Hoher Luftdruck wird nach den gängigsten Varianten der Wettermodelle wohl für Ende September und Anfang Oktober das dominierende Wettersystem sein. Je nachdem wie sich die Hochdruckachse ausbilden kann, schwanken die Temperaturen zwischen frisch/mild bis mild/warm - im Mittelwert der Kontrollläufe liegen diese zwischen +15/+16 Grad und entsprechen damit durchaus den für die Jahreszeit angemessenen Temperaturwert. Wie geht es weiter, welche Trends gibt es für das Wetter in den Monaten Oktober bis Februar? Geht es nach dem Langfristmodell, so verändert sich gegenüber den letzten Tagen kaum etwas: demnach fällt der Oktober mit einer Abweichung von -0,5/+0,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert weitgehend normal aus, während die Monate November bis Februar mit einer Abweichung von +1/+3 Grad zu warm bis deutlich zu warm ausfallen können. Warum berechnet das Langfristmodell diese Variante nun vehement seit einigen Wochen? Ein Erklärungsversuch: Rückblickend verlief das Jahr 2015 bisweilen zu warm und insbesondere der Winter und auch Sommer 2015 deutlich zu warm. Normalisierende bis leicht zu kühle Wetterphasen waren nur von kurzer Dauer und im Niederschlagsverhalten zeigt sich bisweilen ein Defizit auf. Das Wetter folgt - je nachdem wie satrk das jeweilige Zirkulationsmuster ausgeprägt ist - einer stärkeren Erhaltungsneigung, bzw. dem darauf folgenden Ausgleichsverhalten. Vereinfacht ausgedrückt folgt einer warmen und trockenen Periode eine kühle und nasse Periode nach - und umgekehrt. Wenn der Jahresverlauf bisher zu warm und zu trocken war, so müsste er doch in den Wintermonaten zu nass und zu kalt ausfallen? Das stimmt in Anbetracht der Simulation des Langfristmodells nur bedingt, denn zu nass bedeutet in den Wintermonaten gleichzeitig erhöhter Tiefdruckeinfluss, was die Temperaturen milder erscheinen lässt. Blickt man auf die Niederschlagsprognose des Langfristmodells, so lässt sich ein zu nasser Niederschlagstrend von November bis einschl. Februar erkennen. Soweit der theoretische Ansatz. Blickt man auf die Statistik, so ergibt sich ein sog. Winterzyklus, welcher auf einen warmen Winter einen weiteren warmen Winter folgen lässt, bevor wieder ein normaler bis zu kühler Winter zu erwarten ist. Die Winter 2013/14 und 2014/15 waren deutlich zu warm ausgefallen, was aus statistischer Sicht ein nun normalen Temperaturverlauf im Winter 2015/16 wahrscheinlicher macht. Blickt man auf die Zeitreihe der Lufttemperatur über die Wintermonate, so fällt auf, dass der Durchschnittswert der Winter von 2001 bis 2014 mit +1,0 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1961-1990 um +0,8 Grad zu warm ausgefallen sind. Anders ausgedrückt werden die Winter im Zuge des Klimawandels immer wärmer und auch feuchter, so dass eine Wetterprognose für einen zu milden Winter grundsätzlich eine höhere Eintreffwahrscheinlichkeit hat, als für einen zu kalten Winter. Betrachtet man die Sog. CLINO-Perioden (Referenzzeiträume langjährige Mittelwerte), so stellt man fest, dass die wärmsten Perioden in der jüngsten Messreihe zu finden sind (Rot hinterlegt - CLINO-Perioden). Allerdings zeigt sich auch in den immer stetig wärmer werdenden Wintern eine Diskrepanz von Wellenbewegungen aus, welche einem Warmzyklus folgen. Im Winter 2015/16 zeigt die "Kurve" etwas nach unten, so dass aus dieser Betrachtung heraus ein sich normalisierendes Temperaturverhalten im Winter 2015/16 einstellen kann. Daneben gibt es noch die sog. Randfaktoren wie die QBO (Quasi-zweijährige Schwingung), dem Sonnenzyklus und dem El Niño Phänomen, welche im Wesentlichen positive Vorzeichen für ein sich meridionalisierendes Grundmuster (Süd-Nord, Nord-Süd, Schwingungsmuster entlang der Polarfront) und somit eine höhere Wahrscheinlichkeit für sog. Trogwetterlagen über Mitteleuropa ergeben. Diese sind in den Wintermonaten zumeist kühl, müssen es aber nicht zwingend sein. Anders fomuliert spricht die Statistik und der theoretische Ansatz von Erhaltungsneigung und Ausgleichsverhalten für einen normalen bis zu warmen Temperaturverlauf im Winter 2015/16, während die Randfaktoren für einen normalen bis allenfalls leicht zu kühlen Temperaturverlauf sprechen.

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