Im Verlauf der kommenden Woche nimmt die Niederschlagsneigung generell ab und die Temperaturen bewegen sich um ein durchaus Jahreszeit-typisches Niveau. Der Grund hierfür ist die Ostwärtsverlagerung eines Hochdrucksystems vom Atlantik über den skandinavischen Raum, so dass Deutschland zunehmend in den östlichen Strömungsgradienten des Hochdrucksystems gelangen kann. Im Zeitraum zwischen dem 11./15. September simulieren beide Wettermodelle eine fortwährende Dominanz des Hochdrucksystems über dem skandinavischen Raum, welches mit seiner Achse das Wetter in unterschiedlichster Weise über Deutschland beeinflussen kann. Lediglich eine Achsausbildung in Richtung Mittelmeer könnte weitgehend trockenes Wetter zur Folge haben, während die anderen Varianten für den Osten, Westen und Süden eine leicht erhöhte Niederschlagserwartung zur Folge haben kann. Geht es nach den gängigsten Varianten der Wettermodelle, so zeigt sich im Zeitraum zwischen dem 14./17. September eine Kaltluftzufuhr über dem europäischen Nordmeer und Grönland (Höhentemperaturen von -10/-20 Grad), was die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik in Gang setzen kann. Im Detail wird es darauf ankommen, wie sich das Hochdrucksystem über Skandinavien, bzw. östlichen Europa positionieren wird. Kippt es nach Osten weg, ist der Weg frei für ein klassisches Westwindwetter mit Wind, kühlen Temperaturen und unbeständigem Wetter. Bleibt das Hoch über dem östlichen Europa bestehen, so werden die Tiefdrucksysteme über dem Westen blockiert und im Verbund beider Systeme kann es zu einer mäßig warmen bis warmen Südwest- bis Südwetterlage kommen - wobei in dieser Konstellation über dem Westen und Südwesten eine höhere Niederschlagsneigung zu erwarten ist als über den östlichen Landesteilen. In der dritten Variante verbleibt das Hoch über dem skandinavischen Raum (was für September nicht ungewöhnlich ist), so dass in Folge daraus die Tiefdrucksysteme einen Umweg über den Süden nehmen müssen - aber auch hier wird es im Detail darauf ankommen, ob es den Tiefdrucksystemen gelingen mag sich bis über das Mittelmeer hin durchzusetzen (Vb-Wetterlage, Mittelmeertief), oder ob diese komplett vor Mitteleuropa blockiert werden können. Bei einer vollständigen Blockade können die Temperaturen auf durchaus warme Werte ansteigen, während mit einer "südlichen Unterwanderung" des hohen Luftdrucks durch Tiefdrucksysteme über dem Süden eine erhöhte Niederschlagsneigung zu erwarten ist. Es gibt in der Zusammenfassung noch ein breites Spektrum an Entwicklungsmöglichkeiten des Wetters im zweiten September-Drittel, welche allesamt davon abhängen werden, wie sich das Hochdrucksystem über dem skandinavischen Raum entwickelt, bzw. positioniert. Die Kontrollläufe favorisieren ein sich normalisierendes Temperaturniveau im Zeitraum 8./14. September, welches darüber hinaus einen positiven Temperaturtrend gegenüber dem langjährigen Mittelwert aufweist. So liegt das Temperaturspektrum am 13. September zwischen +12/+22 Grad (Mittelwert: +16/+17 Grad über dem Norden und Westen und +18/+19 Grad über dem Westen und Süden) und am 19. September zwischen +10/+26 Grad (Mittelwert: +18/+20 Grad). Das Langfristmodell simuliert mit einer Abweichung von -1/+0,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert einen normalen bis leicht zu kühlen Temperaturverlauf im September, welcher sich von Oktober (-0,5/+1 Grad) über November (+0,5/+2 Grad) bis über die Wintermonate Dezember bis Februar mit einer Abweichung von +1/+3 Grad deutlich erwärmen kann. Somit bleibt das Langfristmodell seinen Simulationen der letzten Wochen treu, wenngleich andere Faktoren noch dagegen sprechen (bspw. das El-Niño-Phänomen). Das Besondere am El-Niño Phänomen ist, dass es über die Wintermonate zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von Trogwetterlagen über der nördlichen Hemisphäre kommen kann. I.d.R. begünstigen diese einen normalen bis zu kühlen Wetterverlauf über Mitteleuropa - allerdings kann es auch passieren, dass Mitteleuropa auf der warmen Trogvorderseite liegt. Das dass möglich ist, zeigt der Winter 1997/98 wo ein vergleichbar starkes El-Niño Phänomen stattgefunden hat. Hier lag die Abweichung über Deutschland gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit +1,3/+3,5 Grad im deutlich positiven Bereich, was weitgehend mit der aktuellen Wetterprognose des Langfristmodells - in statistischer Betrachtung - in Einklang zu bringen ist. Anders formuliert - das El-Niño Phänomen bringt die "Wetterküche" in Schwung und sorgt für Turbulenzen, welche sowohl in die eine wie auch andere Richtung gehen kann.

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