In der kommenden Woche liegt Deutschland zwischen den Fronten eines Tiefdrucksystems über dem westlichen und eines Hochdrucksystems über dem östlichen Europa. Insbesondere über dem Westen zeigt sich im gesamten Wochenverlauf eine erhöhte Neigung zu Schauern und Gewittern, welche in östliche Richtungen eine nachlassende Tendenz aufweisen. Da sich Tiefdrucksysteme bei uns gegen und Hochdrucksysteme im Uhrzeigersinn drehen, gelangt Deutschland in den Zustrom feucht-warmer, teils auch heißer Luftmassen, so dass in einer entsprechender Luftmassengrenze die Niederschläge kräftig und auch länger andauernd ausfallen können. Das Problem der Meteorologen wird sein, die Details genau vorherzusagen, da minimale Verschiebungen der Systeme zueinander unterschiedliche Auswirkungen auf das Wetter über Deutschland haben können. Vereinfacht lässt sich aber sagen: im Westen häufig unbeständig und mäßig warm, über dem Osten trockener und teils sommerlich warm. Das amerikanische Wettermodell simuliert darüber hinaus im Zeitraum vom 17./22. September eine erhöhte Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik, welches das osteuropäische Hochdrucksystem zunehmend in "Bedrängnis" bringt. So kann sich die atlantische Frontalzone zum 18. September kurzzeitig bis Mitteleuropa durchsetzen, allerdings gelingt es einem nachrückendem Hochdruckkeil des Azorenhochs die Tiefdruckrinne über Mitteleuropa rasch nach Nordwesten abzulenken, so dass in weiterer Abfolge sich daraus bis zum 21./22. September eine relativ warme und leicht wechselhafte Südwestwetterlage sich entwickeln kann. Das europäische Wettermodell simuliert eine ganz ähnliche Variante, allerdings strebt der Hochdruckkeil steiler und westlicher über Mitteleuropa nach Skandinavien, so dass die Luftanströmung über Deutschland - je nach Position des Hochdruckkeils - aus nördlichen bis östlichen Richtungen erfolgen kann. Darüber hinaus simuliert das amerikanische Wettermodell bis zum 27. September ein Kaltluftvorstoß bei Grönland (-35 Grad in knapp 1.500 Meter Höhe), was die Tiefdruckaktivität über dem Atlantik weiter "anheizen" kann. Die Tiefdrucksysteme ziehen dabei in einer engen Laufbahn zwischen Neufundland, Grönland und dem europäischen Nordmeer, so dass sich über Mitteleuropa eine Hochdruckbrücke behaupten könnte. Allerdings ergibt sich bei solchen Konstellationen auch oftmals die Möglichkeit, als dass sich der Hochdruckkeil zu einem neuerlichen Skandinavienhoch ausbauen könnte, so dass die Hochdruckbrücke zwischen Azoren- und Skandinavienhoch über Mitteleuropa eine Lücke aufweisen kann welches die Tiefdrucksysteme vom Atlantik kommend ausnutzen können. Relativ warmes aber auch niederschlagsreiches Wetter wäre in dieser Variante im Zeitraum 22./27. September zu erwarten. Anders formuliert zeigt sich zum heutigen Stand das letzte September-Drittel noch variantenreich in seiner Entwicklung, wobei mit höherer Wahrscheinlichkeit hochdruckdominiertes Wetter bei einem normalen bis leicht zu warmen Temperaturniveau zu erwarten ist. Die Kontrollläufe stützen mehrheitlich ein sich normalisierendes Temperaturniveau im letzten September-Drittel. So liegt das Temperaturspektrum am 20. September zwischen +12/+25 Grad (Mittelwert: +17/+18 Grad) und am 26. September zwischen +9/+26 Grad (Mittelwert: +16/+17 Grad).

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