Der Wetterverlauf ist bis zum Mittwoch mit teils viel Sonnenschein im Südwesten zunächst als ruhig zu bewerten - ab Mittwoch nimmt die Bewölkung und der Wind langsam zu und in der Nacht auf Donnerstag, bzw. auch tagsüber ist mit nennenswerten Niederschlag bei etwas zunehmenden Wind im Süden zu rechnen. Das sind die ersten Ausläufer eines Sturmtiefkomplexes bei Island, welches sich in den gängigsten Simulationen mit möglichen Randtiefentwicklungen über das Wochenende bis nach Skandinavien verlagern kann. Deutschland gelangt in den Bereich der stark komprimierten Gradientenlinien, so dass Starkwindereignisse wahrscheinlich zu erwarten sind. Im Prozess der Verlagerung erreicht das Tiefdruckzentrum zum 10. Januar mit bis 940 hPa vor Norwegen seinen voraussichtlichen "Tiefpunkt". So liegen über Deutschland bei äußerst wechselhaften Wetter die Windgeschwindigkeiten am 9. Januar zwischen 40-80 km/h (in Böen bis 90 km/h), am 10. Januar zwischen 50-90 km/h (in Böen bis 110 km/h) und am 11. Januar zwischen 40-80 km/h, an der Küste bis 90 km/h (in Böen bis 110 km/h). Dies sind simulierte Werte der Wettermodelle, im Detail kommt es noch darauf an ob sich Randtiefdrucksysteme mit entsprechender Wellenausbildung entwickeln können - Potential für Extremwindereignisse bleibt vorhanden und muss weiter abgewartet werden. Die Temperaturen erreichen mit den stärksten Windböen ihren voraussichtlichen Höhenpunkt am 10. Januar mit Werten zwischen +7/+12 Grad und können mit nachfolgend einfließender Kaltluft am Sonntag bis in tiefere Lagen bei +1/+4 Grad als Schnee- oder Graupelschauer niedergehen. Die Kaltluft kann sich aber nicht lange behaupten und wird nach der Simulation beider Wettermodelle mit weiterhin kräftigen bis stürmischen Wind aus westlichen Richtungen bereits am Montag nach Osten abgedrängt, so dass die Schneefallgrenze wieder auf 600-1.000 Meter ansteigen kann. Kommt nach dem Sturm der Winter? Das amerikanische Wettermodell hat hierzu zwei Ansichten. In einer Variante mäandrieren die Gradienten im Zeitraum 14./16. Januar zunehmend über dem europäischen Raum, so dass dem Azorenhoch es gelingen könnte auf dem Atlantik eine Blockadehaltung aufzubauen. Somit könnte im Zeitraum 15./20. Januar die winterlichen Verhältnisse mit einem umstrukturierten Zirkulationsmuster so langsam in Deutschland bis in die mittleren Lagen wieder Einzug halten. In einer zweiten Variante lässt der Kaltluftzustrom in Richtung Neufundland ein Tiefdrucksystem nach dem anderen auf dem Atlantik entstehen, so dass sich an der windigen West- bis teils südwestlich ausgerichteten Wetterlage bis zum 17. Januar nichts verändern kann, erst nachfolgend ergeben sich auch andere Möglichkeiten. Geht es nach dem europäischen Wettermodell, so bleibt auch nach dieser Simulation der Kaltluftzustrom in Richtung Neufundland intakt, so dass mit einem Zentraltief bei Island bis zum 15. Januar sich an der West- bis Südwestwindzirkulation nichts verändern kann. Zusammenfassend zeigt sich nach den ruhigen Tagen bis Mittwoch eine äußerst dynamische Wetterentwicklung, welche winterliche Verhältnisse bis in tiefere Lagen bis zur Monatsmitte zunächst einmal wenig wahrscheinlich macht - darüber hinaus sind auch wieder andere Möglichkeiten gegeben. Deutlich wird das anhand der Kontrollläufe und deren Verhältnisse von kalt (<-1)/normal(-1/+5)/zu warm(>+5), welche zum aktuellen Stand am 13. Januar 0/20/80 und am 17. Januar 5/55/35 betragen. Das Langfristmodell simuliert den Januar mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert als zu warm bei einer erhöhten Niederschlagswahrscheinlichkeit. Der Februar wird mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad als normal bis leicht zu warm bei einer leicht erhöhten Niederschlagserwartung simuliert. Die nächste Aktualisierung erfolgt in einem Update dieser Wetterprognose heute Abend gegen 21:00 Uhr.

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