Die Wettermodelle simulieren in den ersten Januar-Tagen weiterhin eine leichte Milderung, so dass sich die winterlichen Verhältnisse in den südlichen Landesteilen bis zum 5. Januar allmählich auf die mittleren Lagen (400-800 Meter) zurückziehen können. Die Großwetterlage gestaltet sich zum Jahresbeginn in der Form, als dass sich über Skandinavien die atlantische Frontalzone manifestieren kann. Somit gelingt es den Tiefdrucksystemen in raschen Abständen Tiefdrucksysteme nach Mitteleuropa zu entsenden, so dass der Wettercharakter zunehmend wechselhaft und nasskalt wird. Je nachdem wie sich das Azorenhoch verhalten wird, ist eine West- oder eine etwas kühlere Nordwestströmung zu erwarten - die Simulationen der Wettermodelle zeigen da noch keine einheitliche Varianten. Geht es nach dem europäischen Wettermodell, so verlagert sich das Azorenhoch im Zeitraum vom 5. Januar langsam von Portugal über Spanien bis zum 9. Januar über den Mittelmeerraum, so dass die nordwestliche bis westliche Grundströmung auf eine westliche bis südwestliche Richtung kippen kann. Demnach steigen die Tagestemperaturen in den überwiegend nasskalten Bereich (+1/+7 Grad), wobei die Schneefallgrenze von anfangs 400 Meter bis zum 9. Januar auf höher Lagen ansteigen kann (> 800 Meter). Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so kann sich das Azorenhoch nicht über die Mittelmeerregion verlagern, sondern bleibt in relativ flacher Position über den Azoren präsent, so dass die Grundströmung über Mitteleuropa überwiegend aus westlichen bis nordwestlichen Richtungen kommt. Auch hierbei ist der Temperaturcharakter über Deutschland mit Werten zwischen +0/+5 Grad als nasskalt zu bezeichnen und die winterlichen Verhältnisse sich in Lagen zwischen 600-800 Meter zurückziehen können. Der Trend der letzten Tage von einer langsamen Milderung im ersten Januar-Drittel bestätigt sich zusammenfassend in den Simulationen der Wettermodelle heute erneut, ist aber keineswegs gesichert, sondern lediglich wahrscheinlicher als andere Varianten. Warum? Der Grund für die bestehenden Unsicherheiten ist und bleibt der Zustand des Polarwirbels. So strebt zwischen dem 30. Dezember/5. Januar hoher Luftdruck in Richtung Nordpol, kann aber in Formvollendung keinen Polarwirbelsplitt hervorrufen, Ansätze hierfür sind aber vorhanden - im Detail liegt ein Kaltluftwirbel über Kanada/Grönland und ein weiterer über dem sibirischen Raum, so dass Mitteleuropa zunehmend auf die milde "Welle" der Polarfront gelangen kann. Verhält sich das Hoch über dem Nordpol jedoch anders, bzw. mit einer anderen Achsausrichtung, sind weitere Varianten möglich - solange der Kaltluftkörper aber über Kanada/Grönland liegt, ist über Mitteleuropa eher nasskaltes bis mildes Wetter wahrscheinlicher als winterliche Verhältnisse. Das Minor-Warming hat in den aktuellen Simulationen im Zeitraum 1./5. Januar weiterhin Potential um sich zu einem Major-Warming zu entwickeln - insbesondere dieser Prozess mit dem in Ansätzen gezeigten möglichen Polarwirbelsplitt bleiben die wesentlichen Unsicherheitsfaktoren der kommenden Tage. Die Kontrollläufe stützen mehrheitlich die fortschreitende Milderung nach dem 5. Januar, so dass das Temperaturspektrum bspw. am 9. Januar zwischen -2/+9 Grad bei einem Mittelwert von +3 Grad im Süden und Osten und +4/+5 Grad im Westen und Norden liegt. Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1)/normal(-1/+5)/zu warm(>+5) betragen am 5. Januar 10/70/20 (im Süden und Osten tendenziell etwas kühler und im Norden und Westen tendenziell etwas wärmer) und am 10. Januar 0/45/55. Das Langfristmodell simuliert den Januar mit einer Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert zwischen +0,5/+2 Grad leicht bis deutlich zu warm und den Februar mit einer Abweichung von -0,5/+1 Grad normal bis leicht zu warm. Das Niederschlagsverhalten zeigt sich nach dem Langfristmodell im Januar und Februar leicht bis mäßig erhöht. Eine Aktualisierung von diesem Wettertrend erfolgt heute Abend gegen 21:00 Uhr.
