Stürmische Wetterentwicklungen stehen im Zeitraum 9./12. Januar bevor und werden bereits seit Tagen in den Simulationen der Wettermodelle berücksichtigt. Im Detail ergeben sich für die zu erwartenden Windgeschwindigkeiten noch höhere Wahrscheinlichkeiten für Veränderungen, da die Wettermodelle mit den möglichen Randtiefentwicklungen noch unterschiedliche Simulationen anbieten. Am stärksten simuliert den Wind derzeit das amerikanische Wettermodell, wo die Windgeschwindigkeiten am 10. Januar an der nordostdeutschen Küste bis 120 km/h erreichen können - der Grund hierfür ist der Abzug des Tiefdruckkomplexes über die Ostsee, welches sich in diesem Vorgang weiter intensivieren und z.T. einen Kerndruck von 950 hPa erreichen kann. Im Zeitraum zwischen dem 12./15. Januar bleibt der Wind nach dem amerikanischen Wettermodell zumeist stark bis mäßig, wobei die Tiefdruckachse von Nordwest/West allmählich auf West/Südwest kippt, so dass der Zeitraum insgesamt wechselhaft und mit Temperaturen zwischen +7/+12 Grad relativ mild werden kann. In einer weiteren Variante bleibt der turbulent-dynamische Wettercharakter bis zur Monatsmitte bei nasskalten Tageswerten zwischen +1/+6 Grad weitgehend erhalten und bietet für anhaltendes Potential für Stark- bis Extremwindereignisse. Das europäische Wettermodell zeigt nach der Sturmphase zwischen dem 9./12. Januar ein ruhigere Wetterentwicklung, bei der die Strömungsachse kurzweilig auf südwestliche Richtungen drehen kann. Im Detail simuliert das europäische Wettermodell ein "abtropfendes" Hochdrucksystem im Zeitraum 13./15. Januar über der Barentssee/Karasee in Richtung Finnland/westl. Russland und führt entsprechende Kaltluftmassen nach Süden. Deutschland liegt nach dieser Berechnung auf der warmen Vorderseite des Hochdrucksystems, so dass die Folge daraus eine nachlassende Wind- und Niederschlagsaktivität bei langsam ansteigenden Temperaturen sein kann. Winterliche Verhältnisse bis in tiefere Lagen sind auch heute nach den zur Verfügung stehenden Simulationen bis zum 15. Januar wenig wahrscheinlich - dafür ist das westlich ausgerichtete Zirkulationsmuster zu stark und wird mit weiterer Kaltluftzufuhr bis nach Neufundland mehr oder minder aufrecht erhalten. Erst im Zeitraum nach dem 15. Januar ergeben sich in den gängigsten Simulationen durchaus Varianten, welche eine Umstrukturierung des Zirkulationsmusters zulassen könnten. Der Grund hierfür ist zumeist der Gleiche und zeigt sich der Form von aufbauendem hohen Luftdruck von den Azoren bis nach Grönland und auch der Polarwirbel selbst weist Indizien für einen Polarwirbelsplitt für die zweite Januar-Hälfte auf. Der sog. NAO- und AO-Index wird ab dem 16. Januar neutral bis leicht negativ simuliert und auch das Warming in Stratosphärenhöhe ist in den Simulationen weiterhin präsent und beeinträchtigt den Polarwirbel wohl weiterhin. Anders ausgedrückt sprechen die Randfaktoren für eine langsam zunehmende Wahrscheinlichkeit für eine Rückkehr der winterlichen Verhältnisse in der zweiten Januar-Hälfte. Deutlich wird das anhand der Kontrollläufe und deren Verhältnisse von kalt (<-1)/normal(-1/+5)/zu warm(>+5), welche zum aktuellen Stand am 15. Januar 5/20/75 und am 20. Januar 45/30/25 betragen. Sind denn aufgrund der stürmischen Ereignisse auch andere Möglichkeiten denkbar? Kräftige Aktionen haben immer Reaktionen zur Folge, insofern sind Überraschungen grundsätzlich nicht auszuschließen - jedoch sind die Windereignisse bis zum 12. Januar sehr wahrscheinlich und auch ein möglicher Umbau des Zirkulationsmusters braucht seine Zeit, so dass grundsätzlich andere Witterungsverhältnisse mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die zweite Januar-Hälfte fallen. Die nächste Aktualisierung erfolgt in einem Update dieser Wetterprognose heute Abend gegen 21:00 Uhr.
Update:
Die Starkwindphase bleibt in den aktuellen Simulationen im Zeitraum 8./12. Januar unvermindert hoch und in einigen Varianten werden weiterhin Extremwindereignisse berechnet. Im weiteren Verlauf kippt nach einer Berechnung des amerikanischen und des europäischen Wettermodells im Zeitraum zwischen dem 12./15. Januar die Tiefdruckrinne von Nordwest/West auf West/Südwest, was bei starken bis mäßigen Wind relativ milde bis nasskalte Temperaturwerte bei wechselhaften Wetter zur Folge haben kann. Eine weitere Variante des amerikanischen Wettermodells simuliert die Tiefdruckrinne weit nach Süden verlagert und verläuft zwischen Neufundland, England/Frankreich und Deutschland. Sollte diese Variante eintreten, so ist die Sturmphase nach dem 12. Januar noch nicht beendet, da am südlichen Gradienten weitere Randtiefdrucksysteme entstehen können. Eines erreicht bspw. am 15. Januar mit einem Kerndruck von 950 hPa den Nordwesten von Deutschland, was (simulierte) Spitzenböen von 100-120 km/h zur Folge haben kann. Zusammenfassend kann aus den vorliegenden Simulationen der Rückschluss erfolgen, dass nachhaltige winterliche Verhältnisse bis zum 15. Januar in tiefere Lagen wenig wahrscheinlich sind und vielmehr mit nasskalten (kurzweilig auch mild), teils sehr windigem und wechselhaftes Wetter zu rechnen sein wird. Im Zeitraum zwischen dem 15./20. Januar bleibt die Anzahl der Varianten, welche eine Umstrukturierung des Zirkulationsmusters ermöglichen könnten, erhalten. So liegen die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1)/normal(-1/+5)/zu warm(>+5) liegen am 15. Januar bei 5/30/65 und am 20. Januar bei 60/30/10 - den Winter sollte man also noch nicht abschreiben.

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