Das nächste Sturmtief nähert sich langsam Europa und führt auf seiner Vorderseite in den kommenden Tagen erneut warme Luftmassen nach Deutschland. Zum Wochenende kann sich das Sturmtief über Skandinavien positionieren und auf dem Atlantik strebt das Azorenhoch in Richtung Grönland auf. In Folge daraus dreht das Strömungsmuster über Mitteleuropa von Südwest auf Nordwest - der leicht wechselhafte Wettercharakter wird in tieferen Lagen mit +1/+5 Grad über das Wochenende zunehmend nasskalt und die Schneefallgrenze kann langsam bis auf mittlere Lagen zwischen 400-800 Meter absinken. Soweit sind sich die Wettermodelle einig. Im Zeitraum zwischen dem 19./25. simuliert das amerikanische Wettermodell mit einer überwiegend nordwestlich ausgerichteten Wetterlage ein grundlegend anderes Zirkulationsmuster als in den vergangenen Tagen, so dass die turbulent-dynamische Westwetterlage zunächst einmal unterbunden werden kann. In Folge daraus können die Luftmassen über Deutschland zur "Ruhe" kommen und Tag für Tag etwas mehr auskühlen. Die Schneefallgrenze kann bei einer leichten Niederschlagsaktivität z.T. bis in tiefere Lagen absinken, wobei die Dauerfrostgrenze zwischen 400-600 Meter liegen kann. Anders formuliert ist in tieferen Lagen in diesem Zeitraum weiterhin mit einem nasskalten und weniger winterlichen Witterungscharakter zu rechnen. In einer weiteren Variante des amerikanischen Wettermodells kommt es für Freunde der kühlen Temperaturen zu einer "günstigeren" Hochdruckkonstellation, bei der sich der Hochdruckkeil des Azorenhochs leicht nach Osten verlagert und sich zwischen den Azoren, England und Skandinavien erstrecken kann. Gleichzeitig befindet sich über dem Mittelmeer ein schwaches Tiefdrucksystem, so dass aus nordöstlichen Richtungen kalte Luftmassen nach Deutschland geführt werden können. Die Temperaturen könnten bspw. am 22. Januar bei einer schwachen Niederschlagserwartung verbreitet um den Gefrierpunkt liegen. Nachfolgend kann sich das Hochdrucksystem im Zeitraum 22./25. Januar behaupten, so dass die Umstellung des Zirkulationsmusters im letzten Januar-Drittel nach dieser Variante nachhaltiger als in der ersten Variante erscheint. Das europäische Wettermodell wartet noch mit einer anderen Variante auf, bei der sich über Skandinavien ein Hochdrucksystem etablieren kann. Von Nordwest nach Südost werden die Tiefdrucksysteme dabei "gezwungen" den Umweg über das Mittelmeer zu nehmen, gleichzeitig können genügend kalte Luftmassen aus Nordosten advehiert werden, so dass sich nach dem europäischen Wettermodell bis zum 23. Januar verbreitet winterliche Verhältnisse bis in tiefere Lagen durchsetzen könnten. Im Detail wird es darauf ankommen, wie sich das Hochdrucksystem westlich von Mitteleuropa verhalten wird - insbesondere für alle, die auf Schnee warten. Zwar geht der Trend deutlich in Richtung nasskalt, teils auch winterlich wenn das Hoch jedoch zu Nahe an Deutschland heranrücken kann, ist auch mit neblig-trüben, niederschlagsarmen und kalten Wetter rechnen - weder "Fisch noch Fleisch". Die Simulationen des Polarwirbels zeigen im Zeitraum zwischen dem 19./23. Januar den Trend zu splitt ähnlichen Zuständen, bei denen es im Detail darauf ankommt, welche Achsverteilung das Hoch im Polarwirbel aufweisen wird. Sprunghafte Veränderungen sind in Betrachtung des Polarwirbels in den kommenden Simulationen für den Zeitraum 19./25. Januar sowohl in die eine, als auch andere Richtung nicht unwahrscheinlich und zu erwarten. In den gängigsten Varianten wird im Bereich Skandinavien/Karassee/Sibirien ein aktiver Kaltluftwirbel und über Kanada/Grönland ein weiteren Wirbel simuliert. Zwischen beiden Systemen drängt hoher Luftdruck gen Norden, so dass Deutschland in die oben beschriebene nördliche Strömungskomponente gelangen kann. Die Ausnahme spielt dabei das europäische Wettermodell mit einer Hochdruckachse zwischen Skandinavien/Karassee/Aleuten, aber auch das hätte mittelfristig winterliche Verhältnisse bei einer östlichen Strömungskomponente zur Folge. Der sog. AO-Index Wert wird ab dem 16. Januar neutral und im weiteren Verlauf zunehmend negativ simuliert. Der NAO-Index verbleibt nach den aktuellen Simulationen zunächst positiv hat jedoch im Trend eine neutralisierende Ausprägung. Im Wesentlichen bestätigt sich damit der Trend der letzten Tage, als dass die aktive Westwetterlage mit dem Sturmtief am Donnerstag ihr vorläufiges Ende findet und der Wettercharakter im Zeitraum zwischen dem 16./22. Januar von mild auf nasskalt und zwischen dem 21./25. Januar z.T. auf winterlich wechseln kann. Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1)/normal(-1/+5)/zu warm(>+5) bestätigen diesen Trend bspw. am 20. Januar mit 45/55/0 und am 25. Januar mit 50/40/10. Das Temperaturspektrum der Kontrollläufe liegt bspw. am 22. Januar zwischen -7/+5 Grad (Mittelwert: -1 Grad im Süden und Osten und +0/+1 Grad im Norden und Westen). Die nächste Aktualisierung erfolgt in einem Update dieser Wetterprognose heute Abend gegen 21:00 Uhr.
Update:
Es hat sich tagsüber an den variantenreichen Simulationen kaum etwas verändert. Somit bleibt die Wahrscheinlichkeit für eine nasskalte in tieferen Lagen und teils winterliche Phase ab den mittleren Lagen im Zeitraum zwischen dem 17./23. Januar eine der wahrscheinlichsten Varianten. Die Westwindzirkulation wird dabei unterbunden und über Mitteleuropa kann sich eine Nordwest- bis Nordwetterlage einstellen - manche der Varianten tendieren auch zu einem östlich orientieren Strömungsmuster. Somit bestätigt sich der Trend der letzten Simulationen erneut, was die Wahrscheinlichkeit noch einmal erhöht. Deutlicher wird das an den Verhältnissen der Kontrollläufe von zu kalt (<-1)/normal(-1/+5)/zu warm(>+5), welche am 16. Januar bei 0/5/95, am 19. Januar bei 45/55/0 und am 26. Januar bei 65/20/15 liegen. Die Wettermodelle zeigen somit auch in ihren Kontrollläufen eine zunehmende Wahrscheinlichkeit im letzten Januar-Drittel für eine nachhaltigere Winterphase. Einzig eine Variante des amerikanischen Wettermodells hält noch das Wiederaufleben der Westwindzirkulation im Zeitraum nach dem 23. Januar für möglich, ansonsten kann sich nach den gängigsten Varianten der Wettermodelle der Winter im letzten Januar-Drittel n den mittleren Lagen manifestieren und sich allmählich auch in die tieferen Lagen durchsetzen

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