Bereits in den ersten Januar-Tagen deutet sich bis zum 5. Januar in der Mehrheit der Simulationen der Wettermodelle eine langsame aber durchgreifende Milderung an, welche sich zum heutigen Stand mit höherer Wahrscheinlichkeit bis in die mittleren Lagen durchsetzen und die dort vorhandene Schneedecke bei leichten Plusgraden langsam dahin schmelzen lassen wird. Im Zeitraum zwischen dem 5./10. Januar simuliert das amerikanische Wettermodell eine noch weitgreifende Milderung, bei der sich das Zirkulationsmuster von Nordwest/West auf West/Südwest dreht. Dabei gelingt es den teils kräftigen Tiefdrucksystemen bei Island die Tiefdruckrinne in Wellenform nach Süden bis über die Azoren zu verlagern, so dass über Mitteleuropa mit einer südwestlichen Strömung relativ milde Luftmassen herangeführt werden können. In Folge daraus wäre der Wettercharakter wechselhaft und mit Temperaturen zwischen +2/+8 Grad nasskalt bis mild, wobei im Osten und Südosten sich die kühleren Temperaturen durch einen schwachgradientigen Vorgang bei Temperaturen von +1/+4 Grad länger halten könnten. In einer zweiten Variante des amerikanischen Wettermodells sind die südwestlichen Gradienten stärker ausgeprägt, so dass die Temperaturen bei teils stürmischen Wetter im Zeitraum 5./10. Januar auf +7/+13 Grad ansteigen könnten (dann auch im Südosten deutlich milder). Geht es nach dem europäischen Wettermodell, so ist auch hier eine zunehmende Milderung wahrscheinlicher, da das "Getöse" auf dem Atlantik nicht zur Ruhe kommen mag, bzw. ein blockierendes Hochdrucksystem auf dem Atlantik fehlt. Der eigentliche Verursacher dieser möglicherweise unwinterlichen Wetterlage liegt in einem Kaltluftausbruch über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland begründet, welcher sich bereits aktuell einstellt und keineswegs nur mehr eine Simulation ist. In Folge daraus liegt bei Neufundland die "Geburtsstätte" zahlreicher Tiefdrucksysteme, welche auf ihrer Zugbahn in Richtung Europa die Milderung mit höherer Wahrscheinlichkeit herbeiführen können. Was sich als "relativ gesichert" interpretieren lässt, ist aber keineswegs so klar und deutlich, da es im Detail darauf ankommt, auf welche Höhenlage sich der Winter zurückziehen wird. Als weit weg wird er zudem auch nach den aktuellen Simulationen nicht berechnet und ist in einer "Lauerstellung" zwischen dem europäischen Nordmeer und der Karasee weiterhin präsent. Die Unsicherheiten zeigen sich z.T. auch in den Kontrollläufen wieder, besonders was die südlichen und östlichen Regionen betrifft. So liegt das mögliche Temperaturspektrum am 4. Januar zwischen -4/+8 Grad (Mittelwert: +1/+2 Grad im Osten und Süden und +3/+4 Grad im Westen und Norden) und am 9. Januar zwischen -8/+10 Grad (Mittelwert: +3/+4 Grad im Osten und Süden, und +4/+6 Grad im Westen und Norden). Im Wettertrend zeigt sich das Verhältnis von zu kalt (<-1)/normal(-1/+5)/zu warm(>+5) am 5. Januar 0/65/35 im Norden und 45/35/15 im Süden und am 10. Januar 0/25/75 im Norden und 10/20/70 im Süden. Damit bestätigt sich im Wesentlichen auch in den Kontrollläufen nach einem Übergangswetter in den ersten Januar-Tagen eine sich allmählich durchsetzende Milderung im ersten Januar-Drittel. Bleibt Spielraum für weitere Möglichkeiten? Die gibt es beim Wetter grundsätzlich immer, ist aber aktuell mit einem recht kräftigen Minor-Warming von aktuell -12 Grad in Stratosphärenhöhe begründet (normalerweise würden dort -70/-80 Grad vorherrschen). Nach den aktuellen Simulationen könnte dieses Minor-Warming ausreichend sein, um ein Major-Warming - beginnend zum 3. Januar - zu initialisieren. Sollte das tatsächlich so eintreten, so würde der Polarwirbel nachfolgend massiv in seiner Entwicklung beeinträchtigt werden, da ein Major-Warming häufig ein Polarwirbelsplit zur Folge hat. Das ist und bleibt ein Faktor, welcher maßgeblich entscheidend für eine nachhaltige Milderung oder einer rascher Rückkehr von winterlichen Verhältnissen sein kann. Wann würde sich ein beginnendes Major-Warming in den untern Luftschichten bemerkbar machen? Die Reaktionen erfolgen etwa 3-7 Tage zeitverzögert. Anders ausgedrückt wird ein Warming für den 5. Januar simuliert, so sind am 8./12. Januar Auswirkungen möglich. Blickt man auf die Simulationen des amerikanischen Wettermodells, so erkennt man im Zeitraum zwischen dem 3./8. Januar einen mehr oder minder stabilen Polarwirbel, welcher zum 12./13. Januar Ansätze eines Splits erfährt. Ein Major-Warming ist durchaus ein Faktor, welcher in den kommenden Tagen genauer beobachtet werden muss (mehr zum Thema Major-Warming und dessen mögliche Auswirkungen - um Beispiele ergänzt). Fakt ist aber auch, dass keines der Wettermodelle ein Polarwirbelsplitt im formvollendeten Zustand bis 10. Januar simuliert und somit ein stützender Faktor für die langsam aber stetig voranschreitende Milderung im ersten Januar-Drittel ist. Eine Aktualisierung von diesem Wettertrend erfolgt heute Abend gegen 21:00 Uhr.
Update:
Es hat sich im Verlauf des Abends nichts verändert und das Muster bleibt den Simulationen vom Tage gleich. So kommt es im ersten Januar-Drittel nach den gängigsten Simulationen zu einer allmählichen Milderung auf nasskalte Temperaturwerte, welche den Winter allmählich bis zum 5. Januar auf mittlere Lagen und bis zum 10. Januar auf mittlere bis höhere Lagen zurückziehen lässt. Der Grund hierfür ist und bleibt die wiederauflebende Westwindaktivität, hervorgerufen durch Kaltluftzufuhr vom östlichen Kanada in Richtung Neufundland. Was ist mit dem Polarwirbel? In Ansätzen sind nun Varianten simuliert, welche einen Polarwirbelsplit zulassen - aktuell aber in ungünstiger Lage für Freunde des Winterwetters (vereinf. Hoch Alaska -> europ. Nordmeer, aufkeilendes Hoch über Mitteleuropa hat Südwestwetter zur Folge). Die Kontrollläufe stützen mehrheitlich eine Milderung - so liegt das Temperaturspektrum am 4. Januar zwischen -3/+9 Grad (Mittelwert: +1/+2 Grad im Süden und Osten, +4 Grad im Westen und +6 Grad im Norden) und am 10. Januar zwischen -1/+10 Grad (Mittelwert: +3/+4 Grad im Süden, Westen und Osten und +5 Grad im Norden). Die Verhältnisse von zu kalt (<-1)/normal(-1/+5)/zu warm(>+5) liegen am 10. Januar bei 0/60/40 - die kälteren Varianten werden zunehmend weniger, was den Trend zur Milderung grundsätzlich stützt. Sollte das mögliche Major-Warming ein Polarwirbelsplitt hervorrufen können, so könnten sich in Folge noch andere Optionen ergeben - ist aber theoretischer Natur und davon ist derzeit in den Simulationen nichts zu sehen.

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