Hopp oder Top - eine Entscheidungsphase steht in den kommenden Tagen bevor, wie es mit dem Winter weitergehen wird. Voraussichtlich am Donnerstag nimmt vorerst zum letzten Mal die Westwindwetterphase mit einem Sturmtief Einfluss auf das Wetter in Deutschland. Im weiteren Verlauf erstreckt sich ein Keil des Azorenhochs mit höherer Wahrscheinlichkeit in Richtung Grönland, so dass dem Tief über Island/Skandinavien der "Nachschub" für eine Aufrechterhaltung der Westwindzirkulation fehlt. Das Strömungsmuster kann im Zeitraum 16./19. Januar von südwestliche auf nordwestliche Richtungen drehen, so dass der Wettercharakter in tieferen Lagen mit +1/+5 Grad nasskalt und in höheren Lagen (400-800 Meter) zunehmend winterlich werden kann. Erfahrungsgemäß entspricht das einer Abkühlphase, welche nach einer dynamischen Westwindzirkulation häufiger auftreten kann (bspw. nach Weihnachten 2014). Die Frage die sich aber seit Tagen stellt - wie nachhaltig ist diese Zirkulationsstruktur - können die Luftmassen weiter auskühlen und auch in tieferen Lagen für winterliche Verhältnisse sorgen oder kommt die Westwindzirkulation nach kurzer Unterbrechung wieder in Gang? Geht es nach einer Variante des amerikanischen Wettermodells, so gibt sich die Westwetterlage nicht so schnell geschlagen. Das Zirkulationsmuster ist dabei im Zeitraum 18./23. Januar überwiegend auf nordwestliche Richtungen eingestellt, so dass in diesem Zeitraum mit nasskalten Verhältnissen in tieferen Lagen und teils winterlichen Verhältnissen ab den mittleren Lagen zu rechnen ist. In einer weiteren Variante zeigt sich ein zunächst ähnlicher Ablauf, jedoch kann sich im Zeitraum 21./22. Januar über dem europäischen Nordmeer/Skandinavien ein Hochdrucksystem mit Zugrichtung Südwest etablieren. In Folge daraus könnten kalte Luftmassen über den Nordosten nach Deutschland geführt werden. Anders formuliert ist auch nach der zweiten Variante im Zeitraum zwischen dem 18./23. Januar in tieferen Lagen mit nasskalten Witterungsverhältnissen zu rechnen, während ab den mittleren Lagen sich so langsam der Winter wieder bemerkbar machen kann. Das europäische Wettermodell tendiert mehr oder minder zu der zweiten Variante des amerikanischen Wettermodells, bei der die nasskalte Phase im Zeitraum 18./23. Januar wahrscheinlich ist und sich zum 21./23. Januar über dem europäischen Nordmeer/Skandinavien ein Hochdrucksystem entwickeln kann. Anders ausgedrückt - kommt das Hoch im Norden, so liegt das in unmittelbaren Zusammenhang mit einem möglichen Polarwirbelsplitt. Blickt man auf die entsprechenden Simulationen des Polarwirbels, so werden teils kräftige Hochdruckeinschübe simuliert, welche den Polarwirbel weiter schwächen können. Dabei zeigt sich in einigen Varianten der Erhalt des Kaltluftwirbels über Kanada/Grönland (höhere Wahrscheinlichkeit für die Erhaltungsneigung der Westwindzirkulation), in anderen Varianten der Kontrollläufe zeigt sich mit Beginn des letzten Januar-Drittels der Prozess eines Polarwirbelsplitts. Der weitere Wetterverlauf im Winter steht also vor einer entscheidenden Phase. Welche der Varianten ist wahrscheinlicher? Das Temperaturspektrum der liegt am 18. Januar zwischen -2/+5 Grad (Mittelwert: +1 Grad im Süden, sonst +3/+4 Grad), am 23. Januar zwischen -4/+7 Grad (Mittelwert: +1 Grad im Süden, +2 Grad im Osten und Westen und +3 Grad im Norden) und am 25. Januar zwischen -6/+4 Grad (Mittelwert: -0 Grad im Süden, +1 Grad im Osten und +2/+3 Grad im Westen und Norden). Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1)/normal(-1/+5)/zu warm(>+5) spiegeln das große Spektrum bspw. am 20. Januar mit 25/70/5 und am 25. Januar mit 55/45/0 wieder - auffällig dabei ist, dass die warmen Verhältnisse im letzten Januar-Drittel kaum mehr vorkommen. Das Langfristmodell hat seine Wetterprognose für Januar und Februar kaum verändert und es bleibt demnach bei einem leicht bis deutlich zu warmen Temperaturtrend, welcher gegenüber dem langjährigen Mittelwert eine Abweichung von +0,5/+2 Grad aufweist. Die Niederschlagserwartung ist im Januar deutlich und im Februar normal bis leicht erhöht.

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