Die Temperaturen werden in den kommenden Tagen spürbar zurückgehen und vor allem in den Nächten ist - je nach Aufklaren - mit Frost zwischen -0/-4 Grad zu rechnen. Erst zum Dienstag / Mittwoch zeigt sich nach der aktuellen Wettervorhersage mit Winddrehung von Ost auf Nord die Zufuhr feuchter Luftmassen, so dass tagsüber mit gelegentlichen Niederschlägen zu rechnen ist, welche oberhalb etwa 800-1.300 Meter auch in Schnee übergehen können und in den Alpenregionen von Österreich und dem Berchtesgadener Land aufgrund der sich stauenden Niederschläge schon einmal für eine dünne Schneedecke sorgen könnten - das wäre passend, da in einigen Ski-, bzw. Gletscherregionen die Skisaison eröffnet wird. Wie nachhaltig ist diese kühle Temperaturphase? Der Grund für die kühlen Luftmassen ist mit einen Tief über der Barentssee und einem Hoch über Skandinavien begründet. So führten beide Wettersysteme in den kommenden Tagen Luftmassen polaren Ursprungs nach Süden, welch sich auf ihrem Weg nach Süden zunehmend "erwärmen" können. Das amerikanische Wettermodell simuliert im Zeitraum zwischen dem 16./20. Oktober eine Umstellung der bisherigen Konstellation. So zieht das Tief über der Barentssee weiter nach Osten ab, so dass die Kaltluftzufuhr polaren Ursprungs unterbunden werden kann. Gleichzeitig löst sich das Hochdrucksystem über Skandinavien auf, während das Azorenhoch sich in nördlicher Position auf dem Atlantik zwischen Island und den England festigen kann. In Folge daraus müssen die Tiefdrucksysteme vom Atlantik her kommend den Umweg über Grönland und dem europ. Nordmeer nehmen und könnten unter Umständen auf der östlichen Seite des Hochdrucksystems nach Süden "abtropfen". So können nach dem amerikanischen Wettermodell zwei wesentliche Wetterentwicklungen wahrscheinlich werden. In der ersten Variante schaffen es die Tiefdruckausläufer sich bis über die Mittelmeerregion durchzusetzen, was den "Abtropfvorgang" unterstützt, so dass im weiteren Verlauf zum Beginn des letzten Oktober-Drittels eine Trogwetterlage Mitteleuropa mit nasskalten Witterungsverhältnissen und Schneefall in den höheren Lagen nicht auszuschließen ist. In der zweiten Variante positionieren sich die Tiefdrucksysteme über Skandinavien in dynamischer Formation, so dass das Hoch in seiner Achsausrichtung auf Ost-West "gezogen" wird, was einen Abtropfvorgang unterbinden könnte. Das mittelfristige Ergebnis daraus wäre eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine turbulente Westwetterphase im letzten Oktober-Drittel. Geht es nach dem europäischen Wettermodell, so zeigt sich hier eine ganz ähnliche Wetterentwicklung, bei der sich über dem Atlantik ein Hochdrucksystem positionieren kann und die Tiefdrucksysteme auf eine weit nördliche Bahn umlenken kann. Zum 20. Oktober stellt sich das Hoch in seiner Achse von Süd nach Nord steiler auf, so dass ein Trog Mitteleuropa zum letzten Oktober-Drittel nicht die unwahrscheinlichste Variante darstellt. Nun sind Kaltlufteinbrüche mit den ersten Schnee- und Graupelschauern im letzten Oktober-Drittel - rein statistisch betrachtet - nichts ungewöhnliches. Wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit hierfür? Die Kontrollläufe bestätigen mehrheitlich eine erhöhte Niederschlagserwartung im Zeitraum zwischen dem 18./21. Oktober, bei einem Temperaturniveau, welches mit 1/3 Grad unter dem langjährigen Temperaturmittel liegt. So liegt das Temperaturspektrum am 16. Oktober zwischen +4/+14 Grad (Mittelwert: +9 Grad über dem Süden und bis +12 Grad über dem Norden) und am 21. Oktober zwischen +5/+14 Grad (Mittelwert: +8 Grad über dem Süden und +12 Grad über dem Norden). Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+9) / normal (+10/+16) / zu warm (>+17), liegen am 20. Oktober bei 50/45/5 und am 25. Oktober bei 50/45/5. Betrachtet man die Varianten, welche unter der +5 Grad Marke liegen, so liegt die Wahrscheinlichkeit für einen Kaltlufteinbruch im Verlauf letzten Oktober-Drittels zum heutigen Stand etwa um die 25 Prozent - das ist zwar noch nicht signifikant, aber gegenüber den letzten Tagen ein Trend, der stetig zunimmt. Anders formuliert ist ein Kaltlufteinbruch im letzten Oktober-Drittel wahrscheinlicher zu bewerten, als eine zu warme Temperaturphase. Insbesondere über den Alpen von Österreich, Schweiz und Deutschland könnte eine Trogwetterlage für eine gute Grundlage für die Skifahrer sorgen. Das Langfristmodell korrigiert seine Wetterprognose für den Oktober etwas und simuliert die Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert zwischen -0,5/+1 Grad im weitgehend normalen Bereich. Blickt man auf die aktuelle Durchschnittstemperatur der ersten neun Oktober-Tage, so liegt diese mit +2,74 Grad über dem vieljährigen Mittelwert und sollte sich im zweiten Oktober-Drittel weiter normalisieren können. Für die Monate von November bis einschließlich Februar simuliert das Langfristmodell gegenüber seinen Berechnungen der letzten Tage keine sonderlichen Veränderungen. So schwankt die Temperaturabweichung mit +0,5/+3 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zwischen leicht zu warm bis deutlich zu warm.

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