Die letzten Niederschläge lassen am Montag über der Osthälfte nach und nachfolgend stellt sich bis Mittwoch relativ ruhiges, teils auch sonniges Wetter ein. Am Donnerstag kündigt sich mit Wind und Regen die ersten Ausläufer eines Sturmtiefkomplexes an, welches im Zeitraum 9./12. Januar weiterhin Potential für Stark-, bzw. Extremwindereignisse hat. Geht es nach den Simulationen des amerikanischen Wettermodells schwanken die Windgeschwindigkeiten am 9. Januar zwischen 50-90 km/h (örtlich bis 100 km/h), am 10. Januar 50-95 km/h (örtlich bis 110 km/h) und am 11. Januar zwischen 40-80 km/h (örtlich bis 100 km/h). Der Grund für diese Windentwicklung ist ein Tiefdruckkomplex bei Island, welches sich im Zeitraum 8./12. Januar weiter nach Skandinavien verlagern kann. Das Azorenhoch hält entsprechend dagegen, so dass es zu einer starken Komprimierung der Gradienten zueinander kommt. Deutschland liegt zum aktuellen Stand im Hauptwindfeld der südlichen Ausläufer des Sturmtiefs. Was nicht immer im Vorfeld berechnet werden kann, sind die sog. Randtiefentwicklungen (auch sog. Schnellläufer), welche binnen kürzester Zeit aus einem stürmischen Wind orkanartige Böen oder gar ein Orkan (>102 km/h) entstehen lassen können. Die detaillierte Entwicklung des möglicherweise turbulent-dynamischen Wetterverlaufs im Zeitraum 8./12. Januar muss weiter abgewartet und beobachtet werden. Neben dem Wind aus westlichen Richtungen kommt es zu zahlreichen Niederschlägen, welche örtlich schauerartig verstärkt und in Staulagen länger andauernd sein können (in Regenschatten (Lee) Gebieten entsprechend weniger Niederschlag). Die Schneefallgrenze schwankt bei zumeist nasskalten Werten zwischen +1/+7 Grad (am 10. Januar kurzzeitiger Temperaturanstieg bis +11 Grad möglich) um 1.000 Meter und sinkt mit nachlassendem Wind zum 12./13. Januar voraussichtlich wieder auf 500-800 Meter ab. Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so reist der Zustrom kalter Luftmassen über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland nicht ab, so dass die "Tiefdruckproduktion" auf dem Atlantik bis zur Monatsmitte anhalten kann und winterliche Verhältnisse bis in tiefere Lagen hinab in Deutschland wenig wahrscheinlich macht. Erst im Verlauf der zweiten Januar-Hälfte sind Ansätze in den Simulationen vorhanden, welche auch zu winterlichen Verhältnissen in tieferen Lagen führen können. Das europäische Wettermodell simuliert die kommende Wetterentwicklung mit hohem Sturmpotential im Zeitraum 9./13. Januar ähnlich. Dabei liegt die Tiefdruckrinne zwischen Neufundland, Island und Skandinavien. Jeweils auf der Rückseite eines abziehenden Tiefdrucksystems ist die Advektion kühlerer Luftmassen möglich, so dass Schnee- und Graupelschauer kurzweilig bis in tiefere Lagen möglich sind - mit winterlichen Verhältnissen hat dieser nasskalte Wettercharakter in tieferen Lagen wenig gemeinsam. Die Kontrollläufe bestätigen im Zeitraum 8./15. Januar mit einem regen Auf und Ab der Temperaturen das Wechselspiel aus warmen Vorderseiten- und kühleren Rückseitenwetter mehrheitlich. So liegt das Temperaturspektrum bspw. am 10. Januar auf der warmen Vorderseite zwischen -2/+12 Grad (Mittelwert: +3 Grad im Osten, +5 Grad im Norden und +6/+7 Grad im Süden und Westen) und kühlere Rückseite am 13. Januar mit -4/+10 Grad (Mittelwert: +3/+4 Grad im Süden und Osten und +4/+5 Grad im Westen und Osten). Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1)/normal(-1/+5)/zu warm(>+5) liegen am 15. Januar bei 10/40/50. Blickt man auf den Polarwirbel, so verschiebt sich der aktuell imposant-aktive Kaltluftwirbel zwischen Kanada/Grönland im Zeitraum vom 8./13. Januar über das europäische Nordmeer mit Ausläufern bis über das westl. Russland, was über Mitteleuropa die oben beschriebenen Starkwindereignisse zur Folge haben kann. Allerdings zeigt sich in einigen Varianten im Zeitraum nach dem 15. Januar die Verschiebung von hohen Luftdruckpotentials in Richtung Grönland, so dass eine Umstrukturierung des das Zirkulationsmuster ab diesen Zeitpunkt nicht unwahrscheinlich ist - zuvor jedoch wenig wahrscheinlich. Das Langfristmodell simuliert den Januar mit einer Abweichung von +0,5 bis +2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert als leicht bis deutlich zu warm bei einer erhöhten Niederschlagswahrscheinlichkeit. Der Februar wird mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad als normal bis leicht zu warm bei einer leicht erhöhten Niederschlagserwartung simuliert. Die nächste Aktualisierung erfolgt in einem Update dieser Wetterprognose heute Abend gegen 21:00 Uhr.
Update:
Kaum Veränderungen bzgl. der zu erwartenden Starkwindphase im Zeitraum 8./12. Januar - nach aktuellen Berechnungen werden am 8. Januar Windgeschwindigkeiten zwischen 40-80 km/h (in Böen bis 90 km/h), am 9. Januar 50-90 km/h (in Böen bis 110 km/h), am 10. Januar 40-90 km/h (in Böen bis 110 km/h) und am 11. Januar 30-70 km/h (in Böen bis 90 km/h) erwartet. Der Grund ist weiterhin die stark komprimierte Gradienten zwischen hohen Luftdruck über den Azoren und tiefen Luftdruck (940 hPa am 10. Januar), welcher sich von Island nach Skandinavien verlagert. Deutschland liegt inmitten des Hauptwindfeldes, welches von Island über England nach Deutschland führt. In einigen Varianten der Wettermodelle sind in Böen auch Windgeschwindigkeiten von bis 120 km/h simuliert, was per Definition als Orkan bezeichnet wird (ab 103 km/h orkanartiger Sturm, ab 117 km/h Orkan). Die Entwicklung muss genauer beobachtet werden, da hier insbesondere im Detail noch Veränderungen wahrscheinlich sind. Das Starkwindereignis bleibt in manchen Simulationen nicht ohne Folgen, da nördlich von Europa Kaltluftmassen von Kanada/Grönland über das europäische Nordmeer bis zur Karasee verlagert werden können. In Folge daraus ergeben sich im Zeitraum 13./16. Januar im Wesentlichen zwei Möglichkeiten für das Zirkulationsmuster. In der ersten Variante bleibt alles wie gehabt. Kaltluft strömt vom östlichen Kanada in Richtung Neufundland, Tiefdrucksysteme werden initialisiert und steuern nachfolgend mit wechselhaften und teils nasskalten Wetter auf Mitteleuropa zu - winterliche Verhältnisse in tieferen Lagen wenig wahrscheinlich. In der zweiten Variante gelingt es durch die weit nach Osten verlagerte Tiefdruckzone dem Azorenhoch sich nach Grönland zu erstrecken und auf dem Atlantik eine Hochdruckblockade aufzubauen, welches die atlantische Frontalzone blockiert. Nachfolgend mäandrieren die Gradienten in einem meridionalem Muster östlich des Blockadehochs , so dass winterliche Verhältnisse ab dem 14./17. Januar zumindest in mittlere Lagen nicht ausgeschlossen sind. Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1)/normal(-1/+5)/zu warm(>+5) liegen am 15. Januar bei 5/35/60.

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