Der frische, böige und über dem Norden teils auch stürmische Wind treibt in den kommenden Tagen kühle und feuchte Nordseeluft von Nord nach Süd über Deutschland hinweg, so dass der Wettercharakter unbeständig und mit Temperaturen zwischen +12/+19 Grad relativ kühl ausfallen kann. Der Grund hierfür ist die seit Tagen simulierte Konstellation zwischen einem Tief über Skandinavien und einem Hoch über dem Atlantik, welches sich mit seiner Süd-Nord ausgerichteten Achse von den Azoren bis nach Island erstrecken kann. Im Verbund der beiden Systeme entsteht das meridionale (Nord-Süd, Süd-Nord) Zirkulationsmuster, bei dem Deutschland zunächst auf der kühlen Seite liegt. Im Zeitraum zwischen dem 8./13. September simulieren beide Wettermodelle eine fast identische Entwicklungsvariante, bei der sich das Hoch über dem Atlantik langsam über Mitteleuropa und bis zum 13. September über Skandinavien positionieren kann. In Folge daraus zeigt sich der Wettercharakter stabiler, so dass im Zeitraum 8./12. September demnach mit einer geringeren Niederschlagsneigung zu rechnen wäre. Durch die Ostwärtsverlagerung des Hochdrucksystems dreht der Wind allmählich von nördlichen auf östliche, später auch auch südöstliche Richtungen, so dass die Temperaturen durchaus auf Jahreszeit-typische Werte ansteigen können. Was wäre für die Jahreszeit-typisch? Temperaturen zwischen +17/+23 Grad. Darüber hinaus simuliert das europäische Wettermodell ein Abschwächung der Hochdruckverbindung zwischen dem Skandinavien- und Azorenhoch und ein Tiefdruckkomplex zwischen Grönland, Island und England könnte zum 12./13. September wieder vermehrt Einfluss auf das Wetter in Deutschland nehmen. Das amerikanische Wettermodell simuliert eine ganz ähnliche Variante, allerdings ist das Tiefdrucksystem über dem Atlantik stärker in seiner Dynamik ausgeprägt, so dass im Zeitraum 12./15. September auf seiner Vorderseite wärmere Luftmassen von Süden nach Deutschland geführt werden können, bevor nachfolgend die atlantische Frontalzone sich im Zeitraum 15./18. September über Deutschland durchsetzen kann. Die Kontrollläufe stützen den leicht zu kühlen Temperaturverlauf bis zum 8./9. September mehrheitlich, welcher sich darüber hinaus bis zum 15. September einen normalisierenden bis leicht positiven Trend aufweist. So liegt das Temperaturspektrum am 9. September zwischen +13/+20 Grad (Mittelwert: +17 Grad über dem Norden, sonst zwischen +15/+16 Grad) und am 15. September zwischen +13/+25 Grad (Mittelwert: +19 Grad über dem Süden, sonst +17/+18 Grad). Das Langfristmodell simuliert - wie bereits in den letzten Tagen - mit einer Abweichung von -1/-0,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert ein leicht zu kühles Temperaturniveau im September. Für den Oktober simuliert das Langfristmodell mit einer Abweichung von -0,5/+0,5 Grad weitgehend normale Temperaturverhältnisse, welche im November, Dezember, Januar und Februar mit einer Abweichung von +1/+3 Grad deutlich zu warm simuliert werden. Insbesondere die Entwicklung für die Wintermonate ist abzuwarten und keinesfalls als gesichert anzunehmen, da weitere Randfaktoren (bspw. das El Niño Phänomen mit seinen möglichen Auswirkungen auf den Winter 2015/2016) - welche sich über die Herbstmonate noch entwickeln werden - maßgeblich das Wetter im Winter beeinflussen können.

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