Die Wettermodelle simulieren am Donnerstag voraussichtlich das letzte Sturmtief der aktiven Westwindzirkulation. Am Wochenende wölbt sich das Azorenhoch etwas gen Norden auf und blockiert dabei zunehmend die Westwetterlage, so dass sich das Zirkulationsmuster über Mitteleuropa von West auf Nordwest/Nord verändern kann. Somit bekommt der Winter eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit, sich im Zeitraum zwischen dem 17./25. Januar ab den mittleren Lagen (400-600 Meter) zu manifestieren. Betrachtet man die Wahrscheinlichkeit für winterliche Verhältnisse in tieferen Lagen, so ist der Grundcharakter mit Temperaturen um 0 Grad in den gängigsten Simulationen eher nasskalt ausgerichtet - im Detail fehlt aber nicht mehr viel, so dass der Winter im Zeitraum zwischen dem 20./25. Januar auch in tieferen Lagen Einzug halten könnte - die kommenden Simulationen werden hier für etwas mehr Klarheit sorgen. Warum gibt es noch diese Ungenauigkeit? Das liegt an der Konstellation des Troges Mitteleuropa, welcher unterschiedlich Simuliert wird. Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so liegt das Trogtiefdruckzentrum in schwachgradientigen Zustand zwischen England und Deutschland, so dass die Advehierung kalter Luftmassen nicht recht gelingen mag und die "Kaltluftproduktion" überwiegend aus der windarmen Situation heraus entstehen kann (Auskühlung der Luftmassen durch fehlenden Austausch und nächtlicher Abstrahlung). Geht es nach dem europäischen Wettermodell, so ist hier etwas mehr Dynamik zu erkennen, allerdings ist das Strömungsmuster nordwestlich ausgerichtet. Das spricht für eine rege Niederschlagsaktivität (Schauer), jedoch können auch hier nicht genügend Kaltluftmassen advehiert werden, so dass der Wettercharakter in den tieferen Lagen unterhalb etwa 200 Meter mit Werten zwischen -0/+3 Grad eher als nasskalt zu bezeichnen ist. Nichtsdestotrotz steigt in den heutigen Simulationen die Wahrscheinlichkeit für Schneefälle auch in tieferen Lagen - die Frage wird aber sein, wie lange sich eine mögliche Schneedecke halten kann. Die Kontrollläufe stützen den Trend von mild auf nasskalt zu winterlich. Deutlich wird das in den Verhältnissen der Kontrollläufe von zu kalt (<-1)/normal(-1/+5)/zu warm(>+5), welche am 16. Januar bei 0/0/100, am 20. Januar bei 60/40/0 und am 26. Januar bei 40/25/35 liegen. Das Temperaturspektrum erstreckt sich bspw. am 23. Januar zwischen -7/+5 Grad bei einem Mittelwert von -1 Grad im Osten, +0 Grad im Süden, +1 Grad im Westen und +2 Grad im Norden. Die winterlichen Verhältnisse sind zusammenfassend im letzten Januar-Drittel in "greifbarer Nähe", die Frage die sich daraus stellt: wie nachhaltig ist das sich neu einstellende Zirkulationsmuster? Auffällig in den Kontrollläufen ist, dass eine nachhaltige Struktur in Ansätzen mit einem Skandinavienhoch im Zeitraum 23./28. Januar durchaus vorhanden ist, aber noch auf wackeligen "Beinen" steht. Die Entwicklung bleibt spannend und hängt auch maßgeblich davon ab, wie sich das Hoch am Polarwirbel in den kommenden Tagen positionieren wird. In den aktuellen Simulationen zeigt sich weiterhin ein splittähnlicher Zustand des Polarwirbels, welcher in letzter Konsequenz bis zum 25. Januar aber nicht gelingen mag. Der AO- und auch NAO-Index Wert haben im Zeitraum nach dem 16. Januar eine neutralisierende bis leicht negative Tendenz aufzuweisen. Demnach bleibt auch in diesen Faktoren noch eine Wahrscheinlichkeit für eine wiederauflebende Westwindzirkulation nach dem 25. Januar gegeben. Blickt man auf das aktuelle Temperaturmittel für Januar, so erkennt man eine Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von etwa +4 Grad - auch wenn es jetzt kälter werden sollte, so wird es wohl schwer fallen diesen Überschuss abzubauen. Das Langfristmodell simuliert für Februar mit einer Abweichung von +0,5/+1 Grad eine leicht zu warme Temperaturentwicklung. In der Niederschlagserwartung zeigt sich im Westen eine leicht erhöhte Aktivität, sonst liegen die Werte im überwiegend normalen Bereich. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 21:00 Uhr in einem Update dieser Wetterprognose.
Update:
Der Trend von mild zu nasskalt im Zeitraum zwischen dem 15./18. Januar festigt sich in den Simulationen der Wettermodelle. Darüber hinaus geht der Trend nach dem amerikanischen Wettermodell im Zeitraum 18./25. Januar in mittleren Lagen ab etwa 400 Meter zunehmend in die winterliche Richtung und in tieferen Lagen kommt es im Detail noch darauf an, inwieweit sich die Luftmassen abkühlen können. Zum aktuellen Stand liegen die Tageswerte bspw. am 23. Januar in tieferen Lagen zwischen -1/+1 Grad im Süden und +0/+2 Grad im Norden, bzw. bis +3 Grad im Nordwesten. Wie nachhaltig könnte dieser Wintereinbruch sein? Das amerikanische Wettermodell simuliert eine relativ stringente Kaltluftzuführung aus nördlichen Richtungen bis zum 25. Januar, im weiteren Verlauf zeigt sich im Trend wieder eine Zunahme an Varianten, welche der Westwindzirkulation entsprechen. Das blockierende, bzw. unterstützende System für den Trog Mitteleuropa fehlt demnach. Das europäische Wettermodell bleibt seiner Variante der letzten Tage weitgehend treu, verschiebt aber die Tiefdruckrinne im Zeitraum zwischen 19./22. Januar etwas nach Norden. Dadurch verläuft die Position des südlich gerichteten Tiefdrucksystems über die Alpen, so dass in der Höhe mehr warme Luft advehiert werden kann - die Schneefallgrenze und damit auch die winterlichen Verhältnisse könnten dadurch zwischen 400-700 Meter schwanken. Erst in der nachfolgenden Zeit stellt sich mit einer Hochdruckbrücke zwischen dem Azorenhoch und dem Hoch über dem westl. Russland ein winterlicher Wettercharakter auch in tieferen Lagen ein.

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