeinflussen könnten. Die Temperaturen liegen nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells weitgehend in dem für die Jahreszeit-typischen Bereich. Geht es nach dem europäischen Wettermodell, so werden die Simulationen mit Hochdruck Mitteleuropa der letzten Tagen nicht mehr unterstützt. Stattdessen ziehen die Tiefdrucksysteme im engen Kreis zwischen Neufundland, Grönland/Island und dem europ. Nordmeer/westl. Skandinavien, so dass in Folge daraus der Hochdruckkeil des Azorenhochs einen größeren Einfluss auf das Wetter in Deutschland haben könnte. Aber auch nach dieser Simulation zeigt sich im Zeitraum 22./24. Oktober eine langsam zunehmende Niederschlagsneigung bei mäßig milden Temperaturwerten. Die Kontrollläufe stützen mehrheitlich einen trockenen Wetterabschnitt im Zeitraum zwischen dem 19./25. Oktober, wenngleich die Niederschlagserwartung von Süd/West nach Nord/Ost eine ansteigende Tendenz aufweist. Das Temperaturspektrum stützt die ansteigende Temperaturtendenz. So liegen die möglichen Werte am 19. Oktober zwischen +4/+13 Grad (Mittelwert: +12 Grad über dem Norden, sonst +9/+10 Grad) und am 24. Oktober zwischen +1/+17 Grad (Mittelwert: +12/+13 Grad). Somit wird ein zu kühler Temperaturabschnitt im letzten Oktober-Drittel zunehmend unwahrscheinlicher. Deutlicher wird das anhand der Verhältnissen der Kontrollläufe von zu kalt (<+8) / normal (+9/+15) / zu warm (>+16), welche am 24. Oktober bei 10/75/15 und am 29. Oktober bei 30/65/5 liegen. Die Wahrscheinlichkeit für Temperaturvarianten, welche unter der +5 Grad Marke liegen, liegt heute bei rund 10 Prozent und bestätigen den Trend der letzten Tage für eine abnehmende Tendenz für ein zu kalten Verlauf des letzten Oktober-Drittels. Allerdings ist mit dem Kaltluftzustrom über dem europäischen Nordmeer im Verlauf des letzten Oktober-Drittels eine höhere Wahrscheinlichkeit für Windereignisse über Deutschland gegeben. Anders formuliert eine West-, bis Südwestzirkulation des Grundmusters ist zum heutigen Stand eine nicht unwahrscheinliche Variante. Geht es nach dem Langfristmodell, so ändert sich auch heute nichts gegenüber den letzten Wochen. So kann der November mit einer Abweichung von -0,5/+1 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert normal bis leicht zu warm, der Dezember mit einer Abweichung von +0,5/+2 Grad leicht bis deutlich zu warm und der Januar und Februar mit +1/+3 Grad deutlich zu warm ausfallen.

Warum bleibt das Langfristmodell in seiner Wetterprognose für den Winter so "hartnäckig" auf mild bis warm, wo doch andere Randfaktoren (El Nino, QBO, Sonnenzyklus, Statistik etc.) auf einen normalen bis allenfalls leicht zu kühlen Temperaturverlauf über die Wintermonate hindeuten? Blickt man etwas genauer hin, so wird der Temperaturverlauf über gesamt Europa als leicht bis deutlich zu warm gegenüber dem vieljährigen Mittelwert simuliert, wobei der Januar über dem skandinavischen Raum noch als normal ausgewiesen wird. Schaut man auf die Niederschlagsentwicklung, so ist diese von November bis Februar - wohlgemerkt zum heutigen Stand - als leicht bis deutlich Positiv im Verlauf zu betrachten. In Summe deutet das auf eine beständige Westwindzirkulation hin, welche für die Niederschläge und auch teils erhöhten Temperaturwerte verantwortlich sein kann. Was könnte dahinter stecken? Ein Erklärungsversuch: Das Wetter strebt in gewissen Zyklen zu zwei wesentlichen Verhaltensmustern - das eine ist die Erhaltungsneigung, das andere ist das Ausgleichsverhalten. Blickt man auf den sog. NAO-Index (Nord Atlantische Oszillation), so war diese in den vergangenen Monaten zumeist negativ, wenngleich der "Normalzustand" positiv verläuft. Stark vereinfacht ausgedrückt zeigt der NAO-Index das Verhältnis von Azorenhoch und Islandtief zueinander. Ist der NAO-Index negativ, ist über dem isländischen Bereich hoher Luftdruck und über den Azoren tiefer Luftdruck vorzufinden, während es bei einem positiven Verlauf genau umgekehrt ist. Was über Monate anhält (Erhaltungsneigung), wird in der Theorie - ebenfalls stark vereinfacht ausgedrückt - durch das Ausgleichsverhalten umgekehrt. Ein negativer NAO-Index wandelt sich in einen positiven, was eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Westwindzirkulation über Deutschland aufweist, welche in einer anschließenden Erhaltungsneigung längere Zeit bestand haben könnte. Das ist aber zum heutigen Stand noch keinesfalls gesetzt, sondern lediglich ein Erklärungsversuch, warum das Langfristmodell in seinen Wetterprognosen für den Winter so hartnäckig auf mild bis zu warm bleibt.

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