Die Frage nach "Wann kommt der erste Schnee?" kann in Teilen beantwortet werden: in dieser Woche und genauer gesagt ab Mitte der Woche. Allerdings zeigt sich mit weiter zurückgehenden Temperaturen die Schneefallgrenze noch vielfach oberhalb zwischen 800-1.300 Meter, was insbesondere über den Alpen von Deutschland, Österreich und der östlichen Schweiz z.T. einiges an Neuschnee bringen könnte. Simuliert werden - je nach Höhenlage - zwischen 10-40 cm, bzw. 30-90 cm und auch über den Mittelgebirgen ist mit etwas Schneefall zu rechnen, während der Witterungscharakter nach der aktuellen Wettervorhersage ab den mittleren Lagen zunehmend als nasskalt empfunden werden kann und die Niederschläge zumeist in flüssiger Form niedergehen können. Ob in den Nächten bei Werten von vielfach unter +5 Grad sich doch noch die eine oder andere Schneeflocke bis in die mittleren Lagen verirren kann, bleibt zum heutigen Stand noch abzuwarten und ist nicht auszuschließen. Wie geht es weiter? Spannend war ja in den Simulationen der letzten Tagen zu beobachten, wie teils kühlere Varianten durchaus mehr an Eintreffwahrscheinlichkeit hinzugewannen und - je nach Variante - z.T. auch die ersten Schneeflocken bis in die mittleren Lagen hinab ermöglichten. Ob das so kommen mag, wird sich im Detail zeigen müssen, wie sich das Hoch westlich von Mitteleuropa zwischen Island und England positionieren wird. Drei Entwicklungsvarianten gelten hierbei als am Wahrscheinlichsten. In der ersten Variante liegt das Hoch weit westlich in "runder" Position, so dass auf dessen östlichen Gradienten Tiefdrucksysteme über Deutschland in Richtung Süden "abtropfen" können. In Folge daraus wäre ein unbeständiger und weiterhin nasskalter Witterungscharakter zu erwarten. In der zweiten Variante liegt das Hoch etwas näher an Mitteleuropa, so dass es den Tiefdrucksystemen nicht gelingen mag, über Deutschland eine nördliche Strömungskomponente zu initialisieren. Stattdessen flacht die Hochdruckachse zunehmend ab und eine mäßig milde, unbeständige und teils windige Westwetterlage wäre mit dieser Variante am wahrscheinlichsten. In der dritten Variante verlagert sich das Hoch, bzw. ein Hochdruckkeil von West nach Ost und beeinflusst das Wetter über Deutschland weitgehend mit einem ruhigen und herbstlichen Wettercharakter bei Temperaturen, welche durchaus typisch für die Jahreszeit sind. Welche der Varianten ist wahrscheinlicher? Das amerikanische Wettermodell simuliert heute im Zeitraum vom 17./22. Oktober eine Variante, bei der das Hoch weitgehend das Wetter über Deutschland mit beeinflussen kann. Allerdings stellt sich das Hoch zwischen England und Deutschland in steiler Formation bis über das europ. Nordmeer auf, so dass auf dessen Ostseite recht frische Luftmassen nach Süden geführt werden können. Anders formuliert findet der "Abtropfvorgang" der oben beschriebenen ersten Variante weiter östlich statt, so dass sich über Deutschland selbst eine Luftmassengrenze zum 21./22. Oktober ausbilden könnte (kühl/kalt über dem Osten und mild über dem Westen). Geht es nach dem europäischen Wettermodell, so bleibt das Hochdrucksystem relativ stabil zwischen Island, England und Deutschland positioniert, so dass die Luftmassen selbst bis zum 22. Oktober eine leichte Erwärmung erfahren können. Die Kontrollläufe stützen im Zeitraum zwischen dem 17./23. Oktober einen leicht positiv verlaufenden Temperaturtrend, dessen Mittelwert am 23. Oktober mit 1/3 Grad noch unterhalb des langjährigen Mittelwertes liegen können. So liegt das Temperaturspektrum am 17. Oktober zwischen +3/+14 Grad (Mittelwert: +12 Grad über dem Norden, +9 Grad über dem Westen und +7/+8 Grad über dem Osten und Süden) und am 23. Oktober zwischen +2/+15 Grad (Mittelwert: +10 Grad über dem Norden, +9 Grad über dem Osten und Westen und +8 Grad über dem Süden). Noch deutlicher zeigt sich der etwas zu kühle Temperaturtrend in den Verhältnissen der Kontrollläufe von zu kalt (<+9) / normal (+10/+16) / zu warm (>+17), welche am 22. Oktober bei 55/40/5 und am 27. Oktober bei 60/30/10 liegen. Betrachtet man die Varianten, welche unter der +5 Grad Marke liegen, so liegt die Wahrscheinlichkeit für einen Kaltlufteinbruch im Verlauf letzten Oktober-Drittels zum heutigen Stand etwa um die 25 Prozent. Das Langfristmodell reagiert weiterhin auf die aktuelle Entwicklung und simuliert die Temperaturabweichung für den Oktober gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit -1/+0,5 Grad als leicht zu kühl bis normal. Für die Monate November, Dezember, Januar und Februar bleibt mit einer Abweichung von +0,5/+3 Grad - wie in den letzten Wochen zuvor - mit einem leicht bis deutlich zu warmer Temperaturverlauf alles beim Alten. Allerdings gilt auch heute erneut der Hinweis darauf, dass in Winter 2015/2016 mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent das El Nino Phänomen über der nördlichen Hemisphäre anhalten kann (ENSO Bericht):
There is an approximately 95% chance that El Niño will continue through Northern Hemisphere winter 2015 -16, gradually weakening through spring 2016.
Daraus resultiert eine höhere Wahrscheinlichkeit für sog. Trogwetterlagen, welche in den Wintermonaten häufiger für kühlere Wetterlagen verantwortlich sein können, aber nicht zwingend sein müssen. Denn der Trog selbst kann auch westlich oder östlich von Mitteleuropa niedergehen und entsprechend warme Luftmassen nach Deutschland führen.

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