Update:
Es kommt etwas in mehr Bewegung in die Simulationen der Wettermodelle. Der Trend zu einer Milderung ist aber weiterhin - für tiefere Lagen - klar und deutlich erkennbar, jedoch differenzieren sich die Simulationen zunehmend stärker zueinander. Das amerikanische Wettermodell verzögert die Milderung etwas, so dass der Wettercharakter in den ersten Januar-Tagen windig, wechselhaft und nasskalt ist - die Schneefallgrenze schwankt zumeist zwischen 500-800 Meter, kann kurzzeitig darüber (bis 1.600 Meter) und insbesondere in den Nächten auch darunter liegen. Nach dem 5. Januar folgen dann aus westlichen Richtungen weitere Tiefdrucksysteme nach, so dass die Grundströmung mehr und mehr auf südwestliche Richtungen kippen kann und die Tageswerte auf +2/+7 Grad ansteigen können. Etwas anders die Simulation des europäischen Wettermodells, bei der am 2. Januar eine kurzweilige Milderung berechnet wird, nachfolgend kann sich das Hochdrucksystem zwischen Spanien, Deutschland, England und Skandinavien nach Norden erheben, so dass die Tiefdrucksysteme mit den milden Luftmassen vor Mitteleuropa abgedrängt werden können. Nachfolgend stellt sich demnach eine eher gradientenschwache Wetterlage in den südlichen Landesteilen ein, so dass dort die möglicherweise noch vorhandene Schneedecke konserviert werden kann. Warum simuliert das europäische Wettermodell die Wetterlage zwischenzeitlich anders? Das liegt im Wesentlichen an der Berechnung einer Hochdruckachse "im Polarwirbel" selbst, welcher über die Polregion bis zur Karasee hinüberreicht und ist somit anders ausgerichtet als beim amerikanischen Wettermodell. Somit ergibt sich für das Hoch Mitteleuropa eine westlichere Position ("kühle" - nicht kalte - Rückseite), während nach dem amerikanischen Wettermodell das Hoch östlicher liegt und somit eher die Südwestwetterlage begünstigt. Wie es mit dem Winter weitergehen wird, wird in den kommenden Tagen im Wesentlichen vom Verhalten des Polarwirbels bestimmt werden und inwiefern die ausströmenden Kaltluftmassen zwischen dem östlichen Kanada und Neufundland die Tiefdruckproduktion "anheizen" werden. Die Kontrollläufe stützen eine klare und deutliche Milderung im ersten Januar-Drittel - so liegt das Temperaturspektrum am 5. Januar zwischen -2/+8 Grad (Mittelwert: +1im Osten, +3 Grad im Süden, +5 Grad im Westen und +6 Grad im Norden) und am 10. Januar zwischen -2/+9 Grad (Mittelwert: +3/+4 Grad). Die Verhältnisse von zu kalt (<-1)/normal(-1/+5)/zu warm(>+5) liegen am 10. Januar bei 20/35/45 (heute Mittag: 0/45/55). Das mögliche Major-Warming in Stratosphärenhöhe wird zunehmend wahrscheinlicher - beginnend ab dem 3. Januar simuliert. "Überraschungen" in der kommenden Wetterentwicklung sind also nicht ausgeschlossen.

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