Wohin steuert der Winter - gibt es noch einmal einen "fulminanten" Abschluss oder geht dem Winter nun langsam "die Puste" aus? In den kommenden Tagen wird es von Norden her allmählich milder, so dass nördlich der Mittelgebirge kaum mehr von winterlichen Verhältnissen zu sprechen ist, während im Süden bei weiterhin frostigen Temperaturen die Schneedecke ab den mittleren Lagen bis Montagabend sogar noch etwas anwachsen kann. Aber auch im Süden wird es bis zum Mittwoch langsam etwas milder, wobei hier eine negative Taupunkttemperatur die möglicherweise vorhandene Schneedecke noch etwas länger konservieren kann. Anders ausgedrückt ist richtiges Tauwetter mit Sturm, Regen und milden Temperaturen im Süden zunächst nicht zu erwarten. Im Zeitraum 11./15. Februar simulieren beide Wettermodelle in den höheren Luftschichten (1.500 Meter) milde Temperaturen von +4/+8 Grad, welche sich aber im gradientenschwachen Umfeld nicht so richtig bis in tiefere Lagen durchsetzen kann. So können die Tageswerte im Norden +4/+6 Grad, im Westen auf +4/+8 Grad, im Osten auf +2/+5 Grad und im Süden auf +1/+5 Grad, bei vorhandener Schneedecke auch auf -2/+2 Grad ansteigen. Gäbe es eine entsprechende Durchmischung, so könnten die Temperaturen durchaus auch zweistellige Werte erreichen. Wie geht es weiter? Im Zeitraum 14./17. Februar simuliert das europäische Wettermodell einen nachlassenden Hochdruckeinfluss, so dass aus nordwestlichen Richtungen ein Tiefdrucksystem sich durchsetzen kann. In Folge daraus würde der Wettercharakter in diesem Zeitraum wechselhaft und allgemein nasskalt sein - winterlich allenfalls noch ab den mittleren Lagen ab ca. 500-700 Meter. Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so dominiert bis zum 17. Februar hoher Luftdruck das Wettergeschehen über Mitteleuropa. Entsprechende Kaltluftvorstöße aus nördlichen Richtungen werden blockiert und es bleibt beim ruhigen Hochdruckwetter mit Temperaturen zwischen +0/+5 Grad im Süden und +4/+8 Grad im Norden. Zusammenfassend simulieren die Wettermodelle "nix Halbes und nix Ganzes" - typisches Übergangswetter - die Frage ist nur in die positive oder negative Temperaturrichtung? Die Kontrollläufe sind sich da mehrheitlich einig - die positive Richtung. So liegt das Temperaturspektrum am 15. Februar zwischen -6/+7 Grad (Mittelwert: +3 Grad im Süden und Osten und +4/+6 Grad im Norden und Westen) und am 20. Februar zwischen -5/+10 Grad (Mittelwert: +3 Grad im Süden und Osten und +4/+5 Grad im Westen und Norden). Soweit die simulierte Modellwelt. In theoretischer und auch statistischer Betrachtungsweise kommt der Polarwirbel im Februar zunehmend in Schwingung, so dass es entlang der Polarfront zu sog. Wellenbewegungen kommen kann (steigende Trogwahrscheinlichkeit). Nicht selten ist zum Ende des Winters auch mit einer höheren Wahrscheinlichkeit von Polarwirbelsplitts zu rechnen, so dass sich das scheinbar eingependelte und gesichert geglaubte Muster rasch ändern kann. Blickt man auf den Polarwirbel, so zeigt dieser sich nicht gerade in "glänzender Verfassung", sondern erfährt in Ansätzen durchaus einen splittähnlichen Zustand im Zeitraum 15./17. Februar. Der Splitt verläuft dabei zwischen Kanada, Alaska, und dem ostsibirischen Meer. Das ist für Mitteleuropa eine eher ungünstige Konstellation, da in der Rotationsbewegung der für Mitteleuropa zuständige Wirbel zwischen Kanada, Grönland und der Karasee verläuft und somit eine West-Ost Zirkulation zur Folge hat. Ein entsprechendes Störelement, welches eine Nord-Süd Ausrichtung der Zirkulation herbeiführen kann, ist zum heutigen Stand nicht zu erkennen. Es gibt aber auch Varianten, bei der die Hochdruckachse im Polarwirbel selbst anders verlaufen kann. In Dominanter Erscheinung ist hierbei ein Kaltluftwirbel über dem sibirischen Raum, würde die Hochdruckachse vom Azorenhoch über Island/Grönland bis zur Beaufort-See verlaufen, würde die Strömungsrichtung im Polarwirbel auf Nord-Süd drehen, was für Mitteleuropa winterliche Verhältnisse zur Folge haben kann. Das ist aber lediglich eine theoretische Abwandlung der Simulationen und hat aktuell nur eine geringere Eintreffwahrscheinlichkeit. Anders formuliert befindet sich der Winter zum heutigen Stand im zweiten Februar-Drittel langsam aber sicher auf dem Rückzug - im Detail bleibt jedoch weiterhin abzuwarten, wie sich das Hochdrucksystem verhalten wird und möglicherweise in den kommenden Tagen noch für Überraschungen sorgen kann. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:50 Uhr in einem Update von diesem Wettertrend.
Update:
Tagsüber gab es so gut wie keine Veränderungen in den Simulationen der Wettermodelle. Das Hoch legt sich bis zum 17. Februar über Mitteleuropa und lässt sich nach den gängigsten Varianten dort auch nicht mehr wegbewegen. Somit ist die Wahrscheinlichkeit eines hochdruckdominierten zweiten Februar-Drittels zum aktuellen Stand hoch. Wie sehen die Temperaturverhältnisse aus? Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (-1/+5) / zu warm (>+5) liegen am 14. Februar aktuell bei 10/50/40 und am 18. Februar bei 20/20/60. Das Langfristmodell simuliert im Süden mit einer Abweichung von -2/-0,5 Grad einen gegenüber dem langjährigen Temperaturmittel zu kalten Temperaturverlauf im Februar, während es etwa nördlich der Mittelgebirge mit -0,5/+0,5 Grad ein weitgehend normaler Temperaturverlauf simuliert wird. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich eine deutlich negative Tendenz ab. Aber es soll doch milder werden? Im Norden ja, im Süden schwanken die Temperaturen tagsüber zwischen +0/+5 Grad und sinken in den Nächten teils unter -5 Grad ab. Das sorgt für ein ausgeglichenes Verhältnis und blickt man auf die aktuelle Temperaturabweichung, so ist diese mit -2,1 Grad negativ "vorbelastet".

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